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Und Gott erschuf B. B.

Untertitel
Nachruf auf Brigitte Bardot
Vorspann / Teaser

Als Brigitte Bardot im Alter von 91 Jahren in Saint-Tropez starb, tauchte in all den Nachrufen ein dunkler Schatten auf, den sie bis zu ihrem Lebensende nicht abschütteln konnte. Nachdem sie sich 1973 vom Kino zurückgezogen hatte, hatte sie sich zur militanten Tierschützerin entwickelt. In ihren letzten Lebensjahren war sie schließlich wegen ihrer rassistischen Äußerungen zur Ikone der französischen Rechtsradikalen geworden. 

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Einst, in den 1950er- und 60er-Jahren, war sie eine wichtige Ikone des Feminismus gewesen, den sie ablehnte. Sie wurde von Simone de Beauvoir und Marguerite Duras genau so verehrt wie von all den Männern, die sie „umschwirrten“. Über Nacht war sie Mitte der Fünfziger zum internationalen  Sexsymbol geworden. „... und immer lockt das Weib“ hieß bei uns das Melodrama von Roger Vadim, das sie zum Star machte. Im Originaltitel war es Gott, der die Frau erschuf. Wobei B. B. im Kino natürlich von ihrem damaligen „Svengali“ Roger Vadim „erschaffen“ wurde, der danach ein ganzes Paket von Filmen mit ihr inszeniert hat, das allerdings an das erste Teamwork nicht mehr heranreichte. Vier Bardot-Filme jenseits des Vadim-Universums wurden auch dank ihrer schauspielerischen „Präsenz“ zu Klassikern: „Die Wahrheit“, „Privatleben“, „Die Verachtung“ und „Viva Maria!“. Zu den letzten beiden Filmen komponierte Georges Delerue zwei seiner schönsten Scores, elegisch im einen Fall und schwungvoll im anderen. In Louis Malles „Privatleben“ sang sie ganz sanft ein Chanson, das 1962 ihre zweite Karriere einleiten sollte: „Sidonie“. Sie sang Schlager aus den Roaring Twenties genauso wie brasilianische Bossa-Titel. Mitte der 60er entdeckte sie dann Serge Gainsbourg für sich. Es entstanden Titel wie „Comic Strip“, „Harley Davidson“  oder das tolle Duett „Bonnie and Clyde“, das an die traumhaften Teamworks von Nancy Sinatra & Lee Hazlewood erinnert. In jener Zeit entstand auch die gemeinsame Aufnahme von „Je t’aime … mois non plus“, die damals von B. B. aus privaten Gründen nicht freigegeben wurde. Kurze Zeit danach nahm Gainsbourg das Duett noch einmal auf, mit Jane Birkin. 

 

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