Russlands Talentschmiede

Zentrale Musikschule Moskau wiedereröffnet


(nmz) -

Die Zentrale Musikschule Moskau am dortigen Tschaikowsky-Konservatorium, Heimstatt für derzeit rund 400 musikalische Hochtalente, konnte im März nach fast zwei Jahrzehnten dauernder Renovierung ihr ehemaliges zentrales Musikschulgebäude endlich wieder in Betrieb nehmen, feierlich eingeweiht durch den aktuellen und den (damaligen) Kulturminister der 80er-Jahre, der dazu seiner Zeit den Start gab.

Ein Artikel von Eckart Rohlfs

Rund 25 Millionen Dollar sind inzwischen in das praktisch neue, auf musikalische Zwecke besser abgestimmte Raumkonzept investiert worden, natürlich mit erstrangigen akustischen und schalldämmenden Voraussetzungen für unendlich viele Unterrichts-, Übe- und Ensembleräume, über wenigstens vier Stockwerke verteilt. Dazu eine einzigartige fachliche Ausstattung, wenn man nur an die 18 neuen Steinway-Konzertflügel, zehn Kawai-Pianos und zwei Harfen nobelster amerikanischer Bauart denkt.

Seit bald 75 Jahren werden von den Top-Lehrern dieser Zentralen Musikschule in Moskau hochtalentierte Kinder und junge Menschen musikalisch und pädagogisch auf einem hohen Niveau, mit höchstem künstlerischen und technischen Anspruch ausgebildet, mittlerweile nicht mehr nur in den ursprünglichen Hauptfächern Klavier, Geige und Cello, sondern längst erweitert auf alle Instrumente einschließlich Dirigieren und Komposition. Die erstaunlichen Ausbildungsergebnisse schlagen sich zum Beispiel in der jährlich hohen Zahl russischer Preisträger internationaler Wettbewerbe nieder, was dieser Schule zusammen mit der in St. Petersburg einen unglaublichen Prestige-Gewinn einbringt. Inzwischen unterrichten und konzertieren weltweit eine Vielzahl jener Musiker, die hier die Grundlage ihres musikalischen Könnens erfahren haben und vermitteln diese weiter, von Generation zu Generation.

Die Zentrale Musikschule Moskau, in deren Internat Russlands höchstbegabte Kinder aus den Musikschulen des weiten russischen Landes nach strengen Aufnahmeriten fachliche Betreuung finden, verbindet mit etwa je 20 Wochenstunden die Pflichtfächer allgemeiner Schulbildung mit jener einer konzentrierten Musikausbildung, abgesichert durch regelmäßige Prüfungen, um gleichwohl das Curriculum des russischen Sekundarsystems zu erreichen. Fünfjährige finden Aufnahme in der Vorschule. In neun Ausbildungsgrade gliedern sich die üblichen weiteren elementaren und fortgeschrittenen Schulstufen. Sie münden schließlich in die professionell orientierte Ausbildung. Das schließt selbstverständlich Gehörbildung und allgemeine Musiklehrer ebenso ein wie eine Vielzahl Ensemblefächer, von Kammermusik bis zum leistungsfähigen Symphonieorchester.

Hehres musikalisches Ausbildungsziel, so Alexander Nikolaevich Yakupov, derzeitiger Direktor der Zentralen Musikschule Moskau, bleibt dabei die Vorbereitung einer solistischen Laufbahn und dies in der Obhut hochqualifizierter Professoren des nebenan gelegenen Staatskonservatoriums Moskau. Gerade ging auch ein 2. Klavierwettbewerb der Zentralen Musikschule Moskau zu Ende, abgestimmt auf das Ausbildungsalter bis zu 13 und bis zu 18 Jahren, international in soweit als Pianisten aus dem weiten internationalen Territorium Russlands, einschließlich seiner benachbarten Länder, willkommen waren. Wenn man sich das dafür georderte verlangte mehr-epochige Vorspiel-Repertoire von zweimal 20 Minuten plus ein Klavierkonzert vorstellt, versteht man, mit welchem Trainings- und Erfahrungsvorsprung junge Russen in den Preiskategorien internationaler Wettbewerbe landen.

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