Nicolás Pasquet hat junge Musikerinnen und Musiker begeistert und zugleich – mit den Jugendorchestern als idealem Lernort und Resonanzraum – eine neue Generation von Dirigentinnen und Dirigenten angeleitet, wie sich dieser Funke musikalischer Inspiration von ihrem Pult aus entfachen lässt“, würdigte Präsident Johannes Freyer den Preisträger. Die Laudatio hielt Martijn Dendievel, Chefdirigent des Symfonieorkest Vlaanderen – hörbar auch persönlich begeistert: „Nicolás Pasquet verdient diesen Preis, weil er sein Leben nicht nur der Musik gewidmet hat, sondern vor allem den Menschen, die durch Musik wachsen, ihren eigenen Weg finden und ihre Persönlichkeit entfalten konnten.“ Den Preis überreichten Johannes Freyer und der Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Würth Johannes Schmalzl.
Sympathisch und bezeichnend für seine künstlerische Haltung ist, was Pasquet in seinem Dank formulierte: „Ich habe das Glück gehabt, von jungen Menschen begleitet zu werden – was für ein Privileg –, blitzgescheit, immer am Puls der Zeit. Ich lerne von ihnen mindestens so viel wie sie von mir.“
Im Anschluss an die Preisverleihung begeisterten das Landesjugendsinfonieorchester Hessen unter der Leitung des Preisträgers mit dem Konzert für Orchester BB 123 von Béla Bartók. Dabei wurde das künstlerische Credo des Preisträgers eines „Let them shine“ eindrucksvoll erlebbar: Jede Instrumentengruppe trat mit ihren klanglichen und technischen Qualitäten hervor. Selbst am Pult stehend löste der Preisträger ein, was Laudator Martijn Dendievel zuvor gesagt hatte. Nicolás Pasquet sehe den Dirigenten nicht als Mittelpunkt des Orchesters. Er vermittle jungen Dirigentinnen und Dirigenten vielmehr, ihre Aufgabe darin zu sehen, einen musikalischen Raum zu öffnen, in dem alle einander zuhören können und sollen.
Nicolás Pasquet, geboren 1958 in Montevideo, Uruguay, lehrte von 1994 bis 2024 als Professor für Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Dass Weimar heute als eine der bedeutendsten Dirigentenschmieden Europas gilt, ist untrennbar mit seinem Wirken verbunden. Seine Laufbahn begann in den 1980er Jahren mit Auszeichnungen in bedeutenden Dirigierwettbewerben. Es folgten zehn Jahre an der Spitze professioneller Orchester sowie Engagements als Jugendorchester-Dirigent. Heute lehrt Pasquet an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid sowie als International Chair of Conducting am Royal Northern College of Music in Manchester.
Der von der JMD und der Stiftung Würth vergebene Preis wird seit 1991 jährlich an Künstlerinnen und Künstler oder Ensembles verliehen, die sich um die musikalische Nachwuchsförderung und die JMD-Ideale Wahrhaftigkeit, Verantwortung und Verbundenheit verdient machen. Der Preis findet die besondere Anerkennung durch den Deutschen Musikrat.