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9.10.: bildende kunst aktuell +++ bildende kunst

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Videogaming als Kulturgut - Kunstausstellung in der Völklinger Hütte +++ Leipziger Bildermuseum stellt Werke von Günter Horlbeck aus


Videogaming als Kulturgut - Kunstausstellung in der Völklinger Hütte
Berlin (ddp). Mit «GameArt» als zukunftsweisender Kunstgattung des 21. Jahrhunderts beschäftigt sich eine Ausstellung in der Völklinger Hütte. In dem zum Weltkulturerbe der Unesco gehörenden ehemaligen Eisenwerk im Saarland werden ab 22. November 38 Multimediainstallationen, darunter 10 Auftragsarbeiten, von Künstlern aus zehn Ländern gezeigt. Die Ausstellung solle dazu beitragen, Videogaming von Vorurteilen zu befreien und als neue Entertainmentplattform wie Musik oder Film zu etablieren, sagte Ulrich Barbian, Senior Marketing Manager von PlayStation 2, am Mittwoch in Berlin.
Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor der Völklinger Hütte, betonte, die Ausstellung «GameArt», die auf Initiative von Sony Computer Entertainment Deutschland entstand, sei «weltweit der erste systematische Überblick» über eine Kunstgattung, «die das Kunstgeschehen in den nächsten Jahrzehnten bestimmen» werde. Für die Besucher könne die interaktive Schau «ein Fenster öffnen in die »Denk- und Kulturhaltung der Zukunft«.
Für die Ausstellung haben sich Künstler und Künstlergruppen mit dem Thema Gaming beschäftigt und ihre Gedanken und Fragen dazu in Installationen, Fotografie- und Videowerke umgesetzt. Beteiligt sind unter anderen Größen der Multimediakunst wie June Paik (Korea), Bill Viola (USA) und Fabrizio Plessi (Italien), aber auch junge GameArt-Künstler wie Kathleen Ruiz (USA) oder Olaf Breuning (Schweiz).
Die Schau ist nach Angaben des für die Konzeption zuständigen Tübinger Instituts für Kulturaustausch in drei »Levels« gegliedert. »Level 1« beschäftigt sich mit Transformation und Metamorphose und lässt verschiedene Körpererfahrungen im Cyberspace erleben. Im Mittelpunkt von »Level 2« steht der Raum. Dabei wird die Frage aufgeworfen, »wie kann ich in dem mich umgebenden Raum wirkungsvoll handeln?«. »Level 3« fragt nach dem Ich. Im Zentrum stehen Rollenspiele in der Realität und in der Virtualität.
Die Ausstellung zeige, dass Videospiele nicht identitätszerstörend sein müssten, sondern auch identitätsstiftend sein könnten, betonte Otto Letze vom Institut für Kulturaustausch. Das Spielen damit sei »längst ein Kulturwert" und die Gesellschaft nun aufgefordert, sich damit zu beschäftigen.
Die Ausstellung, zu der auch ein Spielareal gehören wird, ist bis 28. März 2004 täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte zu sehen.
http://www.voelklinger-huette.de

Leipziger Bildermuseum stellt Werke von Günter Horlbeck aus
Leipzig (ddp-lsc). Einen Überblick über das Schaffen des Leipziger Malers und Zeichners Günter Horlbeck gibt ab Donnerstag das Museum der bildenden Künste Leipzig. Anlass der Sonderschau sei eine Schenkung Horlbecks an das Museum im Dezember 2002, sagte Direktor Hans-Werner Schmidt am Mittwoch in Leipzig. Der Künstler habe 14 Gemälde sowie 186 Aquarelle und Zeichnungen als Günter Horlbeck-Stiftung übergeben.
Erwerbungen seien für das Museum heute in große Ferne gerückt, fügte Schmidt hinzu. Deshalb sei eine solche Schenkung ein «wahnsinniger Gewinn». «Die 200 Werke umfassende Stiftung ergänzt auf hervorragende Weise die seit den 50er Jahren vom Museum zusammengetragene Sammlung von Werken Günter Horlbecks», sagte er.
Der 1927 im Vogtland geborene Horlbeck hat in Leipzig an der Kunstakademie bei Ernst Hassebrauk und Max Schwimmer studiert. Von 1952 bis 1994 unterrichtete er an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste.
Die Ausstellung ist bis zum 23. November zu sehen. Ein Begleitbuch ist erschienen.
http://www.leipzig.de/museum_d_bild_kuenste.htm