Königswinterer Musikschule senkt die Rabatte um die Hälfte


27.02.02 -
140 000 Euro Zuschuss ist Politikern zu viel - Rotstiftaktion spült 13 000 Euro in die Kasse:
Königswinter. (ff) Kleinvieh macht auch Mist. Diesen Spruch haben sich Kultusverwaltung und Kommunalpolitiker zu Herzen genommen und durch viele kleine Rotstiftaktionen den Zuschussbedarf der Königswinterer Musikschule gesenkt - ohne die Gebühren zu erhöhen.
27.02.2002 - Von Webwatch, KIZ

Die waren nämlich schon zum 1. August 2001 angehoben worden und sollten nun nicht nochmals steigen.
Ein Zuschussbedarf von fast 14 000 Euro - da war für die Politiker das Ende der Fahnenstange erreicht. 127 000 Euro soll die Musikschule in diesem Jahr an Zuschuss aus dem Stadtsäckel erhalten - keinen Cent mehr. Die Verwaltung tüftelte ein Konzept aus. Und dessen Folgen bekommen vor allem Musikschüler zu spüren, die bis dato Ermäßigungen auf ihre Unterrichtsgebühren genossen.

Außerdem müssen Musiker, die von der Musikschule Instrumente ausleihen, künftig mehr Geld berappen: Für Musikschüler steigen die Leihgebühren um 20, für Nicht-Musikschüler gar um 50 Prozent.

Was ändert sich konkret? Ein Kind lernt Trompete und Saxophon an der Musikschule Königswinter. Beide Instrumente gelten als Hauptfächer. Früher gab es in diesem Fall 15 Prozent Gebühren-Ermäßigung; ab sofort nur noch 7,5 Prozent. Das Gleiche tritt ein, wenn zwei Familienmitglieder Unterricht nehmen: Statt bisher 15 gibt's künftig nur noch 7,5 Prozent Rabatt. Beides spült Geld in die Kassen der Musikschule: Die Reduzierung dieser beiden Ermäßigungen um die Hälfte macht aufs Jahr gesehen insgesamt 5 300 Euro aus.

Rund 6 700 Euro mehr nimmt die Musikschule ein, wenn auch die Vergünstigungen für Schüler aus Familien mit drei Teilnehmern beziehungsweise für kinderreiche Familien (ab drei Kindern) mit zwei Schülern fallen. Hier sinkt die Ermäßigung jetzt ebenfalls um die Hälfte auf nur noch 12,5 Prozent. Abgeschafft wird zudem die so genannte Härtefallregelung: Demnach erhielten bislang Schüler aus Familien mit drei Kindern eine 25 prozentige Ermäßigung, auch wenn nur ein Familienmitglied Unterricht nimmt.

Die Ermäßigungen stammen noch aus der Urfassung der Gebührensatzung von 1991 und sind aus bildungspolitischer Sicht wünschenswert, meint die Kultusverwaltung. Allerdings kosten all diese “Rabatte” auch ihr Geld: Die Musikschule büßt dadurch jährlich 36 000 Euro ein. Würden überhaupt keine Ermäßigungen gewährt, müssten nur rund 100 000 Mark an Zuschuss für die Musikschule eingestellt werden.

Nicht in Frage kam für die Politiker die Reduzierung des Angebots, etwa bei dem in jüngster Vergangenheit stärker nachgefragten Einzel-Instrumental- oder Instrumental-Kleingruppenunterricht. Die Musikschule hatte im Dezember 2001 exakt 703 Schüler. An ihr unterrichten der Leiter Walter Burger sowie fünf angestellte Lehrkräfte. Darüber hinaus beschäftigt die Musikschule 30 freiberufliche Lehrer. Gefragtestes Instrument 2002 ist die Blockflöte mit 97 Schülern, gefolgt von Klavier (83) und Gitarre (39).
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