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Das Konzert der Deutschen Streicherphilharmonie zum 75. Geburtstag der Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) in der TauberPhilharmonie wurde mit Grußworten des Bundesvorsitzenden des VdM, Friedrich-Koh Dolge (rechts), und des Präsidenten der JMD, Johannes Freyer, eröffnet. Foto: Jeunesses Musicales Deutschland. Foto: JMD

Das Konzert der Deutschen Streicherphilharmonie zum 75. Geburtstag der Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) in der TauberPhilharmonie wurde mit Grußworten des Bundesvorsitzenden des VdM, Friedrich-Koh Dolge (rechts), und des Präsidenten der JMD, Johannes Freyer, eröffnet. Foto: Jeunesses Musicales Deutschland. Foto: JMD

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Junge Spitzenmusik ohne Grenzen

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Sommertournee der Deutschen Streicherphilharmonie führte vom fränkischen Schloss bis zu lombardischen Anwesen
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Es sollten die alles entscheidenden 90 Minuten werden. Während die Fuß­ballwelt dem Viertelfinale entgegen­fieberte, hatte es die Deutsche Strei­cherphilharmonie (DSP) am 11. Juli mit einem Gegner der besonderen Art zu tun. Rund 300 Gäste waren zum abend­lichen Sommerkonzert in den wunder­schönen Park der Villa Vigoni in Me­naggio am Comer See eingeladen. Die jungen Musikerinnen und Musiker aus Deutschland, ihr Chefdirigent Wolf­gang Hentrich und der italienische Pa­ganini-Preisträger Giuseppe Gibboni hatten die Ehre, dieses besondere Kon­zert anlässlich des 40. Jubiläums des Deutsch-Italienischen Zentrums für den Europäischen Dialog zu gestalten. Doch das seit Tagen ausgerechnet für diesen Abend prophezeite Unwetter machte ernst: Eine Stunde vor Konzertbeginn verwandelte sich die imposante Kulisse aus See und Bergen in ein nass-düsteres Szenario. Plan B? Die nahe gelegene kleine Kirche war als Regenvariante bereits vorbereitet – sie hätte aller­dings lediglich ein „halbes“ Orchester samt „halbem“ Publikum aufnehmen können. 

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Allen unheilvollen Vorhersagen zum Trotz pokerten die Verant­wortlichen von Villa Vigoni und DSP – und das „Wunder von Co­mo“ (im Fußballweltmeisterschaftsjahr 2026 sei diese kleine Reminiszenz ge­stattet) geschah. Pünktlich zum Kon­zertbeginn und für exakt 90 Minuten legte das Unwetter eine Verschnauf­pause ein – und das Publikum wurde für sein Ausharren mit einem hinrei­ßend spielenden Orchester und einem grandiosen Solisten belohnt. 

Diese herausragende Leistung kam natürlich nicht von ungefähr. Eini­ge Tage zuvor hatten sich die 11- bis 20-jährigen Musikerinnen und Musi­ker, ihre langjährigen Mentoren vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (dem Patenorchester der DSP) sowie Chefdirigent Wolfgang Hentrich in der sehr beliebten Musikakademie Schloss Weikersheim im fränkischen Tauber­tal getroffen. Hier galt es, nach einigen Probentagen gleich das erste große Ju­biläum im Rahmen der Sommertour­nee musikalisch zu würdigen – die Jeu­nesses Musicales Deutschland (JMD) mit Sitz in Weikersheim feiert in die­sem Jahr ihren 75. Geburtstag. In der ungewöhnlich starken Besetzung von 75 Streicherinnen und Streichern be­geisterten die Deutsche Streicherphil­harmonie und der 21-jährige Solist Je­remias Pestalozzi, Schüler von Julia Fischer, in der nahezu ausverkauften TauberPhilharmonie die Jubiläumsgäste mit Antonio Vivaldis „Frühling“ und „Sommer“ aus „Die vier Jahreszeiten“ sowie Niccolò Paganinis „La Campa­nella“. Im musikalischen Sommerge­päck hatte das junge Spitzenensemble der Musikschulen außerdem ein eben­so anspruchsvolles wie vergnügliches Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart (Divertimento KV 138), Bedřich Smetana (Tanz der Ko­mödianten, aus der Oper: Die verkauf­te Braut), Leoš Janáček (Adagio, Scher­zo und Moderato, aus: Idyla), Gideon Klein (Partita) und Béla Bartók (Alle­gro assai, aus: Divertimento). Ein pures „Divertimento“ war zudem die Zugabe, bei der sich die Streichertalente auch als Chortalente erwiesen: Nach dem in­nigen „Poem“ von Zdeněk Fibich über­raschten und berührten sie das Publi­kum mit der (gesungenen) „Waldes­nacht“ von Johannes Brahms. Auch Jo­hannes Freyer, Präsident der JMD, und Friedrich-Koh Dolge, Bundesvorsitzen­der des VdM, zeigten sich einmal mehr beeindruckt von diesem außergewöhn­lichen Klangkörper. Letzterer bedau­erte es außerordentlich, „sein Orchester“, wie er die DSP zur Konzerteröff­nung liebevoll und mit Stolz begrüßte, nicht zwei Tage später noch einmal am Comer See erleben zu können. 

Zwar reisten Friedrich-Koh Dolge und VdM-Bundesgeschäftsführer Ra­phael Amend, ebenfalls erklärter Fan der DSP und Jubiläumsgast in Wei­kersheim, am nächsten Tag gemein­sam mit dem Orchester – wenn auch in verschiedenen Fahrzeugen – an den Comer See. Doch nach der dortigen ersten Sitzung in Präsenz des neu ge­gründeten Beirats der Deutschen Strei­cherphilharmonie mussten die beiden VdM-Chefs gleich wieder zurück zum nächsten Termin in Deutschland fahren. Dieser immense Aufwand erwies sich als absolut berechtigt, zeigten sich doch alle Beiratsmitglieder um den Vor­sitzenden Karl Schregle, langjähriger Mercedes Benz-Manager, hoch moti­viert, die wichtige musikalische Aus­bildung und über Grenzen wirkende Strahlkraft der Deutschen Streicher­philharmonie trotz der zunehmenden Herausforderungen im kulturellen Be­reich auch in Zukunft zu sichern. Beim abendlichen Konzert im Park der Villa Vigoni waren die hochrangigen Akteure aus international bedeutenden Unter­nehmen schlichtweg hingerissen von ihren neuen „Schützlingen“. 

Seit der Abfahrt von Deutschland hatte sich deren Anzahl auf rund 60 re­duziert – nicht etwa, weil die anderen 15 an der Raststätte vergessen wor­den wären, sondern weil es sich bei ih­nen um die diesjährigen Neuaufnah­men handelte, deren Teilnahme aus lo­gistischen Gründen nur für den ersten Tourneeteil in Weikersheim vorgesehen war. Dass diese Tournee überhaupt in dieser Intensität und Qualität durchge­führt werden konnte, ist wesentlich der großzügigen Unterstützung durch die GVL, Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten, zu verdanken. 

Mit der Villa Cagnola Gazzada, in der Nähe des Vareser Sees gelegen, erwar­tete die jungen Musikerinnen und Mu­siker am darauffolgenden Tag in Ita­lien ein zweiter außergewöhnlicher Gastspielort in der Lombardei. Auf der Bühne im großzügigen Säulengang der Villa rissen sie das Publikum zu Begei­sterungsstürmen hin. Und Giuseppe Gibboni bezauberte mit seinem heraus­ragenden Können und seiner außerge­wöhnlichen Interpretation – wie auch am Vorabend in Menaggio – nicht nur die Zuhörerinnen und Zuhörer, sondern jedes einzelne DSP-Mitglied. 

Zur Halbzeit der Tournee dann der Wechsel nach Starnberg, wo der zehn­jährige Louis Zhang mit dem Klavier­konzert d-Moll von Johann Sebastian Bach in der dortigen Schlossberghalle faszinierte, ja, angesichts seiner bril­lanten Leistung Publikum, Orchester und Dirigent beinahe fassungslos stau­nen ließ. Und kaum waren die Proben und das umjubelte Konzert vorbei, hopste und sauste Louis, ein ganz nor­maler Junge eben, durch die Gänge … 

Bevor der eigens für die DSP gebran­dete Tourbus die beiden letzten Rei­seziele in Thüringen und Sachsen an­steuerte, hatten die Streichertalente der DSP in der Schlossberghalle noch zwei weitere besondere Begegnungen: Der 84-jährige Timm Tzschaschel, der unter anderem auch die Strauss’schen Musik-Verein-Tänze für die DSP arran­giert hat, beeindruckte das Orchester mit Erzählungen aus seinem vielfäl­tigen Musikerleben und inspirierte mit seinen Ausführungen zur Walzerfamilie Strauss. Und als einen Tag später tat­sächlich Julia Fischer zum Probenbe­such nach Starnberg kam, konnten die Orchestermitglieder ihr Glück kaum fassen! Die Erfahrungen der Stargeige­rin zu Themen wie etwa Lampenfieber boten wertvolle Hinweise für den Strei­chernachwuchs. 

Ein unerwartet schöner und ebenso klingender Veranstaltungssaal im Zen­tralklinikum Bad Berka bei Weimar und ein Rittergut im sächsischen Wilsdruff waren zum Abschluss der 16-tägigen Konzertreise zwei wahre Kleinode. Am Ende waren sich auch hier alle einig: Diese erfolgreiche und beglückende Zusammenarbeit soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden. 

Die Sommertournee 2026 vom frän­kischen Schloss bis zu lombardischen Anwesen wird der Deutschen Streicher­philharmonie als wegweisende Zeit in Erinnerung bleiben – geprägt von starken musikalischen Partnerschaf­ten und inspirierenden Momenten. 

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