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BLM Jahrestagung in Weikersheim. © Foto: Chris Berghäuser

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Austausch und Interessenvertretung heute

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Tagung der Bundes- und Landesmusikakademien in Weikersheim
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Vom 19. bis 21. Januar 2026 kamen die Vertreterinnen und Vertreter der deut­schen Musikakademien zu ihrer jähr­lichen Verbandstagung zusammen – diesmal zu Gast bei der Jeunesses Musi­cales Deutschland (JMD) im historischen Schloss Weikersheim. Die Wahl des jähr­lich wechselnden Tagungsortes geschah dabei nicht ganz zufällig: Die JMD, die in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiert, steht exemplarisch für die vielfäl­tigen Strukturen der deutschen Musik-akademienlandschaft. Als Organisati­on, die sowohl auf Bundes- und Landes-als auch auf kommunaler Ebene eng in die Kulturförderstrukturen eingebun­den ist, verkörpert sie die unterschied­lichen institutionellen Verankerungen, die die einzelnen Akademien prägen. 

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Mit 22 von 25 im Verband vertre­tenen Akademien verzeichnete die Tagung eine Rekordteilnah­me – ein deutliches Zeichen für die Bedeutung des Austauschs und der gemeinsamen Interessenvertretung in herausfordernden Zeiten. In der Auf-taktrunde, die den internen organisato­rischen Fragen gewidmet war, wurde das bewährte Sprecherteam Lena Thal­heim (Landesmusikakademie Sachsen) und Rolf Ehlers (Landesmusikakade­mie Rheinland-Pfalz) im Amt bestätigt. 

Gute Nachrichten 

Eine erste Blitzlichtrunde offenbar­te erfreuliche Nachrichten: Fast alle Akademien haben die schwierige Pan­demiezeit erfolgreich überwunden und verfügen über einen stabilen Rück­halt ihrer jeweiligen Träger. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Pro­file der einzelnen Akademien höchst unterschiedlich sind. Was sie jedoch eint, ist ihre gemeinsame Aufgabe: die Förderung der musikalischen Bil­dung über alle Zielgruppen hinweg. Ob Nachwuchsförderung, Fortbildung von Musikpädagogen, Unterstützung der Amateur-Musikszene oder die gezielte Ausbildung hochtalentierter zukünf­tiger Profis – die Akademien decken das gesamte Spektrum musikalischer Bildungsarbeit ab. 

Diese wichtige gesellschaftliche Auf­gabe muss sich jedoch immer neuen Herausforderungen stellen. Ein beson­ders drängendes Thema ist die sich in­folge des Herrenberg-Urteils ankün­digende Verschärfung im Sozialversi­cherungsgesetz. Konkret geht es da­bei um die Tendenz, dass bisher von Dozierenden freiberuflich erbrachte Bildungsleistungen nicht mehr als so­zialversicherungsfreie Tätigkeiten an­erkannt werden könnten. Eine solche Änderung hätte weitreichende Kon­sequenzen für die Arbeit der Musik­akademien und die dort tätigen Ho­norarkräfte. Der Deutsche Kulturrat und der Deutsche Musikrat haben hierzu bereits deutliche Stellungnah­men verfasst, denen sich der Verband der Musikakademien ausdrücklich an­schließt. 

Einen festen Programmpunkt der Jah­restagungen bildet ein jeweils wech­selnder Impuls von außen, der diesmal von Rechtsanwalt Prof. Clemens Pu­stejovsky aus Freiburg kam. In seinem Vortrag widmete er sich den rechtli­chen Herausforderungen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Musik­bereich – ein Thema von zunehmender Aktualität und Brisanz. 

Dimensionen der KI 

Dabei beleuchtete er zwei wesentliche Dimensionen: Zum einen den alltäg­lichen Einsatz (und dessen Kenntlich­machung) von KI als Hilfsmittel in Büro- und Organisationsfragen, der bereits heute in vielen Akademien Re­alität ist. Zum anderen ging es um ur­heberrechtlich relevante Fragestel­lungen bei der Erstellung und Bear­beitung von Musikstücken mittels KI – ein Bereich, der nicht nur juristisch komplex ist, sondern auch grund­sätzliche Fragen zur künstlerischen Schöpfung und Autorschaft aufwirft. 

Säulen der Kulturlandschaft 

Die Tagung in Weikersheim machte deutlich, dass die deutschen Musik­akademien trotz ihrer strukturellen Vielfalt eng vernetzt sind und gemein­sam auf aktuelle Entwicklungen re­agieren. In Zeiten rasanter techno­logischer Veränderungen und sich wandelnder rechtlicher Rahmenbe­dingungen ist dieser Zusammenhalt wichtiger denn je. Die Musikakade­mien bleiben damit unverzichtbare Säulen der deutschen Kulturland­schaft, die mit ihrer Arbeit einen we­sentlichen Beitrag im Netzwerk der musikalischen Bildung in Deutschland leisten. 

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