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Arte zeigt «Zauberflöte» aus Bochum +++ Filmfestivals in Neubrandenburg und Koszalin kooperieren +++ Gründung des Filmrates wurde von FFA abgelehnt +++ Zeitungsverleger wollen Fusionen ohne Kontrollen +++ Filmstiftung verteilt 401 000 Euro an Prämien +++ Jury für Neubrandenburger dokumentART steht +++ Hollywood-Größen erhalten Ehrenplatz in Frankfurter Filmmuseum
Arte zeigt «Zauberflöte» aus Bochum
Bochum (ddp-nrw). Der Kultursender Arte wird am Mittwoch erstmals eine Produktion der RuhrTriennale live im Fernsehen übertragen. Wie die Leitung des Kulturfestivals am Dienstag mitteilte, zeigt der Sender ab 20.15 Uhr die Mozart-Oper «Zauberflöte» aus der Bochumer Jahrhunderthalle.
Das von dem spanischen Regieteam «La Fura Dels Baus» inszenierte Stück steht seit dem 7. September auf dem Triennale-Programm. Alle zehn Vorstellungen der bis zum 5. Oktober gezeigten Oper sind bereits ausverkauft.
Filmfestivals in Neubrandenburg und Koszalin kooperieren
Neubrandenburg/Koszalin (ddp-nrd). Die Organisatoren des Neubrandenburger Dokumentarfilmfestivals «dokumentART» geben dem polnischen Filmfest «Young Cinema» Starthilfe. In der kommenden Woche sind Veranstalter aus Koszalin zu Gast in Neubrandenburg, um Erfahrungen bei der Ausrichtung von internationalen Festivals auszutauschen. Dabei soll auch über eine engere Zusammenarbeit beraten werden, wie die Veranstalter von «dokumentART» am Dienstag in Neubrandenburg mitteilten.
«Young Cinema» gilt als Plattform für jungen Filmemacher, die am Beginn ihrer Karriere stehen. Bereits in den frühen 70er Jahren trafen sich in der polnischen Stadt Filmemacher und Publizisten zu Seminaren und Werkstattgesprächen. Die politischen Ereignisse der späten 80er Jahre stoppten dieses Festival der jungen Kunst. Erst 1999 wurde es mit Unterstützung der Stadt Koszalin und des Komitees der polnischen Cinematographie wieder ins Leben gerufen.
Das Neubrandenburger Festival «dokumentART» beginnt am 7. Oktober. Bis zum 11. Oktober werden mehr als 34 Streifen aus 22 Ländern im Wettbewerb gezeigt, fünf weitere in einem zusätzlichen Osteuropa-Programm. Beworben hatten sich Filmemacher mit insgesamt mehr als 400 Beiträgen. Es werden fünf Preise verliehen. Im vergangenen Jahr kamen rund 3000 Besucher zum Filmfestival.
Gründung des Filmrates wurde von FFA abgelehnt
Der von Kulturstaatsministerin Christina Weiss geplante Deutsche Filmrat kommt nicht zustande. Er sollte im Rahmen des neuen Filmförderungsgesetztes ins Leben gerufen werden. Seine Gründung wurde von der Filmförderungsanstalt (FFA) abgelehnt. Etatprobleme wurden zur Begründung angeführt und das Argument, der Verwaltungsrat als oberstes Organ sei schon pluralistisch besetzt und spiegelte unterschiedliche gesellschaftliche und filmpolitische Gruppen und Interessenlagen ?viel genauer?, als das im geplanten Filmrat der Fall wäre.
Zeitungsverleger wollen Fusionen ohne Kontrollen
Berlin (ddp). Deutschlands Zeitungsverleger fordern eine weitgehende Erleichterung von Zeitungszusammenschlüssen. Die von Teilen der Bundesregierung geplante Lockerung der Pressefusionskontrolle dürfe nicht mit gesetzlichen Auflagen verknüpft werden, sagte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, in einer Erklärung zur Eröffnung des Zeitungskongresses 2003 am Montag in Berlin. Insbesondere Regelungen, die auf eine Trennung von unternehmerischer und publizistischer Verantwortung hinaus liefen, seien inakzeptabel.
Heinen betonte, der zugespitzte Wettbewerb zwinge Medienhäuser dazu, verstärkt zu fusionieren. Die im BDZV organisierten Häuser wollten auch alles daran setzen, unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen die Vielfalt der Titel und die Pluralität der Meinungen zu erhalten. Um so wichtiger seien «faire Rahmen- und Wettbewerbsbedingungen».
Zeitungsberichten zufolge wird im Bundeswirtschaftsministerium überlegt, die Hürden bei Zeitungsfusionen bei der Novellierung des bestehenden Wettbewerbsrechts dann abzubauen, wenn die Unabhängigkeit der Redaktionen gewahrt bleibe. Ein solches Modell war bereits in Zusammenhang mit dem Antrag der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck auf Fusion des «Tagesspiegel» mit der «Berliner Zeitung» diskutiert worden. Holtzbrinck hatte zur langfristigen Wahrung der redaktionellen Unabhängigkeit der Redaktionen beider Zeitungen eine Stiftung vorgeschlagen.
Kritik übte Heinen zugleich an den Plänen der Bundesanstalt für Arbeit (BA), einen virtuellen Arbeitsmarkt im Internet einzurichten. Die Zeitungsverleger hätten «kein Verständnis» für Maßnahmen, die dazu führten, dass funktionierende Marktmechanismen und privatwirtschaftliche Unternehmensleistungen «zerstört» würden. Mit dem Online-Angebot würden «offensiv» jene Menschen angesprochen, die mit den Stellenmärkten der Zeitung erreicht würden. Dies sei «unverantwortlich», betonte Heinen.
Filmstiftung verteilt 401 000 Euro an Prämien
Düsseldorf (ddp-nrw). Die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen prämiert demnächst 51 Kinos für das beste Jahresprogramm. Wie die Stiftung am Montag in Düsseldorf mitteilte, werden insgesamt 401 000 Euro Prämiengelder an die Kinos ausgezahlt. Die Preisverleihung soll am 20. November im Cinenova, einem von der Filmstiftung unterstützten Kino in Köln-Ehrenfeld, stattfinden.
Die Lichtspielhäuser aus 27 Städten in NRW bekämen die Auszeichnung für ihr Kinoprogramm des vergangenen Jahres, in dem herausragende deutsche und europäische Filme «jenseits des Hollywood-Mainstreams» gezeigt wurden, hieß es. Dabei gehen den Angaben zufolge 63 000 Euro an 23 Kinos, die regelmäßig besondere Kinder- und Jugendprogramme angeboten haben.
Ebenfalls am 20. November soll der «Schnitt Preis» des gleichnamigen Kölner Filmmagazins verliehen werden. Mit der Auszeichnung wird die künstlerisch beste Editoren-Leistung an einem deutschen Kinospielfilm gekürt. Die Preisverleihung bildet den Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung «Film +», die das Thema Schnitt und Postproduktion behandelt und von der Filmstiftung NRW unterstützt wird.
http://www.filmstiftung.de
Jury für Neubrandenburger dokumentART steht
Neubrandenburg (ddp-nrd). Die Jury für das 12. Neubrandenburger Filmfest dokumentART ist berufen. Zum Festivalstart am 7. Oktober werden mit Sandor Mohi, Rada Sesic und Arto Halonen Filmemacher aus Ungarn, Bosnien-Herzegowina und Finnland ihr Urteil über die Dokumentarstreifen abgeben, wie die Festivalleitung am Montag mitteilte.
Zur dokumentART in Neubrandenburg werden 34 Filme gezeigt. Die Jury schlägt Preisträger in fünf Kategorien vor. Den mit 3000 Euro dotierten «Latücht-Preis» vergibt das Kulturministerium, während die Gastgeberstadt Neubrandenburg einen mit 2000 Euro dotierten Preis verleiht. Die Medienwerkstatt Film&Medien Mecklenburg-Vorpommern wählt außerdem ein osteuropäisches Filmprojekt aus, das gefördert werden soll. Außerdem vergibt der Landesverband Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern den «Findlingspreis» und der Norddeutsche Rundfunk stiftet den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis.
Die dokumentART beginnt mit dem Eröffnungskonzert in der Konzertkirche Neubrandenburg und endet am 12. Oktober. Die Preise werden am 11. Oktober im Kino CineStar überreicht.
Jurymitglied Mohi lehrt an der Eötvös-Loránd-Universität und an der katholischen Universität Pázmány Péter in Budapest. Die in Kroatien geborene Sesic lebte in Bosnien-Herzegowina, wo sie als Filmemacherin und Kritikerin arbeitete. Mit Beginn des Krieges in Bosnien ging sie in die Niederlande und schrieb für das Filmmagazin «Skrien». Sie lehrt an der Universität Amsterdam und arbeitet für verschiedene internationale Filmfestivals. Der Finne Halonen gründete das Dokfilmfestival DocPoint in Helsinki und ist dessen künstlerischer Leiter.
Hollywood-Größen erhalten Ehrenplatz in Frankfurter Filmmuseum
Frankfurt/Main (ddp). Hollywoods Star-Kameramann Michael Ballhaus, Regisseur Peter Greenaway und der mit acht Oscars prämierte Effektspezialist Dennis Muren haben ab sofort einen Ehrenplatz im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main. In Anwesenheit von Ballhaus und Muren wurden am Sonntag für alle drei Säulen in der neuen «Wall of Fame» eingeweiht, die an den berühmten «Walk of Fame» in Hollywood erinnert. Ballhaus («Air Force One», «Die Farbe des Geldes») stiftete für die Spitze seiner Säule einen von ihm verwendeten Motivsucher. Muren stellte eine Handkamera aus seiner Jugendzeit zur Verfügung. Die Arbeit von Greenaway symbolisieren ein Pinsel und eine Kerze.
Mit der Installation verbunden ist die Verleihung der «eDIT | VES Festival Honours» für herausragende filmische Leistungen. Die Auszeichnung sollte am Sonntagabend während einer Gala anlässlich der Eröffnung des «eDIT | VES 2003», dem internationalen Festival für digitale Filmproduktion, vergeben werden.
Zu dem Festival haben sich mehr als 1500 Teilnehmer aus aller Welt angesagt, darunter Kameraleute, Effektspezialisten, Regisseure und Produzenten. Während der drei Veranstaltungstage stellen sie in Workshops und Vorträgen die besten Produktionstricks und visuellen Effekte aus Hollywoodstreifen und europäischen Filmen vor. Thema sind unter anderem die Blockbuster «Terminator 2» und «Fluch der Karibik». Am Dienstag wird auch Regisseur Greenaway nach Frankfurt kommen. Wegen Dreharbeiten in Leipzig war er am Sonntag verhindert.