Hochschulbibliotheken bluten aus


02.01.02 -
Hochschulbibliotheken bluten aus - Deutschland verliert international den Anschluss
Deutscher Kulturrat fordert die Bundesregierung und die Landesregierungen auf, Hochschulbibliotheken ausreichend auszustatten
02.01.2002 - Von Olaf Zimmermann, KIZ

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, fordert die Bundesregierung und die Landesregierungen auf, den Hochschulen ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen, damit die Bibliotheken internationale Fachzeitschriften anschaffen können.

Die Euroschwäche und Preissteigerungen führen derzeit zu immensen Erhöhungen der Bezugsgebühren für wissenschaftliche Fachzeitschriften aus dem Ausland. Diese Preissteigerungen haben zur Folge, dass in den Hochschulbibliotheken bis zu 30% der Zeitschriftenabonnements gekündigt wurden. Durch diese Maßnahmen entstehen nicht wieder zu schließende Lücken im Zeitschriftenbestand, die den Wissenschaftsstandort Deutschland dauerhaft beschädigt.

Studierende und Wissenschaftler können die internationale Fachdiskussion nicht mehr in der notwendigen Weise verfolgen. Deutschland ist in Gefahr im Wettbewerb mit den anderen großen Industrienationen den Anschluss zu verlieren.

Der Deutsche Kulturrat fordert Bund und Länder auf:


Bibliotheken mittelfristig finanziell so auszustatten, dass ein dauerhafter Zugang zu allen Publikationsformen wissenschaftlicher Information gesichert wird, der wichtige Zugang zum Internet ersetzt keinesfalls den regelmäßigen Bezug internationaler und nationaler Fachzeitschriften,

Bibliotheken kurzfristig Mittel zur Verfügung zu stellen, damit die aufgrund der Euroschwäche entstandenen Lücken in den Erwerbungsetats umgehend ausgeglichen werden können.
Nur Reden über die Bedeutung des Wissenschaftsstandortes Deutschland reicht nicht aus, jetzt muss gehandelt werden!

Berlin, den 11.01.2001

















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