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Musik in Bayern. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2026, hrsg. von Peter Wolf u. a., Pustet, Regensburg

Musik in Bayern. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2026, hrsg. von Peter Wolf u. a., Pustet, Regensburg
 

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Weißblaue Töne neu entdecken

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Bayern im Fokus einer Musikgeschichte und in der Landesausstellung
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Markus Eberhardt: Kleine Musikgeschichte Bayerns, Pustet, Regensburg 2026, 180 S., Abb., € 16,95, ISBN 978-3-7917-3631-0 +++ Musik in Bayern. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2026, hrsg. von Peter Wolf u. a., Pustet, Regensburg 2026, 239 S., Abb., € 29,95, ISBN 978-3-937974-66-8

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Bayern – nein, eben nicht nur Jodln, Schnadahüpfl, Schuhplattln und Stubnmusi… eher wie so meist: auch musikalisch vorne dran… Dieses „mia san mia“ gilt doch glatt, nein: tönt auch schon in den mitteleuropäischen Anfängen der Musikgeschichte. Zwar stehen in den als „bayerisch“ geltenden Landen am Anfang die Römer mit ihrer Kultur, doch mit dem Einzug des Christentums beginnen in den Klöstern Aufzeichnungen zu Liturgie und Chorgesang.

Da werden schon im Jahr 511 Kirchensänger erwähnt. Seiner Rolle als kulturelles Zentrum wird dann das Regensburger Kloster St. Emmeram auch musikalisch gerecht: Hier und in den anderen bayerischen Klöstern wird der Schritt von der Einstimmigkeit zur Polyphonie vollzogen – und seit Mitte des 15. Jahrhunderts fleißig notiert.

Parallel erklingen aber auch „reizende“ Töne: Auf Burgen und in den meisten Adelssitzen besingen meist fahrende Sänger Werte und Ideale der „hohen Minne“ – doch im berühmten „Tagelied“ dann auch schon den morgendlichen Abschied zweier Liebenden nach gemeinsam verbrachter Nacht… Und hier besonders dieser „Alt-Baier“ – zwar mit Sangesausbildung in „Ostarrichi“, dann geradezu von „Weltruhm“ bis zu seinem Tode um 1230 in Würzburg – Walter von der Vogelweide!

Von ihm unbedingt erwähnenswert: Er kritisiert heftig lebensnahe gesellschaftliche Missstände und bezieht sogar Stellung in der Reichspolitik – von den Anfängen an also Musik und Politik in Wechselbeziehung – nicht erst heute. Dazu noch: Wolfram von Eschenbach, die „Carmina burana“ mit Fundort Benediktbeuren und das „Nibelungenlied“ mit seinen vielfältig klingenden Folgen bis soeben zu „150 Jahre ,Ring‘ in Bayreuth“…

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Markus Eberhardt: Kleine Musikgeschichte Bayerns, Pustet, Regensburg

Markus Eberhardt: Kleine Musikgeschichte Bayerns, Pustet, Regensburg

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Markus Eberhardts kompakte Publikation ist mit seinen acht Kapiteln ein schönes Basisbuch zu fast 2.000 Jahren Musikgeschichte. In gut lesbaren, kursiv abgesetzten kleinen Analysen werden zentrale Musikstücke vorgestellt.

Dabei spannt Eberhardt den bayerischen Musikhorizont von den Anfängen über Orlando di Lasso und viele damals städtische Künstler hin natürlich zu Wagner und Richard Strauss – über Opern und die großen Orchester aber eben auch zum Film mit Enjott Schneider und weiter über den Roider Jackl, dann die Biermösl Blosn hin zu Wecker, Haindling und der Spider Murphy Gang… zu bedauern nur, dass ein Register fehlt.

Dass Musik auch sehr ansehenswert sein kann, zeigt der üppig bebilderte, buchstäblich bildschön gedruckte Katalog der gerade noch bis 6. November in Freyung im Bayerischen Wald laufenden Landesausstellung „Musik in Bayern“ als visuell begeisternde Ergänzung. Ein Team von Kennern und Könnern hat da aus gleichsam allen Musik-Bereichen Beindruckendes zusammengetragen.

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Musik in Bayern. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2026, hrsg. von Peter Wolf u. a., Pustet, Regensburg

Musik in Bayern. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2026, hrsg. von Peter Wolf u. a., Pustet, Regensburg
 

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Der Theatermann Emanuel Schikaneder taucht da ebenso auf wie Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth oder der in Regensburg geborene Metronom-Entwickler und Musikautomatenbauer Johann Nepomuk Mälzel. Man entdeckt die deutsch-jüdische Musikkultur im Bereich der Orgel, daneben Zither und Charleston-Kleid, Trummscheit und Beatles-Bassgitarre – und frappiernd Erstaunliches mehr. All das kulminiert letztlich in der dringlich aktuellen Aufforderung, die Musikerziehung von Kindesbeinen an ja nicht nur „nebenbei“ fortzuführen, vielmehr mit allem, mit Heimatklängen genauso wie mit musikalisch-ästhetischen Grenzüb­erschreitungen zu bereichern. Selbst in unseren bildüberfluteten Jahren verdient der Katalog, eingestuft zu werden als „visuell prunkendes Musiklexikon“.

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