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Innovationen für die musikalische Bildung

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Zum Hochschulwettbewerb Musikpädagogik 2026
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Zum 16. Mal fand im Frühjahr 2026 der Hochschulwettbewerb Musikpädagogik der Rektor:innenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) statt. Die Finalrunde, die an der Hochschule für Musik Dresden ausgetragen wurde, machte erneut sichtbar, welche Innovationskraft, gesellschaftliche Relevanz und fachliche Reflexionsfähigkeit die musikpädagogische Arbeit an den deutschen Musikhochschulen auszeichnet.

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Bereits ein Blick auf die eingereichten Beiträge verdeutlicht die thematische Breite des Wettbewerbs. Die Projekte reichten von Fragen demokratischer Teilhabe und Mitbestimmung über Diversität, Inklusion und Generationenlernen bis hin zu aktuellen Themen wie Digitalität, Populärkultur, Musikgeragogik oder Kooperationen zwischen Bildungsinstitutionen und zur musikpädagogischen Auseinandersetzung mit Deutschrap und Techno. Die Vielfalt der Einreichungen zeigt eindrucksvoll die große Breite aktueller musikpädagogischer Fragestellungen und zugleich den Anspruch, gesellschaftliche Entwicklungen aufzugreifen und aktiv mitzugestalten.

Aus den Einreichungen wählte eine musikpädagogische Fachjury mit starker studentischer Beteiligung vier Finalbeiträge aus. Diese wurden in der charmanten Atmosphäre des Theaters am Wettiner Platz in Dresden im Rahmen der diesjährigen Rektor:innenkonferenz der deutschen Musikhochschulen vor zahlreichem Publikum öffentlich präsentiert. Die Palette der Themen spiegelte zentrale Herausforderungen gegenwärtiger musikpädagogischer Praxis wider. Das Freiburger Projekt „Auf der Flucht“ verband Musikvermittlung, Demokratiebildung und historisches Lernen in einem Schattentheater zur Musik Mieczysław Weinbergs. Die Kölner Finalistin Clara Flaksman stellte mit ihrer Analyse deutschsprachiger Kinderlieder Fragen nach Diskriminierung, Genderstereotypen und Gewalt in den Mittelpunkt. Diana Räuber und Ines Zacharias aus Trossingen präsentierten einen groß angelegten Schüler:innen-Studierenden-Chorworkshop, der schulische und hochschulische Lernräume miteinander vernetzte. Das Düsseldorfer Projekt „KollaPra Digi – Vom Üben zum Lehren“ entwickelte schließlich ein digital gestütztes Peer-Learning-Modell, das neue Perspektiven auf musikalische Lern- und Übeprozesse eröffnet.

Die im Vorfeld durch ein Präsentations-Coaching unterstützten Finalist:innen überzeugten durch bemerkenswert professionelle und lebendige Vorstellungen. Diese und die jeweils anschließende empathische Beantwortung von Fragen in der Finalrunde konnten heuer erstmals via Online-Streaming von Studierenden und Kolleg:innen aus ganz Deutschland live und in professioneller technischer Qualität mitverfolgt werden – ein großes Kompliment gebührt dem Team der Musikhochschule Dresden! Damit wurde ein wichtiger Meilenstein hin zu mehr Sichtbarkeit, Vernetzung und Partizipation des Wettbewerbs erreicht. Eine derart niederschwellige Zugänglichkeit kann dazu beitragen, den Wettbewerb noch stärker an den Hochschulen zu verankern.

Der Wettbewerb macht zudem Perspektiven musikpädagogischer Exzellenz sichtbar: Gefragt sind innovative, relevante Ideen und Fragestellungen ebenso, wie eine Kontextualisierung im Fach- und gegebenenfalls Wissenschaftsdiskurs, eine qualitätvolle Reflexion und eine überzeugende Kommunikation.

Eine besondere Bedeutung erhält der Hochschulwettbewerb durch seinen institutionellen Rahmen: Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Staatsempfangs des Freistaats Sachsen statt und brachte Vertreter:innen der deutschen Musikhochschulen, der Fachverbände sowie der Kultur- und Wissenschaftspolitik zusammen. Die Preise wurden durch Staatsminister Sebastian Gemkow gemeinsam mit dem Dresdner Hochschulrektor Lars Seniuk überreicht. Die enge Zusammenarbeit der RKM mit den beiden preisstiftenden Verbänden – dem Bundesverband Musikunterricht (BMU) und dem Verband deutscher Musikschulen (VdM) – unterstreicht die hohe Bedeutung des Wettbewerbs für das gesamte Feld musikalischer Bildung.

Der Hochschulwettbewerb Musikpädagogik hat sich in den vergangenen Jahren als bedeutendes Forum für Innovationen in der musikalischen Bildung etabliert. Er macht sichtbar, welche Ideen an den Musikhochschulen entstehen, fördert den fachlichen Diskurs und trägt dazu bei, die gesellschaftliche Relevanz musikpädagogischer Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit vor Augen zu führen.

Zugleich muss sich der Wettbewerb kontinuierlich neu erfinden und weiterentwickeln. Dabei stellen sich Fragen nach zeitgemäßen Zugängen und Formaten ebenso wie danach, wie seine Impulse noch stärker in die Musikhochschulen hineinwirken können.

Mit großem Dank an alle Studierenden, die sich an diesem Wettbewerb aktiv beteiligt haben und die tolle Jury und in Vorfreude auf die nächstjährige Finalrunde im Mai 2027 in Stuttgart. Alle Interessent:innen seien schon jetzt herzlich eingeladen!

Gerhard Sammer
Juryvorsitzender

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