Wollte „Musik für alle“ - DDR-Komponist Günter Kochan gestorben


23.02.09 -
Berlin - Einer der bekanntesten Komponisten der DDR, Günter Kochan, ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren in Hohen Neuendorf (Oberhavel), wie seine Familie am Montag dem RBB-Kulturradio mitteilte. Die Musikszene der DDR bereicherte Kochan durch einen Kompromiss aus diktiertem Sozialistischen Realismus und musikalischen Neuerungen.
23.02.2009 - Von kiz-lieberwirth, KIZ

Kochan wurde am 2. Oktober 1930 in Luckau geboren. Er studierte von 1946 bis 1950 an der Hochschule für Musik Berlin-Charlottenburg unter anderem bei Boris Blacher. Danach wurde er Meisterschüler bei Hanns Eisler an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin (Ost). Eislers Einfluss bezeichnete Kochan später als ausschlaggebend für seine Entwicklung.

Von 1948 bis 1951 war Kochan beim noch von den Sowjets kontrollieren Berliner Rundfunk in der Abteilung „Unser Lied, Unser Leben“ beschäftigt. Kochans Ziel war es stets, „Musik für alle“ zu machen. Zu seinem vielseitigen Werken gehörten nicht nur Orchesterwerke (u.a. 6 Sinfonien), Kammermusik, Chorwerke oder Kampflieder, sondern auch Filmmusik, etwa für Fritz Lang, Joseph Losey oder für „Circus“ von Charlie Chaplin. Er arbeitete mit Bertolt Brecht bis zu dessen Tod 1956 zusammen.

Sein Durchbruch gelang ihm 1951 mit dem Konzert für Violine und Orchester, das ihn über Nacht bekannt machte und in vielen Ländern aufgeführt wurde. Im gleichen Jahr ging er als Dozent an die Hochschule für Musik «Hanns Eisler» in Berlin, wo er ab 1967 eine Professur bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1991 innehatte. Zu seinen Schülern zählen u.a. Udo Zimmermann und Friedrich Schenker. 1964, 1979 und 1987 erhielt er den Nationalpreis der DDR. Von 1965 bis 1992 war er Mitglied der Akademie der Künste, daneben einige Jahre Vizepräsident des Komponistenverbandes der DDR.

Als wichtigste Werke sah Günter Kochan die 1965 entstandene Kantate „Die Asche von Birkenau“ an, in der er sich mit Auschwitz auseinandersetzte und die „Musik für Orchester 2“ von 1989, zu der ihn Briefe von Rosa Luxemburg inspiriert hatten. 

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