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Singpädagogik – nur für Erwachsene?

30.06.11 (Uli Führe) -
Für wen singen wir?
Wer kennt das nicht? Da stehen sie, die Kinder, und schauen auf die Musikpädagogin. Und sie? Sie schaut mit einem „komm-sing-doch-mit“-Blick zu den Kindern. Das ist ja nichts Verwerfliches. Wer viele Musikpädagogen/-innen gesehen hat, weiß, dass das heute der Standard ist. Die Kinder erleben Singen oft als gemachte Veranstaltung. Sie bekommen mit, da wird etwas für sie inszeniert. Musik als Aktivierung. Musik als Programm. Man stelle sich vor, ein Vater würde im Auto mit den Kindern fahren und bei jedem Blinken, Schalten oder Steuern sich zu den Kindern auf den Rücksitzen hinwenden: Da schaut, so schaltet man, so steuert man, so blinkt man. Nein, er fährt einfach ohne Bedienungskommentar. Und die Kinder bekommen mit: Der macht was ganz Selbstverständliches. Der bringt uns vorwärts. Das ist sein Ding. Und wenn die Mutter fährt, ist es ihr Ding. Schnelles Fortkommen ist selbstverständlich.

Stimmige Persönlichkeiten statt Perfektionismus

11.06.09 (Uli Führe) -
Ich habe ja das große Vergnügen, durch meine umfangreiche Kurstätigkeit jährlich 1.000 bis 1.500 Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen im ganzen deutschsprachigen Raum zu begegnen. Dabei ist das Singen das zentrale Thema. Und es gibt doch noch einige Pädagoginnen, denen ein unverkrampftes Verhältnis zum Singen geschenkt ist. Diese brauchen hier nicht weiter zu lesen. Doch begegne ich auch sehr vielen Pädagoginnen, die zutiefst verunsichert sind. Sie trauen sich einfach nicht zu, ein Lied anzustimmen: Ich kann doch nicht singen! Ich kann kein Instrument spielen! Diese Menschen wurden in ihrer musischen Ausbildung sträflich vernachlässigt. Gleichzeitig schweben hohe Ansprüche über den Pädagoginnen. Nicht zuletzt sind da auch die vielen Kinderstimmbildungsbücher verantwortlich, die in hehrer Absicht richtige, und doch kontraproduktive, Ansichten verbreiten.

Einfache Botschaften

26.08.08 (Uli Führe) -
Der armen U-Musik haftet immer ein Hauch von Seichtheit an. Wenn man an die Retortenmädels vom Schlage einer Britney Spears, den No Angels oder an den überspannten Küblböck-Frosch denkt, dann müsste man es eigentlich mit der Angst zu tun bekommen. Bekommt man aber nicht. So etwas ist kein Kulturschaden. Das sind zwangsläufige Erscheinungen einer unerschöpflichen und vitalen Unterhaltungsindustrie. Diese Industrie verbraucht und gebiert ständig Futter. In immer wiederkehrenden Varianten verschlingen wir zeitgemäße Sensationen, die zwischen Exhibitionismus, Begabung, Zeitgeist und Gier angesiedelt sind. Solche Phänomene sind uralt. Kein Musiker würde behaupten, dass zum Beispiel Paganini eine Herausforderung für den Verstand wäre. Er beeindruckt mit aberwitzigen Dezimläufen und denkbar weiten Sprüngen den Kulturzirkus. Applaus. Im nächsten Jahr kommt einer, der es noch schneller kann. Ein anderer schafft es mit Liszt und Tücke. Art Tatum vollbrachte wahre Wunder mit seinen breiten Händen. Unnachahmlich ist seine Virtuosität, mit der er schlichte Boogies und Bluesnummern aufgedonnert hat. Aber auch hier wird die Geschwindigkeit oft zum Selbstläufer. Und es macht Spaß so etwas zu hören, ähnlich begeistern uns die Mitglieder vom chinesischen Staatszirkus. Ob rasante Chromatikläufe oder Tellerakrobatik, ob schrilles Outfit unter dem dünnen Stimmchen oder ein Affe, der schreiben kann, all diese Unterhaltung nimmt uns ein Weilchen fort vom Alltagsort.
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