Noten-Tipps 2021/12

Hagen Barz: Berliner Skizzen | Alois Bröder: Sentieri


(nmz) -
Hagen Barz: Berliner Skizzen II. Edition Dohr E.D. 18923 +++ Alois Bröder: Sentieri. Für drei Gitarren. Partitur und Stimmen. Verlag Neue Musik NM3158
Ein Artikel von Philipp Lojak

Hagen Barz: Berliner Skizzen II. Edition Dohr E.D. 18923

Leichte Stücke für die Gitarre zu schreiben, ohne in die Banalität abzurutschen, ist eine wahrlich schwierige Aufgabe. Hagen Barz legt hier zwölf Stücke vor, die seinen musikalischen Hintergrund offenlegen: Die „Berliner Skizzen“ des Gitarristen, der neben Jazz- auch klassische Gitarre studiert hat, sind eine eigentümliche Stilmischung aus manchmal etwas biederen Spielfiguren, angenehmen Popharmonien und wirklich attraktiven Folkmelodien. Ein Schüler kann hier Fähigkeiten wie Arpeggio, zweistimmiges und/oder melodisches Spiel sehr gut vertiefen. Auch wenn die Stücke stets „gut in der Hand liegen“, gelingt der Spagat zwischen technischer Einfachheit und musikalischem Anspruch leider nicht in jeder der zwölf Miniaturen.

Alois Bröder: Sentieri. Für drei Gitarren. Partitur und Stimmen. Verlag Neue Musik NM3158

Wenn ein ausgezeichneter Komponist wie Alois Bröder, der nicht nur Komposition (bei Manfred Trojahn), sondern auch Gitarre (u. a. bei Olaf van Gonnissen) studiert hat, sich der Jugendliteratur für dieses Instrument zuwendet, ist das ein Glücksfall. „Sentieri“ ist ein mittelschwieriges Gitarrentrio, in dem Schüler nicht nur im rhythmischen Zusammenspiel glänzen können, sondern auch in Sachen musikalische Melodiegestaltung. Definitiv JuMu-tauglich, aber auch als Konzertrepertoire interessant! Eine Skordatur, ausgiebiges Flageolettspiel und der moderate Modernismus von „Sentieri“, der nicht vor Clustern zurückschreckt, bieten eine gute Einführung in die Welt der zeitgenössischen Musik.

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