Personalia 2016/02


(nmz) -
+++ Rüdiger Trantow wird 90 Jahre alt +++ Ulrich Kostenbader +++ Karl Feldhaus verstorben +++ Steven Heelein +++ Martin Ullrich +++ Christian Eckhardt +++ Klaus Bernbacher, die Jeunesses Musicales und die nmz +++
Ein Artikel von nmz-red

Ein Sprungbrett für junge Künstler errichtet: Rüdiger Trantow, Ehrenmitglied im DTKV Berlin, wird 90 Jahre alt

„Musik wischt den Staub des Alltags von der Seele“ – dieser Spruch ziert den Briefkopf eines Mannes, der genau weiß, was Musik bewirken kann.

Als Musikpädagoge, Chorleiter, Schulleiter, Komponist, Kunstamtsleiter, Arrangeur, Vorsitzender, Dirigent und Juror war und ist er seit vielen Jahren in unterschiedlichen, miteinander verbundenen Wirkungskreisen aktiv. Er hat eine besondere Gabe, mit jungen, musikalisch talentierten Menschen zu arbeiten und sie zu fördern und hat bis heute die Freude an dieser musikerzieherischen Arbeit nicht verloren. Zahlreiche Konzertreisen nach Frankreich, Tunis, in die Schweiz, nach Österreich, Polen, in die skandinavischen Länder, dreimal nach Israel, bis nach Baku erschlossen den jungen Musikern andere Kulturen mit Begegnungen und Kontakten, die teilweise bis heute gehalten haben. Nach Kriegseinsatz und -gefangeschaft kam Trantow mit 21 Jahren wieder nach Hause. Der ursprünglich gewählte Berufswunsch Arzt ging nicht in Erfüllung. Er studierte Musik (Klavier, Blockflöte und Rhythmik) in Berlin und begann seine erste erzieherische Tätigkeit an der Volksmusikschule Neukölln. 1958 wurde er zum Leiter der heutigen Leo-Borchard-Musikschule Steglitz gewählt. 1965 wurde ihm aufgrund seiner Verdienste zudem das Kunstamt Steglitz mit einem eigenen Gebäude übertragen. Die mit 803 Schülern und 22 Lehrern übernommene Schule übergab er 1991 mit 4.500 Schülern und 210 Lehrern. Zusammen mit dem Kunstamt waren es jährlich 160 Veranstaltungen, davon viele mit eigener Mitwirkung. Seit 1956 gestaltete er mit seinen Ensembles viele Aufnahmen beim Sender Freies Berlin und Rias Berlin. Seine 20 Jahre lang laufende Sendereihe „Geselliges Musizieren“ im SFB wurde ähnlich wie seine 40 Jahre laufenden „Konzerte junger Solisten“ mit Bundespreisträgern des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ in der Philharmonie zu einer Institution. Dass der Senator für Jugend und Bildung Trantow schon ab 1962 bis 2001 jährlich ein „Konzert für junge Solisten“ in der Philharmonie durchführen ließ, ist für viele Musiker als ein erstes Sprungbrett für die spätere Laufbahn zu sehen. Anne-Sophie Mutter, Babette Hierholzer, Alban Gerhardt, Kolja Blacher und viele andere waren bereits damals als Bundespreisträger Solisten in der Berliner Philharmonie.

Lange war Trantow Vorsitzender des LV Berlin im „Verband deutscher Musikschulen“ sowie des LV Berlin „Jugend musiziert“ bis zum Jahr 2000.

Einige der Ehrungen, die Rüdiger Trantow als Anerkennung für seine Verdienste im Bereich der Jugendarbeit erhielt, sollten hier genannt werden: 1983 Bundesverdienstkreuz am Bande, 2001 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Der Landesmusikrat ehrte ihn für seine jahrzehntelange Arbeit als Vorsitzender des Landesausschusses „Jugend musiziert“ mit der silbernen und goldenen Ehrennadel. [Anka Sommer]

Ulrich Kostenbader

Ulrich Kostenbader, unter anderem Ehrenmitglied des Deutschen Musikrates, ist am 9. Dezember 2015 im Alter von 69 Jahren verstorben. Der ehemalige Leiter des Sponsoring-Bereiches der DaimlerChrysler AG engagierte sich über Jahrzehnte ehrenamtlich für das Musikleben. Zehn Jahre lang war er Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrates. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates: „Mit Uli Kostenbader verlieren wir eine bedeutende Persönlichkeit des Musiklebens in Deutschland. Als Präsidiumsmitglied und Vizepräsident gab Kostenbader wegweisende Impulse für die strategische Arbeit des Deutschen Musikrates. Als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der DMR gGmbH und Beiratsmitglied des Deutschen Musikwettbewerbs und des Bundesjugendorches-ters setzte er sich mit Leidenschaft für die Förderung des musikalischen Nachwuchses ein. Als Vorsitzender des Vereins ‚Freunde & Förderer des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR‘ kämpfte er mit großem Nachdruck für den Erhalt der Orches-terlandschaft des SWR.“

Karl Feldhaus verstorben

Der Pädagoge und Musiker Karl Feldhaus ist Ende November 2015 im Alter von 91 Jahren verstorben. Sein Lebenswerk war sicher die Planung und Errichtung der Landesmusikakademie Nordrhein-Westfalen in Heek-Nienborg. Als Grundschulrektor in Ahaus und später als Vorsitzender des Landesverbandes der Musikschulen in NRW hat Feldhaus sein besonderes Augenmerk auf die musikalische Früherziehung gerichtet. In diesem Bereich war er unermüdlich tätig, hat bundesweit Fortbildungen veranstaltet und zahllose Handreichungen für eine kindgerechte Musikausbildung veröffentlicht.

Die Landesmusikakademie NRW, die 1989 ihrer Bestimmung übergeben werden konnte, trägt noch heute in ihrem Bildungsangebot die deutliche Handschrift ihres Initiators, dabei bilden die „Qualifizierenden Lehrgänge für die Laienmusik“ einen besonderen Schwerpunkt. Karl Feldhaus war auch Mitbegründer der „Gesellschaft Freunde und Förderer der Landesmusikakademie NRW“ und bis zu seinem Tod aktives Mitglied.

Die Benennung des großen Saales im neuen Haus der Akademie auf dem Burggelände in „Karl-Feldhaus-Saal“ erfolgte bereits einige Monate vor seinem Tod als Dank und Anerkennung für sein einzigartiges Lebenswerk. [Georg Kindt]

Steven Heelein

Steven Heelein hat den Tonali-Kompositionspreis 2016 gewonnen. Der Komponist und Chorleitungsprofessor erhielt die Auszeichnung für sein Klavierstück „Veitstanz“. Dieses wird nun im Rahmen des Tonali-Wettbewerbs von allen Teilnehmern einstudiert und am 12. und 16. Juli in Hamburg aufgeführt. Das Werk wird außerdem bei den Sikorski Musikverlagen erscheinen.
www.tonali.de

Martin Ullrich

Martin Ullrich, Rektor der Nürnberger Musikhochschule, wird doch nicht künstlerischer Leiter des ARD-Musikwettbewerbs. Wie die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen mitteilte, seien im Zuge der Vertragsverhandlungen „unerwartet unterschiedliche Auffassungen zur vertraglichen Ausgestaltung und strukturelle Unvereinbarkeiten zutage getreten“. Vom Bayerischen Rundfunk gab es hierzu keine Stellungnahme.

Christian Eckhardt

Christian Eckhardt übernimmt ab 1. März 2016 das Amt des Verwaltungsdirektors und stellvertretenden Intendanten der Dresdner Musikfestspiele. Damit ist er Nachfolger von Markus Lutz, der im Oktober 2015 als Geschäftsführender Kaufmännischer Direktor an das Tiroler Landestheater Innsbruck wechselte. Christian Eckhardt wirkte zwölf Jahre beim Internationalen Beethovenfest Bonn, zuletzt als Kaufmännischer Referent.

Gründerväter: Klaus Bernbacher, die Jeunesses Musicales und die nmz

Am 25. Januar beging Klaus Bernbacher seinen 85 Geburtstag. Wie kaum ein Zweiter ist er mit am Aufbau der deutschen Sektion der Jeunesses Musicales Deutschland beteiligt gewesen und von daher von Anbeginn an auch Autor der „Musikalischen Jugend“, der Vorgängerpublikation der neuen musikzeitung, die Bernhard Bosse zusammen mit Eckart Rohlfs und der Jeunesses 1952 ins Leben gerufen hat: Unser Foto zeigt Bernbacher neben Verleger Bernhard Bosse (94) und dem heutigen ConBrio-Verleger Theo Geißler (68). Bernbachers Wirken in seiner ganzen Vielfalt und Breite, vom Dirigent über den Musikredakteur bei Radio Bremen bis zum Bundesvorsitzenden der JMD von 1968 bis 1983, beschreibt eine Würdigung Gerhard Rohdes (1931–2015) aus dem Jahr 2001 unter der Überschrift „Unruhe des Musiklebens“. Daneben war Bernbacher mehrfach Vorsitzender der Satzungskommission des DMR und im Hauptausschuss für die „Konzerte des Deutschen Musikrates“. Zusammen mit Klaus Hashagen rief er die „Tage Neuer Musik Hannover“ ins Leben und auf Schloss Weikersheim begründete er 1965 den Opernkurs der JMD.