Der Charme der kleinen Form: Das Duo „Le Bang Bang“ mit ihrem neuen Album „Headbang“


(nmz) -
Man nennt es Herausforderung. Stefanie Bolz und Sven Faller verzichten auf das sichere Klangbett einer Band und machen Musik in karger Form: Stimme und Kontrabass, manchmal Bassgitarre, keine weiteren Hilfsmittel außer ein wenig grundlegender Soundkosmetik wie Chorus oder Hall.
27.06.2013 - Von Ralf Dombrowski

Im Unterschied zu ähnlich aktiven Kollegen und Kolleginnen wie etwa Musica Nuda oder Unsere Lieblinge reduzieren sie auch Showelemente vom rhythmischen Atmen bis zu wilden Läufen auf ein Minimum. Als Duo Le Bang Bang konzentrieren sich Bolz und Faller auf die Lieder, das Erzählerische und Poetische und das hat Vorteile wie auch Grenzen.

Denn manchen Songs tut die Entkernung der Arrangements gut. „Owner Of A Lonely Heart“ zum Beispiel, im Original von Yes bis zum akustischen Überdruss vollgepackt mit der Effektvielfalt der Achtziger, erscheint mit einem Mal klar und kompakt als solides Songwriting und bei AC/DCs „Back in Black“ versteht man endlich einmal den Text. Rio Reisers „Junimond“ wird gar zu einer empathisch rührenden Ballade, vielleicht das schönste Stück des Albums „Headbang“ überhaupt.

Andere Lieder allerdings hätten durchaus noch eine Prise mehr Dramatik vertragen, Michel Legrands „Windmills Of Your Mind“ zum Beispiel, dem das Drängende der Vorlage abgeht, ohne dass neuer Nachdruck entstünde, oder der Metallica-Kracher „Nothing Else Matters“, dessen textliches Geholper ohne den Bombast als Rahmen erst richtig auffällt.

Aber das ist ja die Herausforderung, die Le Bang Bang auch mit ihrem zweiten Album annehmen und auf der Bühne mit wachsendem Erfolg herauf beschwören. Sie entrümpeln Songs, verwandeln sie in Miniaturen, machen sie zu ihren Liedern. Das hat Charme, bei aller Kargheit.

Beschriebene Rezensionsobjekte: 

Headbang

  • Le Bang Bang; Stefanie Bolz (voc), Sven Faller (bs)
  • 2013
  • GLM
  • Bestellnummer: EC 558-2
Bewertung:3 von 5 Punkten

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