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Alle Artikel kategorisiert unter »Wolf-Dieter Peter«

Vom Blendwerk der Freiheit – Smetanas „Dalibor“ in Augsburg

08.11.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Mir sind die Augen aufgegangen. Wir sagen das …, weil wir begreifen, was wir doch nicht sehen können“ schrieb Ingeborg Bachmann von Jahrzehnten. Das kann der Hintergrund für die Wahl des soeben zum 5.Staatstheater Bayerns aufgewerteten Augsburger Teams sein, ausgerechnet im Ausweichquartier im Martinipark nicht einen verkaufssicheren Repertoireklassiker anzusetzen, etwa Smetanas „Verkaufte Braut“, sondern sein tschechisch vaterländisch orientiertes, daher nicht so populäres Musikdrama „Dalibor“. Ein reizvolles Wagnis.

Reizvolles vom „ältesten Instrument“ – Bernhard Webers Film „Der Klang der Stimme“

08.11.18 (Wolf-Dieter Peter) -
All diese Investment- und Hedgefond-„Masters-of-the Universe”, die sich allem und jedem überlegen glauben, muss man daran erinnern, dass ihre Geld-Welt sich erst im 16.Jahrhundert etabliert hat – Musik und erst recht Gesang aber so sehr viel älter sind, dass die Herren demütig werden sollten. Das zeigt ein neuer Film – seit einer Woche in Kinos bundesweit.

Von zweifacher Blindheit – Strawinskys „Oedipus Rex“ und Tschaikowskys „Jolantha“ an der Oper Frankfurt

29.10.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Die einzige ganz lichtlose Nacht ist die Nacht der Unwissenheit und der Gefühllosigkeit“ hat die schon als Kind erblindete Helen Keller zeitlos hellsichtig formuliert. Regisseurin Lydia Steier und Frankfurts Operndramaturgie banden einen lange unwissend Blinden und eine ihre Blindheit durch Gefühle Überwindende zusammen.

Überragende Theaterbegabung

09.09.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Giacomo Puccini? Eine Säule weltweiter Spielpläne, dazu eine Vielzahl populärer Werkführer, speziell zu den fünf meistgespielten Opern – dafür kaum profunde Analysen in deutscher Sprache: dieses Missverhältnis moniert Herausgeber und Mitautor Richard Erkens – und behebt es mit dem neuen, gewichtigen Handbuch.

Von Einsamkeit in der Liebe – Uraufführung von Thomas Larchers „Das Jagdgewehr“ in Bregenz

16.08.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Um den Anspruch eines „kompletten Festivals“ zu runden, bietet Bregenz neben den hochklassigen Seebühnenaufführungen und der „Opern-Orchidee“ im Festspielhaus auch seit Jahren die musiktheatralische Entdeckungsreise zu unbekannten oder vergessenen KomponistINNen – gipfelnd immer wieder auch in einer Uraufführung. Schon 2013 fragte Intendantin Sobotka den Österreicher Thomas Larcher, ob er nicht seine erste Oper für Bregenz schreiben wolle. Jetzt folgte die Uraufführung – gleichzeitig die erste Opernregie für den als Schauspieler bekannteren Karl Markovics.

Herausforderung „lockere Heiterkeit“ – Rossinis „Barbiere“ bei den Bregenzer Festspielen

15.08.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Unterhaltsame, gar geistreiche Komik gehört zum Schwersten auf der Bühne. Oft trifft Fritz Kortners knarzige Antwort zu, als ihm nach einer mittelmäßigen Aufführung vorgehalten wurde, er habe doch auch gelacht: „Ja, aber unter meinem Niveau!“ Im Bregenzer Kornmarkttheater gab es viel zu lachen – ohne Schenkelklatscher-Humor und ohne „Zucker für den Affen“…

Vom Tönen des Holzes – Mark Polschers Klanginstallation belebt das Mittenwalder Geigenbaumuseum

12.08.18 (Wolf-Dieter Peter) -
An Hals und Hände würde man sie ihnen wünschen, die historische Hals- oder mehr noch die Schandgeige: dem Großteil unserer heutigen Führungs- und Funktionseliten. Doch an diese Strafform erinnert nur eine Schautafel des Mittenwalder Geigenbaumuseums. Der große Schauraum im Obergeschoß wird erfreulicherweise durch ganz Anderes geprägt: durch das Surround-Sound-Tönen des seit fast 350 Jahren ansässigen Kunsthandwerks, des Geigenbaus - Multitalent Mark Polscher lässt die Besucher ein „Ligneous Encounter“ erleben.

Alte Schuld und neue Scham – Ein Schweizer „Tatort“ erinnert auch an in der NS-Zeit ermordeten jüdischen Komponisten

05.08.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Musikgeschichte ist voll von Ungerechtigkeiten. Da wäre das Großkapitel „Schwarze Stimmen“, denen Richard Powers zumindest in seinem phänomenalen Jahrhundertroman „Der Klang der Zeit“ ein Denkmal gesetzt hat. Im deutschen Sprachraum gibt es das nur wenig ausgeleuchtete Kapitel „In den NS-Jahren ermordete jüdische Komponisten“ – und das greifen nun ausgerechnet ein innovativer „Tatort“ und das neu benannte „Jewisch Chamber Orchestra Munich“ auf.

Treffsichere Puppen-Distanz – In Hochgatterer-Habjans „Böhm“ entlarven Holzpuppen Allzumenschliches

27.07.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Am Ende einhelliger, langer Jubel mit Standing Ovations im Bregenzer Kornmarkttheater – und Brecht hätte seine Freude über den perfekten Verfremdungseffekt gehabt: Nikolaus Habjan hat bei den Bregenzer Festspielen in hundert Minuten ein nie moralinsaures, dennoch entlarvendes Psychogramm des Dirigenten Karl Böhm vorgeführt – durch meist lebensgroße Puppen.

Diva und Tango – Astor Piazzollas „Maria de Buenos Aires“ auf der Bregenzer Werkstattbühne

23.07.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Die musiktheatralische „Orchideen-Pflege“ der Bregenzer Festspieldramaturgie bietet nach der ganz besonderen „Blüte“ im Festspielhaus in der durchweg schwarzen Werkstattbühne nun ein ganz exquisites, argentinisches Nachtschattengewächs: eine „Tango-Operita“… zu der nur leider nicht getanzt werden durfte…
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