Sergei Rachmaninoff: Werke für Violine und Klavier. Hrsg. von Daniela Macchione. Bärenreiter BA 09995
Noten-Tipp 2026/03
Als Violinkomponist ist Sergei Rachmaninoff nicht unbedingt bekannt, entsprechend schmal ist auch dieser sorgfältig edierte Band mit vier Werken, von denen eines eine Bearbeitung ist. 1893 entstanden die Morceaux de Salon op. 6, bestehend aus einer melodisch-melancholisch reizvollen Romance mit markantem Doppelgriff-Mittelteil und einer virtuos-ungestümen Danse hongroise, die als Zugabenstück vielleicht eine Spur zu lang geraten ist. Die Entscheidung der Herausgeberin, die Oktav- beziehungsweise Akkordpassagen nach dem Sechzehntellauf mal coll’ arco, mal pizzicato anzugeben, folgt der Quellenlage, Interpret:innen bevorzugen möglicherweise durchgehend pizzicato.
Die Romance in a-Moll erschien posthum nach einer bis heute nicht identifizierten Quelle, von einer Autorschaft Rachmaninoffs – wohl noch vor Opus 6 entstanden – ist aber auszugehen. Auch hier steht eine elegisch ausgesponnene Melodie im Mittelpunkt, diesmal in versonnen sich wiegendem Sechsachteltakt. Bei ihrer Reprise nach kurzem Soloeinschub der Violine erscheint die Klavierbegleitung attraktiv angereichert, aber nie überladen. Glanzstück der Ausgabe ist aber Rachmaninoffs Bearbeitung des „Hopak“ aus Modest Mussorgskys unvollendeter Oper „Der Jahrmarkt von Sorotschinzy“. Dieses knapp zweiminütige Feuerwerk, das unter anderem Nathan Milstein (in einer eigenen, noch furioseren Variante) im Repertoire hatte, ist eine Zugabe par excellence, die nun jeder Virtuose nach dieser schönen Ausgabe zelebrieren kann.
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