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Alle Artikel kategorisiert unter »Rainer Nonnenmann«

Am dünnen Docht der Gegenwart

27.08.20 (Rainer Nonnenmann) -
Am 10. August 1970 nahm sich Bernd Alois Zimmermann in seinem Haus in Groß-Königsdorf bei Köln das Leben. Selbst für Menschen seines nächsten Umfelds erfolgte dieser Selbstmord aus „heiterem Himmel“. Doch im Rückblick auf die letzten Lebens- und Schaffensjahre des Komponisten verdichten sich – bei aller Vorsicht gegenüber voreiligen Deutungen des Lebens im Werk – düstere Vorzeichen, die ihn schließlich zu dieser Verzweiflungstat trieben: psychische, physische, private, politische und künstlerische.

Hoffentlich wie angekündigt

26.08.20 (Rainer Nonnenmann) -
Üblicherweise verschicken Opern- und Konzerthäuser schon im Juni ihre Spielpläne für die nächs­te Saison. Dieses Jahr jedoch ist alles anders. Veranstalter müssen Hygienekonzepte entwerfen und genehmigen lassen sowie längst geplante Programme umplanen, weil großbesetze Werke nach geltenden Sicherheitsabständen nicht realisiert werden dürfen. Findige Verlage verschickten daher schon im Laufe des Frühjahrs neue Kataloge mit Werken für kleine Besetzungen, „die für Aufführungen in der Corona-Krise geeignet sind“.

Kunst oder Haltung?

30.06.20 (Rainer Nonnenmann) -
Wie manche Politikerinnen und Politiker – linke, rechte, liberale, gemäßigte oder extreme – fordern auch immer mehr Künstlerinnen und Künstler von sich und anderen, man müsse „Haltung zeigen!“. Entscheidend sei weniger, was und wie man etwas tut, sondern welche Haltung man dabei an den Tag legt. Was das freilich sein soll, wofür oder wogegen, bleibt indes meist unklar bis schwammig.

Mit größter Hingabe

28.05.20 (Rainer Nonnenmann) -
In viele Bereiche des Lebens kehrt schrittweise Normalität zurück. Fabriken und Friseursalons arbeiten wieder; Einzelhandel, Gastronomie, Schulen, Museen und Fitnessstudios haben wieder geöffnet. Doch wie steht es um Musik, Theater, Tanz? Deren Spielstätten bleiben bis auf weiteres geschlossen. Auch bei Festivals überwiegen noch Absagen: Die Bayreuther Festspiele fallen aus, die Salzburger Festspiele werden womöglich nur mit wenigen Restveranstaltungen stattfinden, die Darmstädter Ferienkurse und der Romanische Sommer Köln sind auf 2021 verschoben, die Produktionen der Münchener Biennale für neues Musiktheater werden an verschiedenen Orten durch die nächs­te Spielzeit mäandrieren, und das Beet­hovenfest Bonn und die BTHVN-Jubiläumsgesellschaft verlängern das Festjahr anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten bis September 2021.

Gemeinsam einsam

07.05.20 (Rainer Nonnenmann) -
Die Choreographie des menschlichen Miteinanders im öffentlichen Raum hat sich verändert. In Gassen und Supermärkten wenden sich die Leute plötzlich voneinander ab und machen weite Bögen umeinander. Es scheint, als hätten die staatlich verordneten Kontaktbeschränkungen die Gesellschaft plötzlich mit Autismus geschlagen. Das Sozialverhalten ist gestört, und bleibt es für längere Zeit. Zwar dürfen Einzelhandel und Schulen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Doch an Konzerte und Musikfestivals ist noch nicht zu denken. Stattdessen gibt es weiterhin Absagen oder Verschiebungen auf das nächste Jahr.

Welche Uraufführungen?

29.03.20 (Rainer Nonnenmann) -
Für März wurden in dieser Kolumne viele Uraufführungen bei Konzerten und Festivals angekündigt. Kaum etwas davon hat jedoch stattgefunden. Die meisten Veranstaltungen wurden auf Anordnung kommunaler Krisenstäbe sowie der Bundesregierung und der Landesregierungen abgesagt. Länder, Städte und Gemeinden untersagten Veranstaltungen, und Versammlungen. Geschlossen wurden Museen, Bibliotheken, Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Schwimmbäder, Theater, Opern- und Konzerthäuser, schließlich auch Grenzen. Die Ausbreitung des Corona-Virus soll so verlangsamt und die Grundversorgung garantiert werden: Ernährung, Gesundheit, Rettung, Ordnung, Information und Verkehr. Von Musik ist dabei keine Rede.

Aufbruch im Abbruchhaus

28.02.20 (Rainer Nonnenmann) -
Im Haus Severinstraße 194 der Kölner Südstadt existiert im Erdgeschoss noch ein Studio für Kampfsport. Darüber sind jedoch alle Wohnungen leergeräumt, weil bald der Abrissbagger anrückt. Doch bevor er soweit ist, kehrte noch einmal Leben in die verlassenen Gemäuer. Das 2009 von Brigitta Muntendorf gegründete Ensemble Garage startete hier Ende November seine erste eigene Konzertreihe. Drei Jahre lang erhält die Formation vom Land Nordrhein-Westfalen zwanzigtausend Euro für jährlich drei bis vier Konzerte. Weil sich Muntendorf wegen vieler anderer Projekte und ihrer neuen Professur an der Kölner Musikhochschule aus der künstlerischen Leitung etwas zurückziehen wird, entwickeln die neun Musikerinnen und Musiker nun ver­stärkt Eigeninitiative.

Zwei Blicke auf ein Festival unter dem Orkan

28.02.20 (Andreas Kolb) -
Das Festival ECLAT erinnerte dieses Jahr an „40 Jahre neue Musik in Stuttgart“. 1980 als „Tage für Neue Musik“ von Musikern der Stadt gegründet, sprach es damals Publika in ganz diversen Spielorten Stuttgarts wie dem Planetarium, der Alten Reithalle oder dem früheren Theaterhaus in Stuttgart-Wangen an. Das ECLAT-Festival selbst gab es dann seit 1998. Seine endgültige Heimat fand ECLAT 2003 im neuen Theaterhaus am Stuttgarter Pragsattel.

Armut im Eldorado?

27.02.20 (Rainer Nonnenmann) -
Es gibt viele Festivals, Konzertreihen, Ensembles, Uraufführungen. Und jährlich kommen neue hinzu. Vor allem die großen europäischen Musikmetropolen Berlin, Köln, Wien und Paris ziehen immer mehr Musikschaffende an. Die dortigen Hochschulen bringen exzellente Absolventen hervor, von denen sich einige bevorzugt neuer Musik widmen. Da die wenigen Spitzenensembles kaum Vakanzen haben, werden jedes Jahr neue Ensembles gegründet. Allein in Köln entstand während der 2010er-Jahre fast jedes Jahr ein junges Ensemble für neue Musik.

Unser Beethoven?

06.02.20 (Rainer Nonnenmann) -
Nun ist das große Jubiläum endlich da. Die Werke des vor 250 Jahren in Bonn geborenen Komponisten werden heute zwar ohnehin weltweit gespielt, aber im jetzt angelaufenen Festjahr erst recht. Die Geburtsstadt und das Rheinland werden von der Beethoven Jubiläums GmbH BTHVN2020 mit rund dreihundert Veranstaltungen geradezu überschwemmt. Es gibt Konzerte, Filme, Installationen, Symposien, Rundgänge, Ausstellungen, Feuerwerke, Events, Performances, Vermittlungsprojekte und auch einige Uraufführungen.
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