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Alle Artikel kategorisiert unter »Mathias Nofze«

Der süße Zucker des Skandals: Das Théâtre des Champs-Elysées wird 100 Jahre alt und erinnert an Strawinskys „Le Sacre du Printemps“

15.05.13 (Mathias Nofze) -
Handfeste Skandale kennt die Musikgeschichte eine ganze Menge. Mal prügeln sich Primadonnen auf der Bühne, dann pfeifen blasierte Aristokraten den „Tannhäuser“ vom Spielplan oder es landen Stinkbomben im Festspielhaus. Mal erregt Aida als Putzfrau die Gemüter, mal fordern Studenten Diskussion statt Oper, mal hagelt es „Watschen“ zwischen Konservativen und Avantgardisten im Publikum. Vieles davon taugt nicht dazu, verklärt zu werden, anderes hat sich im Laufe der Zeit vom Skandal zum Edelskandal entwickelt.

Im Weinberg vom Klang umhüllt: Die neue Pariser Philharmonie nach Plänen von Jean Nouvel findet ihren Platz

12.02.13 (Mathias Nofze) -
Alle 2.400 Plätze sind besetzt, der Saal ist, könnte man sagen, ausverkauft. Doch bis die neue Pariser Philharmonie tatsächlich ihre Tore öffnet, dauert es noch anderthalb Jahre. Ein „volles Haus“ kann hingegen schon jetzt das Akustik-Modell des Konzertsaals vermelden: 2.400 identische, handtellergroße Puppen sitzen da schön aufgereiht im Parkett, auf Balkonen und Terrassen.

Blick in Nachbars Garten: eine Konzertreihe im Pariser Goethe-Institut

30.10.12 (Mathias Nofze) -
Marion Lénart, Harfenistin im Ensemble 2e2m, wendet sich ans Publikum: „Bevor ich anfange zu spielen, möchte ich Ihnen kurz die Geschichte meines Instruments erläutern“. Klingt nach hausbackenem Volkshochschulseminar. Stattdessen beginnt im Saal des Pariser Goethe-Instituts eine poetische Zeitreise, die mehrmals in die Vergangenheit und wieder zurück in die Gegenwart führt.

Gemeinsames Musizieren als Mittel zur Integration: zum viertägigen Kongress „Europa InTakt“ an der TU Dortmund

06.11.10 (Mathias Nofze) -
Sie ist eine klingende Ikone: die „Promenade“ aus Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“. Man kennt sie in der Klavierfassung oder im prächtigen Blechbläsergewand bei Ravel oder, weicher gepolstert, mit Holzbläsern und Streichern bei Tushmalov. In der Propsteikirche in der Dortmunder City gehört die Melodie einer Klarinette, zu der sich dezente Trommelklänge und Vibraphonglissandi gesellen.

Fahre mit Christus nach Bahia ...

29.03.10 (Mathias Nofze) -
Robert Schumann hat noch eine Zeit lang mit sich gerungen, wem er dienen wollte, der Poesie oder der Musik. Im gegenwärtigen Zeitalter der Multioptionalität hingegen fühlen sich immer mehr Künstler zum Allrounder berufen. Wolfgang Niedecken, Sänger der Kölschrock-Formation BAP, tauscht regelmäßig das Studio mit dem Atelier.

Kultur überlebt jede Krise: Diskussion zur Zukunft der Musikschulen in Bonn

03.03.10 (Mathias Nofze) -
Die marktradikale Utopie in Sachen Musikschule sieht so aus: den Instrumentalunterricht bieten private Musikschulen an, die Schüler oder deren Eltern bezahlen das Ganze aus eigener Tasche. Musikalische Bildung wird damit zum Luxusgut. So weit ist es, mindestens in Deutschland, noch nicht. Doch geraten allerorten die städtischen Musikschulen unter Spardruck, nicht selten schicken die Kämmerer Unternehmensberatungen durch die Institute, um Einsparpotenziale aufzuspüren.

Wo die Neue Musik zur TransMusic wird

01.02.07 (Mathias Nofze) -

„ensemble 07“ – das klingt ein bisschen, als sei James Bond unter die Musiker gegangen. Mit künstlerischen Ambitionen des Geheimdienstmannes, der bekanntlich viel lieber Solo spielt, hat das „ensemble 07“ jedoch nichts zu tun, sondern mit denen einer neu gegründeten „Europäischen Ensemble-Akademie“. Die vereint insgesamt vier musikalische Formationen, neben dem „ensemble 07“ noch das „ensemble perspektiv“, das „European Movement Jazz Orchestra“ sowie das „Basement Pop“. Im Herbst vergangenen Jahres initiierte der Deutsche Musikrat das Projekt, das wesentlich von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. Anlass war die seit dem 1. Januar 2007 laufende, sechsmonatige EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands, zudem die Tatsache, dass es in diesem Zeitraum den 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge zu feiern gilt. Mit ihnen wurde die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und damit die Grundlage für die EU geschaffen.

Große Nachtmusik für Streichquartette

01.12.05 (Mathias Nofze) -

„Das europäische Streichquartett: vier Männer in Schwarz schuften sich mit ihren Bögen aus Holz ab, mit Rosshaaren und Schafsgedärmen“. Das Zitat entstammt einem Buch des Schriftstellers Pascal Quignard mit dem Titel „Der Hass auf die Musik“. Zwar entspricht das Bild längst nicht mehr der Wirklichkeit, doch als Karikatur habe es ihn „amüsiert“ und inspiriert, meinte der Komponist Alexandros Markeas während einer Gesprächsrunde bei der „Langen Quartettnacht“ im Kunstmuseum.

Die Einsamkeit des Dirigenten vor dem Orchester

01.09.03 (Mathias Nofze) -

Vormittägliche Probe in der Beethovenhalle in Bonn: Auf den Pulten des „BOB“, des Beethovenorchesters Bonn liegt Antonin Dvoraks Sinfonische Dichtung „Die Mittagshexe“. Vor dem Ensemble steht der junge, aus Tallin in Estland stammende Dirigent Mihkel Kütson. Er hat nur noch diese Probe, um Details zu verbessern, am Klang zu feilen oder schlagtechnische Unklarheiten zu beseitigen. Für übermorgen, Freitag, ist das Abschlusskonzert des „Dirigentenforums“ angesetzt. „Sehr viel Vibrato auf das Pizzicato“, verlangt Kütson einmal, danach muss die klangfarbliche Tönung von Piccoloflöte und Röhrenglocke abgestimmt werden und ein anderes Mal ist der Anschluss von Ersten und Zweiten Violinen noch nicht „perfekt“. So probt sich Kütson im Wechsel von filigraner Detailarbeit und dem Durchspielen längerer Passagen von hinten nach vorne durch das Stück. Fast unmerklich schleicht sich während der Probe Peter Gülke, ehemals Generalmusikdirektor der Wuppertaler Sinfoniker, danach Professor für Dirigieren an der Freiburger Musikhochschule, mitten ins Orchester und beobachtet die Körpersprache des Probanden am Dirigentenpult. Peter Gülke zählt zum Kreis erfahrener Dirigenten, mit denen der Deutsche Musikrat im Rahmen seines Förderprogramms „Dirigentenforum“ zusammenarbeitet. In diesem Projekt erhalten junge Dirigenten die Möglichkeit, mit renommierten Dirigenten und zirka vierzig Spitzenorchestern in ganz Deutschland zusammenzuarbeiten. Die Teilnehmer durchlaufen mehrere Förderstufen, am Ende kann die Auszeichnung „Preisträger des Dirigentenforums“ stehen. Als Mentoren hat der DMR immer wieder namhafte Persönlichkeiten wie Fabio Luisi, Claus Peter Flor oder Roger Norrington gewinnen können – und eben Peter Gülke. Er ist ein Mann der leisen Töne, des unaufdringlichen, gleichwohl klaren Urteils, auch mit Blick auf die eigene Zunft: „Schaumschläger gibt es in diesem Metier genug.“

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