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Generalprobe im Saal der Rudolf-Steiner-Schule Kiel. Foto: Meike Hansen

Generalprobe im Saal der Rudolf-Steiner-Schule Kiel. Foto: Meike Hansen

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Ein 100-jähriger Geburtstag mit Musik und Witz

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Zum Jubiläum des DTKV Schleswig-Holstein
Vorspann / Teaser

Am Samstag, den 29. August beging der DTKV Landesverband Schleswig- Holstein sein 100-jähriges Jubiläum mit einem ganz besonderen Projekt: In einer an die Gegebenheiten des Ver­bands adaptierten Version von Camil­le Saint-Saëns „Karneval der Tiere“ in Verbindung mit dem entsprechenden Gedichtzyklus von Jörg Hilbert gelang ein generationen- und kunstformübergreifendes Gesamtkunstwerk, in welchem Instrumentalschüler:innen, deren jüngste gerade 8 Jahre alt war, gemeinsam mit den Profis probten und auftraten. 

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Bereits am Vormittag versammelten sich 18 Instrumentalschüler:innen zu einem Streicherworkshop mit den Dozentinnen Michaela Freitag und Bettina Günst zur Einstudierung der „Schildkröten“, während im Saal das Blockflötenensemble unter Leitung von Marjatta Beuck probte. 

Nach der Mittagspause folgte die einzige Gesamtprobe mit allen Betei­ligten, bevor sich die Tür für die Gäste öffnete. Im Foyer fand sich eine Ausstellung mit Bildern von Bettina Günst, welche sie zum Teil eigens für diese Veranstaltung gemalt hatte, so­wie ausgestelltes Archivmaterial des Verbands. Mit „Sumer is icumen in“ zog das Blockflötenensemble zum Erstau­nen des bereits im Saal sitzenden Pu­blikums von hinten aus dem Foyer in den Saal ein. Wie zufällig gesellten sich nun die Streicher des vormittäglichen Workshops zum Klangkörper hinzu, um im gemeinsamen Flashmob den Kanon zu Ende zu führen. 

Vor der Kulisse sämtlicher 45 am Projekt beteiligten Personen begrüßte die Vorsitzende des Landesverbands, Claudia Gotthardt, die Anwesenden mit einer Ansprache zum Jubiläum, bevor die eigentliche Aufführung begann. 

Christian Stähr zeigte als Sprecher ungeahntes schauspielerisches Talent. In passendem Outfit als Handelsreisen­der suchte er sich zunächst mit Land­karte bewaffnet durch Publikum und Orchester den Weg nach Paris ins „Café des animaux“, wo er sich zur Eingangs­musik des Orchesters mit Wein und Ba­guette versorgen ließ. Er trug die Ge­dichte zwischen den musikalischen Beiträgen nicht nur vor, sondern stell­te sie in kongenialer Weise szenisch dar und führte das Publikum so gekonnt und mit viel Witz durch die Aufführung. 

Es gelang, das Werk aus weitestge­hend eigenen Reihen nicht nur zu be­streiten, sondern zu einem besonderen Erlebnis zu machen, ohne in die Viel­falt der Klangsprache des Originals zu sehr einzugreifen. So wurde aus dem Elefanten kurzerhand eine kleine Ele­fantenfamilie, in der auch eine kleine Kontrabassschülerin neben dem großen Kontrabass und einer Tuba ihren Platz fand und konzentriert und sou­verän mit den Großen mitzog. Der Ku­ckuck machte sich zur Freude insbe­sondere der Kinder im Publikum uner­wartet aus verschiedenen Positionen im Raum durch Blockflöten bemerkbar. 

Nach dem Auftritt der Hühner und Hähne sorgte ein „Zwischenfall im Hüh­nerstall“ für eine wunderbare musika­lische Einlage von Alan Rosenhecks „Das Huhn von Thun“ des Blockflötenensembles. 

Die Schildkröten wurden von den Schüler:innen des Streicherworkshops präsentiert und ernteten allgemeine Be­wunderung in Bezug auf Intonation und Vortrag. Einen gelungenen Auftritt hat­te auch Mattis Roth, der bei den „Fos­silien“ am Xylophon zu hören war, so­wie Eva Johanna Freitag, die im Duo mit ihrer Mutter den Gesang des Esels authentisch darbot. 

Das Publikum zeigte sich überaus begeistert und wollte den Applaus gar nicht enden lassen. Eine Zugabe konn­te es jedoch nicht geben, da der Erzäh­ler inzwischen vom Löwen verspeist worden war – Schade!

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