Fremdgänger


(nmz) -

Spätestens seit der Romantik häufen sich Grenzüberschreitungen zwischen Gattungen und Künsten, zwischen Epik, Dramatik und Lyrik, zwischen Musik und Literatur, Tanz, Theater, Malerei und Architektur. Erweiterungen der Mittel dienten stets der Individualisierung und Emanzipation der Kunstwerke von bestehenden ästhetischen Normen. Die technologischen Innovationen des 20. Jahrhunderts haben das Spektrum intermedialer Gestaltungsmöglichkeiten weiter ergänzt um Elektronik, Farbe, Film, Video, Computer bis hin zu Natur, Stadt und Landschaft.

Ein Artikel von Rainer Nonnenmann

Der Verein „freies Rheinland e.V.“ setzt am 8. und 12. Mai in der Alten Feuerwache Köln seine Reihe „Grenzgänger – Transmediale Tanz-/Musik-Improvisationen in Film-/Video-Installationen“ mit der Präsentation spartenübergreifender Projekte zweier Produktionskollektive fort. Das vom 27. April bis 20. Mai dauernde Festival MusikTriennale Köln bietet neben Uraufführungen von Reinhard Febel, Orm Finnendahl, Georges Aperghis, Yannis Kyriakides sowie hierzulande unbekannter chinesischer Komponisten außerdem zwei neue Arbeiten an einem der ausgefallendsten Orte der Stadt. In den Gondeln der Kölner Seilbahn lässt Frank Schulte eine Klanginstallation über den Rhein schweben und bringt Rochus Aust mit der Gruppe Re-Load Futura sechsminütige Intimkonzerte einzelner Musiker für jeweils ein bis zwei Mitfahrende zu Gehör. Anlässlich des europäischen Kulturhauptstadt-Jahres in Luxemburg kommen am 19. Mai in der Philharmonie Luxemburg mehrere Laienchöre aus den Regionen Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier zusammen, um in drei Sprachen Violeta Dinescus „An den Strömen Babylons“ aufzuführen. Am 20. Mai sowie am 3. und 6. Juni folgen in den genannten Städten Aufführungen weiterer Versionen des Stücks, welche Musiker und Choreographen mit Kindern, Jugendlichen und Senioren erarbeiten. Darüber hinaus sind Chor- und Tanzaufführungen in freier Natur geplant, etwa an der Saarschleife.

Auch an neuen Musiktheaterwerken fehlt es nicht. Am 5. Mai kommt die Kinderoper „Prinzession Süssüsan“ von Sandeep Bhagwati auf ein Libretto von Peter Truschner erstmals im Alten Malersaal des Theater Bonn auf die Bühne. Am 12. Mai präsentiert die Oper Gelsenkirchen die Urauffühurng von Lucia Ronchettis Kammeroper „Der Sonne entgegen“ auf einen Text von Steffi Hensel. Und in Koproduktion mit dem Festival ADEvantgarde München bringt das Stadttheater Osnabrück am 17. Mai im Emma-Theater erstmals die vierteilige Kammeroper „Rotkäppchen, lauf!“ auf ein Libretto von Andrea Heuser mit Musik von Jan Müller-Wieland, Charlotte Seither, Markus Schmitt und Claus Kühnl.

Weitere Uraufführungen:

03.05.: Manfred Trojahn, Deux nouveaux Préludes pour Piano, Musikhochschule Düsseldorf
08.05.: Manfred Trojahn, Capriccio für Orchester, Liederhalle Stuttgart
10.05.: Nikolaus Brass, Von wachsender Gegenwart für Kammerorchester, Prinzregententheater München
11.05.: Jörn Arnecke, Babette Koblenz, Philipp Maintz, Jan Müller-Wieland, Sergej Newski, Enno Poppe, Neue Werke für Stimme und Ensemble, Akademie der Künste Berlin
11.05.: Cynthia Lee Wong, Guo Wenjing, Paul-Heinz Dittrich, Neue Werke für Orchester, musica viva im Herkulessaal München
13.05.: Bernd Thewes, Stück für Posaune und Orchester, Festival Mouvement des Saarländischen Rundfunks in St. Igbert
14.05.: Bernd Franke, Neues Werk für Orchester, Nationaltheater Mannheim
28.05.: Mauro Lanza, Vesperbild für Ensemble und Elektronik, musikFabrik im WDR Köln

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