Gerade erst sind wir als junges Präsidiumsmitglied und als Präsidiums-Hospitantin in diesem Gremium angekommen, haben uns einen Einblick über die internationalen Projekte, Kurse und Kontakte der JMD verschafft, und schon ging es auf in ein kleines Abenteuer. Mit Gründung des Themenbeirats „Internationales” im Präsidium der JMD schien es uns eine wunderbare Möglichkeit, das diesjährige Joint Meeting der Jeunesses Musicales Internationales in der Musikakademie Schloss Weikersheim vom 22. bis 24. Mai mitzuerleben und dabei die JMD vor Ort zu vertreten.
So nice to have them: Jeunessesler aus aller Welt am World Meeting Center Weikersheim. Foto: JMD
Weltweit und in Weikersheim
Und schon befinden wir uns in einer Gruppe musikbegeisterter Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern dieser Welt. Schnell stellen wir fest, die Voraussetzungen und Möglichkeiten unterscheiden sich sehr stark. Während allgemein eine große Begeisterung über die Musikakademie und die Atmosphäre in Weikersheim besteht, fehlt es andernorts an der grundlegenden Infrastruktur, um musikalische Angebote für junge Menschen auf die Beine zu stellen. Dennoch ziehen alle an einem Strang und versuchen, die unterschiedlichen Interessen und Ideen weiterzuentwickeln. Ob in Form eines Wettbewerbs zur Musikvermittlung, gemeinsamen Musizierens lokaler Folkmusik oder doch anhand der verbindenden Kraft des Orchestermusizierens mit Musikern aus aller Welt. Über diese sowie weitere Projekte wurde während des Wochenendes gesprochen und beraten.
Wie sinnvoll die Zusammenarbeit vor Ort dabei ist, wird nicht nur beim gemeinsamen Planen und Entwickeln neuer Strategien deutlich. Auch bei einem Spaziergang durch den Park, einer Schlossführung, beim abendlichen Tischkickern und Karaoke im Schlosskeller sowie dem Probieren nationaler Spezialitäten freuen sich alle über die gemeinsame Zeit an einem Ort. So war es besonders schön zu sehen, dass die Ideale der Jeunesses – die wir beide bereits aus unterschiedlichsten Kontexten in Weikersheim kennen - weltweit gelebt werden. Auch wenn die Voraussetzungen und Interessen ganz unterschiedlich sind, teilen alle die Freude an und die Verbindung durch die Musik und wollen diese jungen Menschen allerorts weitergeben.
Da wir beide selbst vor allem aus der klassischen Musikwelt kommen und auch das Kursprogramm der JMD sich darauf fokussiert, verschafften wir uns einen Einblick in das „Classical Committee“. Vertreter der Jeunesses Musicales aus Belgien, Ungarn, Dänemark, Kroatien, Serbien, Kanada und Nordmazedonien gaben uns einen Einblick in die aktuellen Projekte des Komitees und waren an unserer Perspektive interessiert. Ganz aktuell war vor allem die Wiederbegründung des JM Weltorchesters, welches im vergangenen Jahr seine Premiere in Ungarn feierte und in diesem Jahr in Spanien fortgeführt wird. Ende August werden dafür etwa 30 junge Musiker aus aller Welt im Laufe einer Woche ein Kammerorchester bilden und ein Programm unterschiedlicher Komponisten unter anderem in der Alhambra auftreten. Das verbindende Element der Musik spielt gerade in der aktuellen Zeit eine besonders wichtige Rolle, was das Orchester versinnbildlicht.
Im Laufe des Wochenendes erhalten wir Einblicke in weitere Projekte des Komitees und, merken wir erneut: Was für uns zur Selbstverständlichkeit geworden ist, ist in anderen Ländern eine Seltenheit. Von klein an in einem Jugendorchester zu spielen, ein Instrument zu lernen und dabei Kurse für Kammermusik mit Gleichgesinnten zu erleben, ist eine ganz besondere Möglichkeit. Dass es nirgends diese Vielzahl an Jugendorchestern gibt, wie in Deutschland, wurde uns unter anderem bei einem Probenbesuch der Leo-Kestenberg-Musikschule bewusst. Etwa 20 Mitglieder des Joint Meetings begleiteten uns interessiert dabei, einen Einblick in die Probenarbeit des Musikschulorchesters zu erhalten, das bei seinem Aufenthalt in der Musikakademie den Danzón Nr. 2 probte. Der Orchesterleiter gab einen kleinen Einblick in die Struktur und Probenarbeit. Wieder einmal stellten wir fest, wie verbindend dieser wunderbare Ort zusammen mit der Musik ist. Ob jung oder alt, aus Weikersheim, Berlin oder von anderen Kontinenten, alle finden im „World Meeting Center“ zusammen und haben gemeinsam eine inspirierende Zeit.
So verlassen auch wir Weikersheim, wie so oft, mit einer Menge spannender neuer Ideen und beschwingt von all den Erfahrungen. Voller Vorfreude auf Alles, was sich aus diesem Wochenende ergeben wird, fahren wir nach Hause, während die anderen teilweise bis ans andere Ende der Welt fliegen. Alle mit dem Wunsch, ganz bald wieder in Weikersheim zusammen zu kommen!
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