Europäischer Museumsfrühling in Österreich


04.04.02 -
"Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken": Die fünf Sinne sind das Leitmotiv des vierten "Frühlings der Museen" (Printemps des musées), der am 7. April in ganz Europa begangen wird.
04.04.2002 - Von Webwatch, KIZ

Über eintausend Museen - rund 800 französische sowie mehr als 200 weitere aus 22 anderen europäischen Staaten - sind Teil der französischen Initiative, die mittlerweile unter der Schirmherrschaft des Europarats steht. Sonderprogramme zum Thema und (teilweise) Gratis-Eintritt sollen die Besucher anlocken. Mit der Österreichischen Galerie Belvedere und dem Schloss Schönbrunn sind zum zweiten Mal auch österreichische Institutionen vertreten, hieß es auf der Website des Museumstages.

Im Schloss Schönbrunn gibt es spezielle Kinderführungen: Die Welt um “Maria Theresia und ihre Kinder” ist nicht nur anschaulich, sondern getreu dem Tagesmotto mit allen fünf Sinnen zu erfahren. Höhepunkte der Führung sind nicht nur diverse Tast- und Riechobjekte, sondern auch das Erlernen der höfischen Fächersprache, dem “wichtigsten Kommunikationsmittel des 18. Jahrhunderts”, so die Ankündigung durch das Schloss Schönbrunn. Zum Abschluss der Führung haben alle Kinder die Möglichkeit, sich in ein “Kaiserkind” zu verwandeln. Der Eintritt zu den zwei Sonderführungen (11 und 15 Uhr) beträgt 3,60 Euro, für Erwachsene 6,50 Euro.

Das diesjährige Thema der “fünf Sinne” bewog die Österreichische Galerie, im Zuge eines “großen Festes” spezielle Vermittlungsprogramme für blinde und gehörlose Menschen anzubieten. Das “richtige 'Sehen' eines Kunstwerkes durch gekonnte Beschreibung und Stimmungsvermittlung” soll blinde Menschen ansprechen, aber auch sehende Menschen einladen, “ein Museum einmal anders, nämlich mit allen Sinnen zu begreifen”, so die Ankündigung. Werke von Klimt, Kokoschka und Waldmüller werden betrachtet und beschrieben, unterstützt wird die “Gehaltsaufbereitung” durch verschiedene Sinne ansprechende Illustrationen der Bilder vor allem mit Frühlingsblumen und Grünpflanzen, die das Botanische Institut der Universität Wien zur Verfügung stellt.

“Skulpturen-Begreifen” im Wortsinn, unter fachkundiger Anleitung, ist weiters im Belvedere ebenso möglich wie das Erfahren von Barock-Architektur bei Schlossrundgängen. Duftende Frühlingsflora lockt in den neben dem Belvedere gelegenen ältesten Alpengarten Europas sowie in den neu eröffneten Bonsaigarten, “Geschmackseindrücke vielfältiger Art” bietet schließlich das Cafe-Restaurant. Ebenso gibt es ein eigenes Kinderprogramm, mit “gemalten Frühlingsbildern”, Skulpturen, die “mit allerlei Sinnen wahrgenommen werden”, und einer Bilderreise durch die Welt der Musik (ab 12). Der Eintritt im Belvedere beträgt 5 Euro, den Alpengarten kann man zu (ermäßigten) 1,8 Euro besuchen, der Materialbeitrag für die Kinderprogramme beträgt 3 Euro. Für behinderte Menschen ist der Eintritt frei.

Im Zuge des Museumsfrühlings-Programmes sind übrigens im Musee des Beaux-Arts in Tour zwei Bilder-Serien aus dem 17. Jahrhundert nach Abraham Bosses “Die fünf Sinne” zu sehen, deren eine vom Museum Schloss Schwarzenberg (Murau, Steiermark) entliehen wurde, hieß es auf der Website.









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