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50 Cent - In Da Club, White Stripes - Seven Nation Army


(nmz) -
Ein Artikel von Stefan Raulf

50 Cent: In Da Club

Am Ende des Videos ziehen sich die Wissenschaftler, Eminem und Dr. Dre, hinter der Einweg-Scheibe im Labor zufrieden zurück: Versuch gelungen, Party läuft. Die Bilder verulken präventiv jene Kritik, der ruppige Muskel-Rapper „50 Cent“ sei ein Kunstprodukt der beiden. Dabei kümmerte sich das Erfolgsduo nur um das Talent des 26-jährigen schweren Jungen aus Queens Straßen. Natürlich hört man in „50 Cents“ Rapstyle, der sich da so groovy durch die Zähne drückt, eine Variante des Eminem-Flows. Und natürlich ist es in erster Linie Dr. Dres enorm funkiger und perfekt ausproduzierter Backingtrack, der das inhaltlich ziemlich leere „In Da Club“ so unwiderstehlich macht. Kein flächiger Sound stört hier das relaxte Staccato, minimal und effektiv variiert das Streichermotiv über die Oktaven, perfekt lässt sich der Beat in die Handclaps fallen und immer wieder verpassen die tackernden Achtel des einzelnen Gitarrentons dem Groove jenen zusätzlichen unterschwelligen Schub.

White Stripes: Seven Nation Army

Woran liegt es denn nun, dass Jack und Meg White ihren Garagen-Bluesrock in den Charts plazieren konnten? Ohne Frage ist auch diese neue Single wieder so ein direkt wirkender Rocksong, der von Identitätssuche, vom Ewig-Gehetztsein erzählt. Das schlichte, packende Grundmotiv, das sich immer wieder auf Bassdrum und Bass (pardon: tiefgestimmte Gitarrensaite) zurückfallen lässt, pfeift man sofort mit. Der Eindruck musikalischer Fülle entsteht allein durch seine Variationen in Sound und Betonungen samt des rauh-exzessiven Gesangs. Den Rest macht das glamouröse Image der Anti-Stars in rot/weiß: Geschickt ist die geheimnisvolle Fassade der beiden im Video inszeniert: Unzählige Starschnittposen rauschen an einem vorbei – plakativ und doch nicht zu greifen.

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