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7.10.: theater und literatur aktuell +++ theater und literatur

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«The Rat Pack» kommt nach Berlin +++ Frankfurter Buchmesse beginnt - Mehr als 1000 Autoren vor Ort +++ Autoren protestieren gegen «minderwertige» Rechtschreibung +++ Shuttle-Lesung «Prager Nacht» gastiert erneut in Dresden +++ «Die Ehe der Maria Braun» - Uraufführung in Düsseldorf


«The Rat Pack» kommt nach Berlin
Berlin (ddp-bln). Die Bühnenshow «The Rat Pack - Live from Las Vegas» feiert am Dienstag im Berliner Schiller Theater deutsche Erstaufführung. Die Erfolgsproduktion vom Londoner West End ist eine Hommage an das legendäre Trio Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Dean Martin, das in den 60er Jahren in Las Vegas als «The Rat Pack» mit gemeinsamen Showauftritten für Furore sorgte.
In Erinnerung an das Star-Trio schlüpfen die Entertainer Stephen Triffitt, David Hayes und Alex Bourne aus dem Londoner Strand Theatre in die Rollen ihrer großen Vorbilder. Wie in den 60er Jahren zeigt das englische Trio eine unterhaltsame Show aus Tanz, Musik und lockeren Sprüchen. Bekannte Titel wie «My Way», «Mr. Bojangles» und «Fly me to the moon» werden mit Unterstützung einer Big-Band und von Tänzerinnen präsentiert.
Wie im Original singen die drei Künstler einzeln oder im Trio. Beispielsweise zieht Sinatra-Double Triffitt ähnlich wie «The Voice» unterschiedliche Register seiner Stimme von näselnd bis heiser. In Berlin gastiert «The Rat Pack» bis 26. Oktober. Für 2004 sind Gastspiele in Frankfurt am Main, Hamburg, München, Baden-Baden und Bremen geplant.

Frankfurter Buchmesse beginnt - Mehr als 1000 Autoren vor Ort
Frankfurt/Main (ddp). In Frankfurt am Main dreht sich ab Dienstag wieder alles um die Welt der Bücher. Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) und der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Dieter Schormann, eröffnen am Nachmittag die 55. Buchmesse. Auf der weltgrößten Literaturschau präsentieren sich bis zum 13. Oktober mehr als 6400 Aussteller. Sie hoffen darauf, dass die Messe dem noch immer lahmenden Buchmarkt zu neuem Schwung verhilft.
Vor Ort werden außerdem über 1000 Autoren sein, darunter die Literaturnobelpreisträger Imre Kertesz und Günter Grass. Bei den Besucherzahlen rechnen die Veranstalter mit einem leichtem Plus gegenüber dem Vorjahr. An den sechs Messetagen erwarten sie insgesamt 270 000 Besucher. Die ersten beiden Messetage sind dem Fachpublikum vorbehalten. Ab Freitagnachmittag können sich dann alle Literaturinteressierten in den Messehallen umsehen.
Am Dienstagabend wird die Gastland-Präsentation Russlands eröffnet. Insgesamt 200 russische Verlage und 100 Autoren haben sich angekündigt.
Die Bücherschau wartet in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf. So können auf der Messe erstmals auch Bücher gekauft werden. Möglich ist dies am letzten Messetag sowie in den neuen Themen-Foren. Eine Premiere ist auch die parallel stattfindende Verleihung des Hessischen Filmpreises am Donnerstag, zu dem sich zahlreiche Größen aus der Filmbranche angesagt haben. Als weitere Auszeichnung wird am Wochenende der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an die amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag überreicht.
http://www.buchmesse.de

Autoren protestieren gegen «minderwertige» Rechtschreibung
Berlin (ddp). Internationale Autoren haben sich anlässlich der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse gegen die Rechtschreibreform ausgesprochen. In einem Schreiben forderten sie ihre Schriftstellerkollegen weltweit auf, künftig bei auf deutsch erscheinenden Büchern gegenüber dem Verlag «auf der bewährten deutschen Orthographie zu bestehen». Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen Hans Magnus Enzensberger, Günter Grass, György Konrad, Siegfried Lenz, Adolf Muschg, Patrick Süskind, Martin Walser und Harry Mulisch.
Nach Angaben der Forschungsgruppe Deutsche Sprache ist es das erste Mal, dass sich ausländische Schriftsteller mit ihren deutschsprachigen Kollegen solidarisieren und den Boykott der reformierten Rechtschreibung ausdrücklich unterstützen.
In ihrem Schreiben weisen die Autoren unter anderem auf die mangelnde demokratische Legitimation der «auf dem Verordnungsweg» durchgesetzten Rechtschreibreform hin. Die neuen Regeln seien «minderwertig» und erschwerten den «präzisen sprachlichen Ausdruck». Die herkömmliche Orthografie hingegen, die sich seit der Goethezeit allmählich entwickelt habe, sei «die Orthographie der deutschen Sprache in Literatur, Philosophie und Wissenschaft».

Shuttle-Lesung «Prager Nacht» gastiert erneut in Dresden
Dresden (ddp-lsc). Die Shuttle-Lesung «Prager Nacht» kommt zum zweiten Mal nach Dresden. Am 25. Oktober werden an zwölf ungewöhnlichen Orten der Stadt deutsche Theaterschauspieler Texte tschechischer Autoren vorlesen, wie das Dresdner Literatur Büro am Montag in Dresden mitteilte. Die Veranstaltung in der Landeshauptstadt schließt dabei an die Termine in Leipzig, Regensburg, Nürnberg und Stuttgart an. Im letzten Jahr hätte das Ereignis mehr als 6500 Besucher in den fünf deutschen Städten begeistert.
Dresdner Leseorte in diesem Jahr werden unter anderem die ehemalige Stasi-Haftanstalt, die Gläserne Manufaktur, der Zoo, ein Minensuchboot und eine Polizeiliche Beratungsstelle sein. Die Darbietungen sind jeweils etwa 10 bis 20 Minuten lang und werden an den einzelnen Stationen mehrmals wiederholt. Die Teilnehmer können vier Shuttle-Busse nutzen, die die einzelnen Orte im Takt verbinden. Das ermögliche eine individuell zusammengestellte Lesung.

«Die Ehe der Maria Braun» - Uraufführung in Düsseldorf
Düsseldorf (ddp). Das Düsseldorfer Schauspielhaus eröffnet im Großen Haus die Spielzeit 2003/2004 mit einer Uraufführung: Am Samstag ist in der Regie von Burkhard C. Kosminski erstmals eine Bühnenfassung von «Die Ehe der Maria Braun» nach dem gleichnamigen Film von Rainer Werner Fassbinder zu sehen. Das Drehbuch zu diesem 1979 gedrehten Kino-Klassiker (Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich) wurde vom Regisseur für das Theater bearbeitet.
Fassbinder, der als bedeutendster Autoren-Filmregisseur Deutschlands gilt, zeichnete mit dem Streifen ein realistisches wie sarkastisches Bild der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Berühmt wurde der Film zudem durch die ästhetischen Bilder von Michael Ballhaus. Für ihre Rolle als «Maria Braun» wurde Hanna Schygulla 1979 mit dem «Silbernen Bären» bei den Berliner Filmfestspielen ausgezeichnet.
http://www.duesseldorfer-schauspielhaus.de