Verdienstmedaille für Christian de Witt

Musikfest der Zupfer mit Uraufführung und einem Abschied


(nmz) -
Das Mandolinenorchester „Festklänge“ Wesseling 1920, geleitet von Elke Limbach, eröffnete zusammen mit Helmut Lang, Präsident des Bunds Deutscher Zupfmusiker NRW, am Morgen des 1. Oktobers das zweitägige Musikfest des Verbands in Wesseling. Im Pfarrzentrum St. Germanus erklang eine Sinfonia G-Dur von Vito Ugolino aus dem 18. Jahrhundert. Zweiter Spielort war das Wesselinger Rheinforum. An die zwanzig Ensembles traten auf, darunter alle Landesensembles des Verbands. Zudem gab es Workshop-Angebote mit dem amerikanischen Komponisten Frank Wallace und mit Marlene Mendler, die Zupfer zum Grooven brachte.
Ein Artikel von Robert von Zahn

Ziel des Verbandsvorstands war es, die Musik der Vereine neben die der Auswahlensembles zu stellen, um das breite Spektrum der Zupfmusik in NRW zu zeigen und neue Begegnungen zu ermöglichen. Man darf dem Verband bescheinigen, dass ihm dies ausgezeichnet gelungen ist.

Unter den Vereins-Ensembles seien hier nur wenige mit einzelnen Interpretationen erwähnt: Der Mandolinenverein Harmonie 1931 Dinslaken-Barmingholten, geleitet von Michael Jakob, spielte malerisch „My Home Land“ von Hiro Fujikake und das Mandolinen-Orchester Rurtal 1928 Koslar, geleitet von Stephan Hebeler, trug mit graziler Beschwingtheit den Walzer Nr. 2 aus Schostakowitschs Suite für Varieté Orchester vor.

Einer der Höhepunkte des Fests war das Musikalische Märchen „Oz“ von Lars Wüllner, welches das Juniorzupf-orchester NRW im Rheinforum szenisch aufführte. Das Ensemble ist ein Vorbereitungsorchester für das Landesjugendensemble von Landesmusikrat und Zupfer-Landesverband und wird seit 2009 von Annika Hinsche dirigiert. Wüllners Musik vereint traditionell gezupfte Gitarrenmusik mit neuartigen Klangfarben durch Spieltechniken wie Pizzicato- oder Flageolett-Spiel, teils mit Streichhölzern zwischen den Gitarrensaiten, auch mit Schlagen des Griffbretts mittels einer Blechdose. Sprech­er und Tänzer charakterisieren ergänzend zur Musik mit kurzen Einlagen die Figuren aus dem „Zauberer von Oz“, wobei keine der Einlagen die Musik in den Hintergrund drängt.

Auch das Seniorenzupforchester des Verbands „altra volta“ stellte sich im Musikfest vor. Maxim Lysov dirigierte dabei die Uraufführung von Dieter Kreidlers „Spanish Bass“ für E-Mandoline und Zupforchester. In dem schwungvoll groovenden Stück setzte Solistin Marijke Wiesenekker an der E-Mandoline die virtuosen Akzente. Das Jugendgitarrenorchester „Nylon StringOrchestra“ bot unter Leitung von Ingo Brzoska ein Programm mit Werken von Maldonado, Grieg und Brouwer und auch das Landeszupforches­ter NRW, ein Erwachsenen-Auswahlensemble des Verbandes, zog, angeführt von Dominik Hackner, mit Cesar Bresgens Tanzstück und jugendlichem Drive auf die Bühne des Pfarrzentrums St. Germanus.

Ein lyrisches Highlight des Musikfests war Kuwaharas „Beyond the Rainbow“, gespielt vom Jugendzupforches­ter NRW. Das Konzert des Landesjugendensembles war eines der letzten, das Christian de Witt dirigierte, weshalb dieses Konzert besonders gut besucht war. De Witts designierter Nachfolger Peter Vierneisel saß ebenso im Publikum wie Rüdiger Grambow, Dieter Kreidler, Eckhard Richter und weitere Vertreter des Bundesverbands sowie Reinhard Knoll, Präsident des Landesmusikrats NRW. Dieter Kreidler hielt vor dem letzten Stück des Konzertprogramms eine Laudatio auf Christian de Witt: Der scheidende Dirigent des Jugendzupforchesters stehe im Zentrums eines Geflechts, gebildet von Landesmusikrat NRW mit seiner Arbeitsgemeinschaft der Laienmusikverbände, darunter der Bund Deutscher Zupfmusiker NRW, von Jugend musiziert, von Musikschulen, Hochschullandschaft und Begabtenförderung. Das Jugendensemble gehöre heute zu den überzeugendsten Beispielen von Jugendprojekten in NRW und sei Botschafter der Infrastruktur der Begabtenförderung. Offenheit, Crossover und unbedingte künstlerische Qualität zeichneten de Witts Arbeit aus. Und er gewann durch originelle Programme neue Publikumsgeschichten für das Orchester. Verbandspräsident Helmut Lang überreichte de Witt die Verdienstmedaille des Verbands.

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