Musik als Spiegel des Lebens

Zum Tode des Komponisten Rudolf Kelterborn


(nmz) -
Er war eine prägende Figur des Schweizer Musiklebens. Der 1931 in Basel geborene Rudolf Kelterborn war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten des Landes neben Heinz Holliger oder Klaus Huber, er wirkte auch entscheidend als Pädagoge, Musikschriftsteller, Hochschulleiter und Rundfunkverantwortlicher.
Ein Artikel von jmk

Nach seinem Studium, unter anderem bei Willy Burkhard, Boris Blacher, Günter Bialas und Wolfgang Fortner, gab er sein Wissen in Detmold, Karlsruhe und Zürich weiter, bevor er von 1983 bis 1994 als Direktor die Leitung der Musik-Akademie der Stadt Basel übernahm. Als Chefredakteur der Schweizer Musikzeitung (1969 bis 1974) und Leiter der Hauptabteilung Musik des Schweizer Radio DRS (1974 bis 1980) hatte er zuvor in der medialen Musikvermittlung Akzente gesetzt.

Trotz dieses, auch kulturpolitischen Engagements – 1986 gründete er zusammen mit Heinz Holliger und Jürg Wyttenbach das Basler Musik-Forum – bildete stets das kompositorische Wirken den Mittelpunkt seiner Arbeit. So entstand ein umfangreiches, in den Gattungen vielgestaltiges Œuvre, bei dem er aber stets seinem Grundsatz des Komponierens als einem vom Intellekt gesteuerten Vorgang treu blieb. Mit untrüglichem Gespür für individuell ausbalancierte Formverläufe und instrumentale Farbmischungen gelang ihm entgegen der meist neutralen Werktitel eine stets „sprechende“, vielfältige Assoziationen freisetzende Musik. Dazu passt das Credo, das er anlässlich der Verleihung des Schweizer Musikpreises 2020 formulierte: „Die Fülle des Lebens spiegelt sich in der Musik.“ Am 24. März 2021 ist Rudolf Kelterborn in Basel verstorben. jmk

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