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Ring 10010110: Götterdämmerung. Foto: Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Ring 10010110: Götterdämmerung. Foto: Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

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Fatales Bilder-Geflimmer – Die KI-Ablehnung durchzieht die „Götterdämmerung“ bei den Bayreuther Festspielen

Vorspann / Teaser

Das Jubiläum „150 Jahre“ scheitert an gutgläubiger Innovations-Orientierung. Denn der „Ring“-Freund muss sich genervt durch die Bilderflut bei beteiligten Fachleuten durchfragen – Erkenntnis: Es gibt tatsächlich eine implantierte Struktur.

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Die fast 15-stündige Spieldauer der gesamten vier Abende wurde durch die Jubiläumszahl 150 geteilt. Das bedeutet, dass „nach jeweils 6 Minuten ein Jahr vorbei ist“ – und jeweils da soll die KI einen visuellen Marker setzen… Beispiel für den eigenen Irrtum: im 1. Aufzug „Walküre“ plötzlich ein Thomas Mann-Foto – nein, nicht der Wagner-Bewunderer, nicht „Wälsungenblut“ (lexikalisch 1906–1921), sondern KI-rechnerisch „1901“ und auch auf dem Hügel ist das Hauptgesprächsthema die erste Buchausgabe der „Buddenbrocks“ (fast sofort Weltliteratur und später Nobelpreis). Wahrscheinlich weist eine projizierte Kuh auf die BSE-Jahre…?

Dergleichen ließen sich nun durchgängig Konnexionen finden – nur: dies nicht auf der Seite 1 des „Ring“-Programbuchs aufzuführen und durchweg zu erklären! Was für eine künstlerisch arrogante, überhebliche Haltung des KI-Teams! Was für eine publikumsunfreundliche, dramaturgisch miserable Kommunikation der Festspielleitung! Allein dies verdiente den final einhelligen Buh-Sturm!

Die Solisten-Reihung in der gesamten Bilder-Flutung der „Götterdämmerung“ kann damit kurz abgetan werden: bunt, austauschbar, nicht erkennbar und schon gar nicht strukturiert nachvollziehbar – also: nicht KI per se, sondern „die KI-Ring-Programmierung“ in dieser Form ist gescheitert! Der Film-, Fantasy- und Science-Fiction-Freund sitzt in diesen, die Sinne strapazierenden Stunden da und kann eher mühelos imaginieren, was die visuellen Digital-Könner im Silicon Valley oder weltweit aus dem weiterhin erschreckend aktuellen Werkhorizont Fulminantes programmiert hätten …, dass womöglich eine Film-Budget-teuere Rechnerleistung unumgänglich ist …  jaja, Wagner wäre ja schon längst in Hollywood …

Für Bayreuth war dagegen musikalisch erfreulich, dass Dirigent Christian Thielemann, das bis auf hitzebedingte kleine Horn-Tonansätze blendend disponierte Festspielorchester, der von Thomas Eitler-de Lint wuchtig volltönende Chor und ein erstklassiges Solistenensemble zusammengefunden hatten. Kleiner Wunsch blieb: Bei Nornen, Rheintöchtern, Waltraute und Alberich mehr Textverständlichkeit. Dafür beeindruckten Magdalena Hinterdobler (3. Norn und Gutrune) und Michael Kupfer-Radecky (Gunter) – überragt real wie vokal vom mächtigen Hagen Mika Kares. Camilla Nylund reihte sich endgültig in die große Brünnhilden-Tradition Bayreuths ein: Ihr bis in den Liebesabschied müheloser Sopran besitzt über alle Strahlkraft hinaus immer wieder auch Wärme. Doch zu Recht ein wenig mehr als alle gefeiert wurde Klaus Florian Vogt. Nur für weißhaarige Festspielbesucher erinnerlich hat einst Wolfgang Windgassen alle vier zentralen Tenor-Rollen in einem Zyklus gesungen – das gelang Vogt ohne hörbare Ermüdung und Einbußen. Kenner könnten sich Loge noch gleissnerischer vorstellen, den traurigen Helden Siegmund dunkler – doch dafür war Vogts heller Tenor für den jungen Siegfried ideal und dann bis ans Ende eben der unbedarft Scheiternde – er also der Stern auf der musikalischen Gewinnseite.

Zum Musik-Jubel kontrastierte eine Schlussidee: „Ring 10010110 – vom Mythos zum Code“ prangt auf jedem Programmzettel. Da wünscht man sich als kritischer Zeitgenosse eine Einladung an diese ganze „Masters of the Universe“-Tech-Etage um ‚Thiel-Musk-Bezos und Konsorten‘ – am besten in den langen 1. Aufzug der Bayreuther „Götterdämmerung“ mit dieser KI – damit diese Herrschaften unumgänglich sehen, was KI vorläufig bezüglich Klang, Tempo, Stimmung und Emotion eben alles nicht kann – und dass Theater eben der Gegenentwurf zu ihrer Digital-Code-Welt ist und bleibt!

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