Pedalsysteme für Rollstuhlfahrer

Die elektromagnetische Steuerung und der Aktuator


(nmz) -
Wie kann man Rollstuhlfahrern das Klavierspielen ermöglichen? Diese Frage stellten sich die Experten der Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne und entwickelten Pedalsysteme, die individuell an die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern angepasst werden.
Ein Artikel von nmz-red

Die Bayreuther haben zwei Pedalsysteme im Programm. Zum Einen die elektromagnetische Steuerung, die die Klavierbauer bei Steingraeber bereits in den 80er-Jahren entwickelten. Sie integrierten Magnete in das Pedalsystem und bauten sie im Innenraum des aufrechten Pianos ein (klassische Klavier-Dimensionen vorausgesetzt). Die elektromagnetische Steuerung ist auch in Flügeln einsetzbar.

Die elektromagnetische Steuerung ist begrenzt auf die Funktion „An/Aus“; Zwischenstufen wie Halb- und Drittelpedalisierung sind nicht möglich. Die elektromagnetische Steuerung ist relativ kostengünstig.

Die zweite, neue und auch teurere Variante, ist die sogenannte Aktuator-Steuerung. Steingraeber & Söhne entwickelte diese in Zusammenarbeit mit der Uni-Klinik Heidelberg (Dr. Rüdiger Rupp).

Aktuatoren sind vergleichbar mit Magneten, reagieren aber sensibler und erlauben eine Vielzahl von Zwischenstufen. Die Aktuator-Steuerung funktioniert somit genauer als die elektromagnetische Steuerung und ermöglicht ein professionelleres und authentischeres Pedalisieren mit Zwischenstufen. Zudem sind Aktuatoren schmal und eignen sich sehr gut für ein außenliegendes System, was keine Eingriffe im Instrument nötig macht. Im Gegenteil, es erlaubt den Bau einer mobilen Steuerungseinheit, die auch auf Reisen mitgenommen werden kann. Solch eine mobile Einheit kann für Pianos und Flügel verwendet werden.

Die Bedienung der Aktuatoren durch den Pianisten ist über Kabel oder mittels einer kabellosen Bluetooth-Variante möglich.

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