Ferchow vor der Röhre: Eine Popband, die nicht mehr Pop ist: a-ha auf SAT 1


(nmz) -
Klar. A-ha wird ewig mit „Take on me“ oder „The Living Daylights“ in Verbindung gebracht werden. Mittlerweile wurde aus den Norwegern jedoch eine famose Songwriterband, deren Popwurzeln tatsächlich nur noch in den frühen Jahren zu finden sind. Umso erfreulicher, dass SAT 1 dieser Band eine „Documentary“ widmet, die sogar über weite Strecken gefällt.
02.07.2009 - Von Sven Ferchow

Das Negative zuerst. Der Sendetermin ist diskutabel. Weit nach Mitternacht wird die Sendung platziert – ein Hinweis auf den Stellenwert interessanter Popkultur in Deutschland. Die Doku selbst ist hinsichtlich der Übersetzung ein Ärgernis. Pål Waaktaar-Savoy (Gitarrist und Songwriter), Magne Furuholmen (Keyboarder, Gitarrist, Songwriter) und Sänger Morten Harket sprechen zwar ein verständliches wie perfektes Englisch, doch die eingeblendeten Untertitel sind für jene Zuschauer, die Englisch nicht verstehen, schlicht unlesbar, weil in zu kleiner Schrift. Die fehlende Einblendung mancher Informationen (Songtitel beim Konzert, wo befindet sich die Band bei den diversen Interviews?) bleibt ebenfalls zu bemängeln. Aber sonst ein ansprechendes Portrait, das mit Werbeunterbrechungen selbst um die mitternächtliche Stunde auf eine Spielzeit von 1 Stunde und 45 Minuten kommt.

Begonnen wird mit Band- oder Einzelinterviews. Witzig, realistisch und klug erzählen die drei von ihren Anfängen, ihren Zielen und ihrer Entwicklung. Interessant, dass jeder einzelne der Band andere Ziel verfolgte und sogar immer noch verfolgt. Aber in der Band eine Kanalisierung findet, die seit vielen Jahre erfolgreich ist. Ein Großteil der Aufnahmen dreht sich um das neue, aktuelle Studioalbum „Foot Of The Mountain“, das die drei, die mittlerweile über die ganze Welt verstreut leben, den frühen Tagen der Band folgend doch wieder als Arbeitseinheit miteinander einspielten und schrieben.

Abgeschlossen wird die Dokumentation mit einem Konzert, zu dem es leider keinerlei Informationen gab, das aber vermutlich in England stattfand. Ohne Klischees und großartige Starposen spielen sich a-ha durch ein „best of“-Konzert, das so gesehen keinen Höhepunkt braucht, da jeder einzelne Song bereits jetzt ein Klassiker ist. Nahtlos fügen sich die neueren Stücke ins Programm. Unaufgeregt, aber souverän und frisch präsentieren sich a-ha mit Begleitband und transportieren auch ohne spektakuläre Show eine knisternde Atmosphäre und das Gefühl, die Band ganz dringend mal live erleben zu müssen.

Eine recht gelungene Dokumentation mit den erwähnten Abstrichen, die leider derzeit nicht zur Wiederholung auf SAT 1 angeboten wird.

Sonntag, 28.06.2009, 01:10 Uhr, SAT 1 Music Special: a-ha Documentary – Foot Of The Mountain, D 2009, Länge: 1h 45 Min. (mit Werbung)

 

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