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Alle Artikel kategorisiert unter »Heinz-Jürgen Staszak«

„Puccini ist gefährlich“ – Kriminaloper „La Signora Doria“ in Rostock uraufgeführt

14.06.17 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Im Staub, den die kulturpolitische Posse um den geschassten Rostocker Intendanten Latchinian aufgewirbelt hat, ist die Rostocker Oper nahezu unsichtbar geworden. Nur drei Musiktheater-Produktionen gab es in dieser Saison: ein Offenbach-Verschnitt, den wackeren „Zar und Zimmermann“ und das Musical „Ein Käfig voller Narren“. Das Solistenensemble der Oper ist auf acht Personen herunter gespart worden.

Vernutzung des Schrecklichen – Gounods „Margarethe“ in Schwerin

16.05.17 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Mit der vierten Arbeit des neuen Hausregisseurs Toni Burkhardt (38) beendet das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin seine Indoor-Musiktheater-Saison, mit Charles Gounods Opéra lyrique „Margarethe“ (1869), eine große Ausstattungsoper, entlehnt aus Goethes „Faust“. Das sieht aus wie ein riesiges Arbeitspensum, täuscht aber, denn drei dieser Arbeiten sind Übernahmen aus dem Theater Nordhausen, dem vorherigen Wirkungsort des Regisseurs; so ungeniert ist das nicht üblich.

Lack unserer selbstgewissen Zivilisation – Benjamin Brittens „Peter Grimes“ am Theater Schwerin

11.04.17 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Toni Burkhardt (38), der seit 2009 Spiel- und Oberspielleiter am Theater Nordhausen war, bestimmt seit dem Saisonanfang als Operndirektor die Geschicke des Musiktheaters am Mecklenburgischen Staatstheater, im Gefolge des Intendantenwechsels von Lars Tietje von Nordhausen nach Schwerin, der dabei – wie heute üblich – seine künstlerischen Führungsteams mitgenommen hat. Jetzt prägt Burkhardt entscheidend Konzept und künstlerische Qualität des Schweriner Musiktheaters.

Rote Fäden im Kaleidoskop der Moderne – Festspiele Mecklenburg-Vorpommern

05.09.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
„Pavillon der Jahrhunderte“ nennt sich ein neues Konzertformat, das das Klassik-Festival „Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“ gemeinsam mit der Körber-Stiftung entwickelt und vor zwei Jahren mit dem Amtsantritt seines neuen Intendanten Dr. Markus Fein eingeführt hat, um jenseits der bloßen Steigerung des Glamourfaktors durch hochkarätige Musiker und kulinarische Mainstream-Programme neue Möglichkeiten der Nachhaltigkeit zu erproben.

Per Dropkick überstylt: Giuseppe Verdis „Aida“ an die Schweriner Luft gesetzt

11.07.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Nach 17 Jahren bringt das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin bei seinen 24. Schlossfestspielen wieder Verdis „Aida“ auf die Open-Air-Bühne. Das besondere Attraktivitäts-Potenzial dieser Festspiele, die sommers bis zu 30.000 Besucher anlocken, liegt in ihrem reizvollen Ort: Der Alte Garten, ein städtischer Platz, besäumt von Burgsee und Schlossinsel.

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern eröffnen mit Uraufführung von Milliken

19.06.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Eröffnungskonzerte großer Festivals haben ihre eigenen Gesetze, vom Kommerz nicht unberührt. Da werden die prunkvollen Schaustücke aus der Vitrine des Repertoires hervorgeholt, ein glanzvolles Solistenkonzert, eine bedeutungsvolle, nicht allzu irritierende Sinfonie, aufpoliert durch die Kunst großer Namen. Auch bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern war dies häufig so. Aber diesmal, bei der Eröffnung des neuen Jahrgangs am Freitag in der Wismarer St.-Georgen-Kirche war es anders.

Glühender Orchesterbrand in Schwerin – „Salome“ von Richard Strauss

27.04.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Eine Frau lässt einen Mann töten, seinen Kopf auf einer Silberschüssel reichen, damit sie ihn endlich küssen kann. Die Frau ist die judäische Prinzessin Salome. Sie ist, als Teil der Heilsgeschichte von Johannes, dem Täufer, zu einem Mythos der europäischen Kultur geworden. Oscar Wilde machte sie 1891 zu einem Symbol des verderblichen Zusammenhangs von dämonisierter Sexualität und Tötungslust, woraus Richard Strauss 1905 seine erfolgreiche und damals skandalumwitterte Oper „Salome“ machte.

In bedrohlich zitternder Klanglichkeit zum unerbittlichen Inferno – „Dog Days“ in Schwerin

15.03.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
„Holt mein Gewehr!“ sagt der Vater am Beginn zu seinen beiden Söhnen, denn er will einen streunenden Hund erschießen; die Mutter hat Mitleid, die jüngste Tochter Lisa will sogar einen verkleideten Menschen in ihm entdecken und so entkommt der Hund. Am Schluss sagt der Vater wiederum diesen Satz und diesmal schießt er – und trifft. Zwischen diesen beiden Polen spannt sich die Oper „Dog Days (Tage des Hundes)“ aus, komponiert vom Amerikaner David T. Little, erst 2012 als Projektproduktion in New York erfolgreich uraufgeführt; die „New York Times“ hatte ihr die Potenz zum „bahnbrechenden amerikanischen Klassiker“ bescheinigt.

Kulturelle Sensationen in der Villa Papendorf: Elisabeth Leonskaja mit Schubert-Programm

17.02.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
„Weltstars im Wohnzimmer“, mit dieser griffigen Alliteration bewirbt die Villa Papendorf, gelegen im gleichnamigen 2500-Seelen-Dorf nahe Rostock an der Warnow, ihre musikalisch-literarischen Veranstaltungen. Beileibe kein vollmundiger Werbeslogan, sondern vorn und hinten zutreffend.

Die integrative Kraft der Musik – Konzert des „Expat Philharmonic Orchestra“ in Rostock

05.02.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Manchmal übersteigen klassische Konzerte die ästhetische Selbstgenügsamkeit und gewinnen unmittelbar soziale Realität. Meist nicht nur dadurch, wie in ihnen musiziert wird, sondern eher dadurch, was und unter welchen Umständen musiziert wird. Von solcher Art war eine Aufführung von Beethovens „Neunter“ am Freitag vergangener Woche in der Rostocker Konzertkirche St. Nikolai, die zu einem denkwürdigen politischen Ereignis im kulturellen Gewand wurde, platziert im Problemfeld von „Flüchtlingskrise“ und Zuwanderer-Integration.
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