Freenet


(nmz) -

nmz 2000/10 | Seite 8
49. Jahrgang | Oktober

Ein Artikel von Andreas Heck

Inhalt: Online-Service
Adresse: http://freenet.sourceforge.net
Sprache: englisch
verantwortlich: Ian Clarke

Gerichtsklage um Gerichtsklage prasseln auf Anbieter wie MP3.com oder Napster nieder. Und während der Ausgang dieser Schlacht noch völlig offen ist, meldet sich erneut einer, der sich dazu auserkoren fühlt, zum virtuellen Robin Hood zu avancieren: Ian Clarke, ein gerade einmal 23-jähriger Programmierer. Mit seinem Free Network Project möchte er seine Vorstellung von Freiheit radikal in die Tat umsetzen. Und Freiheit bedeutet ihm nicht nur Anarchie, sondern vor allem die Überzeugung, dass Bücher oder Musik allgemeines Bildungsgut sind und somit jedem kostenlos zugänglich sein müssten.

Mit dem Freenet möchte er eine Art paralleles Internet schaffen, das zur Verteilung von Informationen dient. Während das „normale“ Internet Informationen an bestimmten Knotenpunkten bündelt, setzt Clarke auf ein sogenanntes Peer-to-Peer-Netzwerk – ähnlich der Technik von Napster. Nachdem der User die kostenlose Freenet-Software aus dem Netz geladen und auf dem Rechner installiert hat, verwandelt sich dieser zum Server. Ein jeder angeschlossener PC wird so Sender und Empfänger.

Wer also eine MP3-Aufnahme von Bachs Wohltemperiertem Klavier sucht, richtet diese Anfrage an den benachbarten PC im Netz, der diese Anfrage weiterreicht, bis einer der parallel geschalteten PCs das Passende auf der Festplatte bereit hält. Was Freenet von Diensten wie Napster unterscheidet und gerade der Plattenindustrie schlaflose Nächte bereiten wird, ist, dass die gesuchte Datei verschlüsselt zum Computer des Nachfragenden wandert, dabei aber auf allen dazwischen liegenden Computern eine Kopie hinterlässt. Somit wird dieses Parallelnetz immer schneller und Staus gehören der Vergangenheit an.

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