Heilsame Klänge im Opernclub Framersheim

Konzerte mit Heilwirkung


(nmz) -
Die beiden selbsternannten „OPERAteurinnen aus Leidenschaft“ Frau Dr. Schier (Kirsten Schierbaum, Sopran) und Frau Dr. Glück (Tatjana Glücks-Trommershäuser, Mezzosopran) hatten mit ihrem Versprechen, dass der Genuss ihres „Konzertes mit Heilwirkung“, zum Zustand „schieren Glücks“ führen sollte, wahrlich nicht zu viel versprochen.
Ein Artikel von Christiane Maier

Schon der Auftritt der beiden Sängerinnen im OP- Outfit zur Ouvertüre von „Giulio Cesare“, ge-spielt von Susanne Klar am Flügel, sorgte für die erste Erheiterung. Und spätestens als die beiden Sängerinnen mit hohen Mozartperücken auf die Bühnen traten, war jedem im Publikum klar, hier darf auch mal bei klassischer Musik gelacht werden.

Die beiden OPERAteurinnen verstanden es vorzüglich, ihrem Publikum im Opernclub Framersheim zu zeigen, welch wundersame Wirkung Musik auf das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele hat. Für jedes Wehwehchen hatten sie ein passendes Rezept parat: Mozarts Musik gegen Schmerzen, Händel bei Bluthochdruck und bei seelischen Problemen setzten sie ganz auf die homöopathische Wirkweise «Gleiches mit Gleichem heilen», denn Schubert wirke ganz vorzüglich gegen Trennungsschmerz und der Jazz der 30er Jahre gegen Depressionen.   

Die anfangs noch schlichte Bühne in Schwarz und Weiß füllte sich im Laufe des Abends mit allerlei bunten Requisiten. Zu jedem „Wirkkomplex“ gab es das passende Gemälde (Wolfgang Schierbaum) und eine passende Requisite, wie ein Stethoskop, eine Spritze oder die verblüffend schwerelosen „blue birds“ bei „Over the rainbow“. Zahlreiche Kostümwechsel, Tanzeinlagen, die charmante Moderation, eine einfallsreiche Regie (Tatjana Glücks-Trommershäuser) und die launigen Kommentare der Pianistin,   machten den Abend äußerst kurzweilig.

Um ihre sechs „Wirkkomplexe“ zu verdeutlichen, sangen die beiden OPERAteurinnen zahlreiche Duette aus Oper, Operette und Jazz – einfühlsam begleitet von Susanne Klar am Flügel. Die Herkunft der beiden Sängerinnen war durchaus zu erkennen und machte den Abend äußerst abwechslungsreich. Schierbaum, die ausgebildete Opernsängerin, brillierte mit glanzvollen Höhen bei Händel und Mozart, aber auch mit einer weichen Mittellage etwa beim selten gehörten Duett „Weit über Glanz und Erdenschimmer“ aus Franz Schuberts Oper „Fierrabras“. Glücks-Trommershäuser, die ausgebildete Musicalsängerin und Schauspielerin überzeugte besonders mit ihren facettenreichen Ausdrucksmöglichkeiten und einer herrlichen Körpersprache. Den  Höhepunkt fand der Abend sicherlich im Wettstreit der beiden Darstellerinnen bei Offenbachs Arie der Olympia: während die Sopranistin sich immer weiter in Sopranstratosphären schraubt, kontert die Muscialdarstellerin mit einer aberwitzigen Steppeinlage.

Erst nach einer Zugabe durften sich die drei charmanten Künstlerinnen ins sogenannte „Schlösschen“ im Untergeschoss des Opernclubs  zurückziehen. Hier wurde gemeinsam mit dem Publikum gefeiert und geschmaust, wie der Impressario des Opernclubs, Dieter Stroekens, ankündigte.

Das könnte Sie auch interessieren: