Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Wolf-Dieter Peter«

Hurra, er ist da! – Das Pumuckl-Musical an Münchens Gärtnerplatztheater uraufgeführt

20.04.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Ein wochenlanger, schwerer Fall von Epidemie am Gärtnerplatztheater: nahezu alle Abteilungen waren betroffen; lange Schlangen aus Werkstätten, Verwaltung und freiem künstlerischen Personal vor – nein, in den Seitengassen der Probenräume. Ein ganzes Theater schien vom „Pumuckl“-Fieber befallen, denn selbst die ergrauten Mitarbeiter waren mit dem irrlichternden Rotschopf großgeworden, erst recht ihre Kinder und Enkel – via Radio, auf Schallplatte oder Kassette und dann ab den 1980er Jahren im Fernsehen… alle wollten miterleben, wie er anfing, jetzt die Bühne zu erobern.

Von Macht und Menschen – Kreneks „Diktator“ und Ullmanns „Zerbrochener Krug“ im Münchner Cuvilliéstheater

15.04.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Wie alle großen Opernhäuser pflegt auch die eben als Institution ausgezeichnete Bayerische Staatsoper begabte junge Sänger in einem Opernstudio an die Realität dieses Berufs heranzuführen. Dazu gehört als Höhepunkt der Saison eine eigene Produktion unter professionellen Bedingungen: das Münchner Kammerorchester, ein Nachwuchsdirigent, alle elf Solisten des Opernstudios, zwei Spielleiter der Staatsoper – alles im herrlichen Rahmen des Cuvilliéstheaters.

Janáček verunklärt – „Aus einem Totenhaus“ an der Oper Frankfurt

02.04.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Uraufführungen schmücken ein Opernhaus, aber auch Interpretationsmaßstäbe setzende Inszenierungen. Die Oper Frankfurt kommt da immer wieder mit der „Neuenfels-Gielen-Aida“ und dem „Berghaus-Gielen-Ring“ ins Gespräch. Für ein bildlich „quer im Repertoire“ stehendes Werk wie Leoš Janáčeks „Aus einem Totenhaus“ gilt das auch: 1994 ließ Frankfurts damaliger GMD Sylvain Cambreling eine schon legendäre Brüsseler Produktion neu einstudieren: die bis ins Detail geformte psychische Deformationsstudie des medizinisch vorgebildeten Peter Mussbach für rund 30 Sängerdarsteller – eine unvergessliche „Wegemarke“.

Kalte, hitzige und blutige Frauenmacht – Szenische Erstaufführung von Donizettis „Maria Stuarda“ im Münchner Gärtnerplatztheater

23.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Power tends to corrupt“ hat der englische Diplomat Lord Acton einzigartig prägnant formuliert. Nahezu alle Spielarten dieser bis heute realen Entsetzlichkeit wurden am Fall des Machtkampfes zwischen Maria Stuart und Elisabeth Tudor, zwischen Katholizismus und Anglikanismus, zwischen Schottland und England schon auskomponiert: über 50 Vertonungen lassen sich finden. Die berühmteste, die von Gaetano Donizetti gab es bislang in der Opernstadt München nur einmal konzertant. Doch das Staatstheater am Gärtnerplatz hat da eine herausragende Sängerin, die wohl nur im Ensemble zu halten ist, wenn sie pro Spielzeit einmal als Belcanto-Spezialistin brillieren darf: Szene frei für „Maria Stuarda“.

Udo Zimmermanns „Weiße Rose“ am Münchner Gärtnerplatztheater

16.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Die „Weltstadt mit Herz“ tat sich jahrzehntelang schwer mit ihrem Erbe des düster braunen Glanzes: Keimzelle und stolze „Hauptstadt der Bewegung“ gewesen zu sein. Der letztlich alle Widerständler überragende „einsame Held“ Georg Elser fand beschämend lange keine gebührende Anerkennung. Im Gegensatz dazu wurde schon 1946 der Platz vor der Universität in „Geschwister-Scholl-Platz“ umbenannt und damit den überzeugt mutigen Blutopfern der Widerstandsgruppe der „Weißen Rose“ Ehre erwiesen.

Tönend über sich hinaus… - Mezzosopranistin Christa Ludwig feiert ihren 90.Geburtstag

16.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Eben jagte Karl Böhm im Bayreuther Festspielhaus die Leidenschaften tönend-tosend hoch, 1966, in der DG-Aufnahme des 2.Aufzugs des „Tristan“: Isolde Birgit Nilsson wollte jauchzend dem Geliebten das Zeichen geben; Brangäne Christa Ludwig warnte eindringlich, hob plötzlich die Hand und bat in Bayreuths „mystischen Abgrund“ hinunter um Unterbrechung. Sie winkte aus der Kulisse den Assistenten heran, blätterte eine Seite zurück, trat an den Rand zum Graben und flüsterte in schönem Wienerisch „Ich hab‘ eb‘m ‚weil du erblödet, wähnst du den Blick der Welt erblindet‘ g‘sungen – es muss umgekehrt…“ Böhm raunzte etwas Unverständliches zurück, biesterte noch hörbar „Birgit, schrei‘ ned‘ a‘so!“ – dann tobten die Liebeswogen erneut und später erklangen die schönsten „Habet Acht!“-Rufe Brangänes, die die damalige Musikwelt kannte…

Verdi muss schon verbessert werden – „Les Vêpres siciliennes“ in München

12.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Die Geschichte ist ein Schlachthaus“ hat Heiner Müller festgestellt. Das trifft auch auf die historische „Sizilianische Vesper“ von 1282, den blutigen Aufstand der Sizilianer gegen die französische Fremdherrschaft, zu. Daraus in der kritischen Rückschau einen Totentanz zu machen, könnte ein theatralisch fesselnder Kunstgriff sein, denn Giuseppe Verdi hat dazu 1855 eine mehrfach brachiale Musik komponiert, aus der Humanes wie eine Utopie melodiös aufleuchtet.

Frankfurts Oper zeigt Meyerbeers „Vasco da Gama“ als interstellares Kolonialismusdrama

01.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Das Schiff ist seit Monaten unterwegs; für die Mannschaft wird Kontakt zu ihren Frauen hergestellt: per Skype auf dem Riesenbildschirm der Kommandozentrale – denn das Raumschiff fliegt zu neuen Sternenwelten. Da spielt der von Tilman Michael einstudierte Chor amüsant menschliche Geschichtchen: einem Vater wird sein inzwischen geborenes Baby gezeigt; eine junge Mutter hält die für „Pappi“ gemalte Zeichnung ins Kameraauge; eine dritte lockt bei der Heimkehr mit neuer Reizwäsche…

Lenny forever – Fulminante Vorgeburtstagsfeier von Leonard Bernsteins 100.Geburtstag in München

17.02.18 (Wolf-Dieter Peter) -
In der Papierform das derzeit Übliche: jeglicher Ehrentag wird heutzutage in allen Medien nicht am exakten Datum, sondern vorweg abgehandelt und gefeiert. Dass Leonard Bernsteins runder Geburtstag statt am 25.August nun schon mit einem Musiktheaterabend gefeiert wurde, ließ dennoch fast den Kopf schütteln – und dann hingerissen staunen…

Historisch und emotional vermintes Musiktheater

14.02.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Anlässlich einer Neuinszenierung von Fromental Halévys „La Juive“ veranstaltete Antwerpens Opera Vlaanderen ein Symposium, bei dem Einflüsse jüdischer Kultur und Opernkunst multiperspektivisch betrachtet werden sollten. Entsprechend international war das Podium mit Wissenschaftlern und Künstlern besetzt. Der zweisprachige Band fordert das Englisch des deutschen Lesers fachspezifisch und nuanciert zu Musik, Kunst und Psychologie heraus.
Inhalt abgleichen