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8.9.: film aktuell +++ film

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Katja Riemann als beste Darstellerin ausgezeichnet +++ Deutsche Filmakademie wird gegründet


Katja Riemann als beste Darstellerin ausgezeichnet
mdr - Die Schauspielerin Katja Riemann ist beim Filmfestival in Venedig als beste Darstellerin ausgezeichnet worden. Die 39-Jährige erhielt die "Coppa Volpi" für ihre Rolle in dem Film "Rosenstraße" von Margarethe von Trotta. Es ist der erste internationale Preis für Riemann.
Weder Kritiker noch Publikum hatten damit gerechnet, dass der Preis an Riemann gehen würde. Allerdings konnte wie schon im Vorjahr keine Produktion alle Jurymitglieder überzeugen. Daher gab es auch keinen wirklich heißen Kandidaten auf einen der Preise. Riemann war nach großen Filmerfolgen wie "Der bewegte Mann", "Die Apothekerin" und "Abgeschminkt" zuletzt vor allem in Fernsehproduktionen aufgetreten. In von Trottas "Rosenstraße" spielt sie eine Frau, die im Deutschland der Nazi-Zeit für die Freilassung ihres jüdischen Mannes kämpft. Der Streifen war der einzige deutsche Beitrag in Venedig.
Die letzte große Auszeichnung für den deutschen Film in Venedig hatte es zuletzt 1995 gegeben. Götz George bekam damals für die Rolle eines Massenmörders in dem Film "Der Totmacher" den Preis als bester Darsteller. Einen "Goldenen Löwen" für einen Deutschen gab es letztmalig 1982, als Wim Wenders für "Der Stand der Dinge" ausgezeichnet wurde. Jahre lang wurden deutsche Filme in Venedig erst gar nicht eingeladen.
Den "Goldenen Löwen" bekam überraschend der russische Regisseur Andrej Swjagintsew für sein Erstlingswerk "Woswraschtschenije" (Die Rückkehr). Der Film erzählt von zwei Brüdern, die nach Jahrzehnten ihrem Vater begegnen. Einer der Hauptdarstelle erlebte den Erfolg in Venedig nicht. Er ertrank kurz nach den Dreharbeiten. Bester Darsteller wurde US-Schauspieler Sean Penn. Er bekam die Auszeichnung für seine Rolle in "21 Grams".
Ausgezeichnet wurde auch der Spielfilm "Schultze get the Blues" von Michael Schorr. Er erhielt in dem Nebenwettbewerb "Controcorrente" den Preis für die beste Regie. Der Film zeigt das Leben eines Frührentners im einem Dorf der ehemaligen DDR, der nach seiner Entlassung zu neuem Leben erwacht. Zu Beginn der Filmfesttage war der ägyptische Schauspieler Omar Sharif für sein Lebenswerk geehrt worden. Mit der Verleihung der "Löwen" ging das Festival am Sonnabend zu Ende.
Quelle: http://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/918225.html

Deutsche Filmakademie wird gegründet
Heute wird im Berliner Hotel Adlon die "Deutsche Filmakademie" gegründet. Das berichtet die ?Berliner Morgenpost?. Eine ihrer Hauptaufgaben soll die Vergabe des hoch dotierten Preises ?Lola? sein. Die Akademie will aber auch einen der bestgefüllten Geldtöpfe der deutschen Kulturszene kontrollieren. Kulturministerin Christina Weiss unterstützt die Akademie mit drei Millionen Euro Preisgeld .
Weitere Unterstützern sind die Produzenten Bernd Eichinger, Ulrich Felsberg und Stefan Arndt, die Regisseure Tom Tykwer, Helmut Dietl, Caroline Link und Oskar Roehler sowie die Schauspieler Hannelore Elsner und Jürgen Vogel.
Ende August trafen zwei offene Briefe im Kulturstaatsministerium ein, in denen rund 400 Filmschaffende gegen eine Akademie protestieren. Aus dem Weiss-Ministerium ist zu hören, dass - bevor man an eine Übergabe des Preises denken könne - die Akademie nachweisen müsse, dass sie den deutschen Film "repräsentativ" vertrete.
Den Kern der Akademie sollen jene 700 Künstler bilden, die bereits einen Deutschen Filmpreis gewannen; da sich dessen Geschichte bis 1951 zurück erstreckt, ergäbe dies einen Altherren- und -damenclub, völlig unrepräsentativ für das aktuelle deutsche Kino. Deshalb sollen auch andere Filmschaffende Aufnahme finden, sofern mindestens zwei der Original-700 für einen Kandidaten bürgen. So will man schnell 2500 Mitglieder gewinnen.