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Alle Artikel kategorisiert unter »Viktor Rotthaler«

Und plötzlich war der ewige Walzertraum aus

16.02.18 (Viktor Rotthaler) -
In diesen Tagen ist „das Völkische“ wieder in den öffentlichen Diskurs zurück­gekehrt. Ein Teil des Bürgertums hat eine Partei in den Bundestag gewählt, die damit vielleicht nicht nur kokettiert. 2018 spricht man plötzlich nicht nur von der „deutschen Leitkultur“ (was immer das ist), sondern auch vom „Bio-Deutschen“. Ende des vergangenen Jahres jährte sich der 100. Geburtstag der deutschen „Traumfabrik“ Ufa. Ein zentraler – durchaus wieder aktueller – Punkt der Ufa-Geschichte ging dabei in der Berichterstattung fast unter: die „Entjudung“ des Filmkonzerns im März 1933.

Schneewittchen und das blinde Mädchen

29.12.17 (Viktor Rotthaler) -
Anfang November ging durch die Weltpresse eine Meldung, die vermutlich nur Spezialisten ziemlich beeindruckt haben dürfte: Verschollene Kurt-Weill-Komposition entdeckt. Dabei handelte es sich um ein neues Puzzlestück in der Geschichte der deutsch-jüdischen Popularmusik des 20. Jahrhundert. Ein Puzzlestück, das auch viel über die Zeitläufte erzählt, in denen diese Werke entstanden sind, die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Wenn man will, kann man diesen Fund einbetten in zwei weitere „Entdeckungen“ der letzten Jahre, die Originalaufnahme von Friedrich Hollaenders „An allem sind die Juden schuld“ oder die Entschlüsselung der deutschen Synchronfassung von Walt Disneys „Schneewittchen“ im Frühling 1938 in Amsterdam.

Die Seele von New Orleans

30.11.17 (Viktor Rotthaler) -
Es seien die Beatles gewesen, die seinen Song „Lady Madonna“ gecovert hätten, stand in einem Fats-Domino-Nachruf der „taz“. Da hatte im Eifer des Gefechtes jemand „Fake News“ produziert.

Soundtracks 2017/11

14.11.17 (Viktor Rotthaler) -
Er war das „Mastermind“ der Beatles, Produzent und finessenreicher Arrangeur in Personalunion: George Martin. Als er im März 2016 im Alter von 90 Jahren starb, gingen in den Nachrufen all seine anderen Werke fast unter. Dabei war es seine frühe Arbeit bei Parlophone Records gewesen, die ihn prädestiniert hat für die Fab Four, seine Bach-Bearbeitungen genauso wie Comedy-Platten mit Peter Sellers. Craig Leon hat nun zum ersten Mal mit dem Berlin Music Ensemble eine Auswahl seiner Filmmusiken und auch einiger orchestraler Werke vorzüglich eingespielt.

Von Django, Chet und Dalida

14.11.17 (Viktor Rotthaler) -
2017 war das Jahr der Biopics im deutschen Kino. Gleich drei große Ikonen der Jazz- und Pop-Szene wurden heuer auf der großen Leinwand besungen: Chet Baker, Dalida und jetzt Django Reinhardt. Während das Melodrama „Dalida“ zu den großen Höhepunkten des Kinojahres gehört, enttäuschten die anderen beiden Filme.

Die „Brücken“-Lady ist tot

31.10.17 (Viktor Rotthaler) -
Erinnert sich noch jemand an „Ding Ding Dong“, den Gewinner des Grand Prix d’Eurovision de la Chanson von 1975? Vermutlich nur noch wenige. An den Platz 17 von damals in Stockholm werden sich noch viele erinnern: „Ein Lied kann eine Brücke sein“, ein Discoschlager aus der Zeit, als der „Munich Sound“ von Silver Convention und Donna Summer die US-Charts eroberte. Der „Brücken“-Schlager war trotz der schlechten Platzierung der Höhepunkt der Karriere „unserer“ besten „Blue-eyed soul“-Sängerin der sechziger und siebziger Jahre gewesen: Joy Fleming.

Von Stockhausen zur Krautrock-Ikone

13.10.17 (Viktor Rotthaler) -
Von Stockhausen zur Krautrock-Ikone: So könnte man die Geschichte eines der einflussreichsten deutschen Popmusiker des späten 20. Jahrhunderts zusammenfassen. Zwei Gruppen haben die deutsche Popmusik in den 70ern geprägt: Kraftwerk aus Düsseldorf und Can aus Köln. Nach dem genialen Schlagzeuger Jaki Liebezeit, der „Mensch-Maschine“, im Januar ist nun auch Holger Czukay am 6. September gestorben, der wie Can-Mitbegründer Irmin Schmidt Stockhausen-Schüler war.

DVD-Tipps 2017/10

13.10.17 (Viktor Rotthaler) -
Gimme Danger – über den Mythos „The Stooges“. Studiocanal +++ You’ll Never Walk Alone – die Geschichte eines Songs. Alive

Von Richard Wagner zu Horst Wessel

21.09.17 (Viktor Rotthaler) -
Am 18. Dezember 1917 wurde eine Filmfirma gegründet, die wie keine zweite mit der Geschichte Deutschlands verbunden ist: die „Universum-Film AG“, kurz die Ufa. Das „deutsche Filmerbe“, es besteht vor allen Dingen aus Ufa-Filmen: Fritz Langs „Metropolis“, F. W. Murnaus „Faust“, Josef von Sternbergs „Der blaue Engel“, Josef von Bakys „Münchhausen“ oder Veit Harlans antisemitischem „Jud Süß“. Auf Erich Pommers Tonfilmoperetten folgten nach der „Entjudung“ der Ufa 1933 die großen Propagandafilme, die vor allem von Herbert Windt und Wolfgang Zeller im „Wagner-Sound“ orchestriert wurden. 1949 wurde die Ufa Film GmbH von der amerikanischen und britischen Militärregierung aufgelöst. 1957 wurde der Ufa-Filmverleih gegründet. Aber das ist nur noch eine Fußnote zur deutschen Filmgeschichte.

Wunderknabe

17.09.17 (Viktor Rotthaler) -
Im Hollywood-Kino der fünfziger und sechziger Jahre war er der klassische „Tölpel vom Dienst“: Jerry Lewis. An der Seite seines Bühnen- und Filmpartners Dean Martin verkörperte er den „Prügelknaben“ par excellence. Zehn Jahre lang, bis 1956 waren Martin & Lewis das erfolgreiche Traumduo der Paramount gewesen. Wie „Dick & Doof“ haben sie sich improvisierend die Bälle zugespielt, der Italo-Crooner Dino und der jüdische Körperkomiker Jerry Lewis, der mit seiner schrillen Kinderstimme oft in „Vaudeville“-Manier in die Songs seines Partners einstimmte, wie bei „That’s Amore“.
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