Schönstes Organ der Musik: BMW Welt Jazz Award 2010 unter dem Motto "Voices in Jazz"


(nmz) -
2010 geht der BMW Welt Jazz Award in die zweite Runde. Vom 24. Januar bis 14. März finden sechs Jazz Matineen im Doppelkegel der BMW Welt statt. Unter dem Motto „Voices in Jazz“ stellen sich Solostimmen mit kleinem Ensemble dem europaweit ausgerichteten Wettbewerb, um sich die begehrte Trophäe des BMW Welt Jazz Award und das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro zu ersingen. Auch der Zweitplatzierte geht nicht leer aus, er erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.
03.11.2009 - Von PM - kiz-lieberwirth

Die hochkarätige Jury, die den Sieger des BMW Welt Jazz Award kürt und die Ensembles auswählt, setzt sich auch in diesem Jahr aus folgenden Mitgliedern zusammen: Oliver Hochkeppel, Musik- und Kulturjournalist der Süddeutschen Zeitung, Andreas Kolb, Chefredakteur der JazzZeitung und der neuen Musikzeitung, Roland Spiegel, Musikredakteur mit Schwerpunkt Jazz beim Bayerischen Rundfunk, Jason Seizer, Saxophonist, Produzent und künstlerischer Leiter des in München beheimateten Labels PIROUET RECORDS und Fee Schlennstedt, Artistic Director Schloß Elmau.
 
Diese Jury nominiert nach der sechsten Matinee die beiden Finalisten. Die beiden Ensembles treten im Abschlusskonzert  am 17. April 2010 gegeneinander an. Der BMW Welt Jazz Award 2010 wird im Anschluss an das Konzert an die Sieger vergeben.
 
Zusätzlich zum Jurypreis (1. Platz 10.000 Euro / 2. Platz 5.000 Euro) gibt es den Publikumspreis. Nach jedem Konzert haben die Zuschauer die Möglichkeit, das jeweilige Ensemble zu bewerten. Die Gewinner erhalten einen exklusiven Aufenthalt und einen Auftritt vor ausgesuchtem Publikum auf Schloss Elmau (nahe Garmisch-Partenkirchen). Dieser Preis wird vom Schloss Elmau zur Verfügung gestellt und im Rahmen des Abschlusskonzerts übergeben. Unter allen abgegebenen Stimmzetteln werden ferner attraktive Preise verlost.

Folgende junge Jazz-Künstler erhalten die Möglichkeit, sich vor großem Publikum zu präsentieren und ihre Talente weiter auszubauen:

24. Januar  -  Theo Bleckmann & Ben Monder Duo

Theo Bleckmann ist der Perfektionist unter den Jazzsängern. Unerreicht ist die Finesse, mit der er jedes Detail seiner Songs ausgestaltet. Trotzdem wirkt alles so leicht und ätherisch, dass man den hohen technischen und reflektorischen Aufwand kaum wahrnimmt. So ist der aus Dortmund stammende, in New York lebende Sänger mittlerweile eine der zentralen Figuren einer neuen, nach allen Seiten offenen Szene, die sich für nahezu jedes klingende Phänomen interessiert: Als Sänger, Performer und Komponist umfasst Bleckmanns Arbeit Jazzkonzerte, Kammermusik, Theater- und Ausstellungs-Installationen, Kabarett und Tanz-Performances. Zuletzt trat er zum Beispiel kurz hintereinander mit Interpretationen von Eisler/Brecht-Songs und einem Entertainment-Programm mit Las Vegas-Einschlag hervor. Ebenso ungewöhnlich und erlesen sind die Besetzungen, mit denen Bleckmann arbeitet. Zu ihnen gehört seit 15 Jahren auch das Duo mit dem New Yorker Gitarristen Ben Monder, einem der gefragtesten und versiertesten aus der Garde der progressiven, zeitgemäß offenen Saitenkönner.
 
31. Januar  -  Michael Schiefel & Carsten Daerr
„Ein Sänger, wie ihn Deutschland noch nicht gehabt hat“, das ist nach einhelliger Meinung von Kritik und Publikum Michael Schiefel. Nicht nur, weil er über ein markantes Organ und eine virtuose Technik verfügt, sondern vor allem, weil er einer der ganz wenigen mit einem originären, unverwechselbaren Gesangsstil ist. Seine einen weiten Umfang abdeckende, aber immer androgyn klingende Stimme durchbricht die gewohnten Muster des Jazzgesangs – ob bei Funk und Pop mit „jazzIndeed“, bei Modern Jazz mit David Friedman, bei neuartigem Bigband-Swing mit „Thärichens Tentett“ oder bei Balkanklängen mit dem deutsch-bulgarischen Quintett „Batoru“. Alle diese Facetten hat er in seinen Solo-Performances gebündelt und mithilfe eigens entwickelter Loop-Geräte erweitert. Beim BMW Welt Jazz Award 2010 ist Schiefel erstmals im Duett mit Carsten Daerr zu erleben, der neben Michael Wollny als wichtigster junger Jazzpianist Deutschlands gilt.
 
07. Februar  -  Cécile Verny Quartet
An der Elfenbeinküste geboren, in Frankreich aufgewachsen, seit etlichen Jahren nun nahe Freiburg wohnend – die Stationen ihrer Biographie haben auch die Sängerin Cécile Verny geprägt. Raffiniert, nuanciert und experimentierfreudig singt sie, und gleichermaßen mit sattelfestem Blues-Fundament, klassischem Können und Chanson-Qualitäten ausgestattet, ist sie eine der wichtigsten Stimmen im europäischen Jazz geworden, was sie in jüngster Zeit unter anderem mit einem „European Songbook“, mit einer großartigen Billie-Holliday-Hommage und dem überwiegend selbst geschriebenen Programm „Amoureuse” bewies. Seit langem vertraut sie auf eine blind aufeinander eingespielte „Working Band“, ihr Quartett mit Pianist Andreas Erchinger, Bassist Bernd Heitzler und Schlagzeuger Lars Binder, mit dem sie nun auch beim BMW Welt Jazz Award 2010 antritt.
 
21. Februar  -  Maria de Fatima
Die in Lissabon geborene Sängerin Maria de Fatima ist in vielen Ländern der Welt zuhause. Sie hatte bereits als Portugiesisch-Lehrerin in Schweden gearbeitet, dann zunächst Schwedisch in Göteborg und später Deutsch, Spanisch sowie Musik in Bielefeld studiert, bevor sie im Alter von dreißig Jahren am renommierten Konservatorium in Hilversum ein Jazzgesangsstudium aufnahm. Heute klingt ihr Gesang reifer und persönlicher denn je. In vielen Stilen erprobt, ist er stets vom Fado ihrer Heimat, aber auch von Elementen der lateinamerikanischen Musik geprägt. Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens waren und sind ihre eigenen, ganz persönlich anmutenden Projekte wie zum Beispiel das Trio „Songlines“ sowie ihr aktuelles internationales Quartett mit dem Pianisten Sebastian Altekamp, dem belgischen Bassisten Nicolas Thys und dem Brasilianer Claudio Wilner an Schlagzeug und Percussion.
 
07. März  -  Alony
Wenn Efrat Alony singt, geht es um mehr als Töne und Texte: „Es ist, als ob ich Teil von etwas Größerem werde“, hat sie es einmal beschrieben. Ähnlich geht es den Zuhörern, wenn sie Alonys meist selbst geschriebene Songs hören, die sich zu Soundlandschaften auftürmen und so mehr nach grenzüberschreitenden Künstlern wie Joni Mitchell, Björk oder Radiohead als nach traditionellem Jazzgesang klingen. In Israel als Tochter irakischer Einwanderer geboren, kam Alony eher unvermittelt und spät zur Musik. Sie studierte Komposition, Arrangement, klassischen und Jazzgesang in den USA, Israel und Berlin. An der Hanns-Eisler-Hochschule traf sie den Keyboarder Mark Reinke, der zu ihrem musikalischen Alter Ego und Co-Autor wurde. Mit dem Schlagzeuger Christian Thomé und dem Sounddesigner Jörg Surrey zum Quartett erweitert hat Alony ihr viertes, bereits preisgekröntes Album „Dismantling Dreams“ eingespielt, auf dem nun auch noch Elektronik ihren Stilmix bereichert.
 
14. März  -  Youn Sun Nah & Ulf Wakenius Duo
Obwohl sie aus einer Musikerfamilie stammt, entschied sich die Koreanerin Youn Sun Nah erst mit 26 – nach einem Romanistik-Studium und mehreren Musical-Rollen – für eine professionelle Musikerlaufbahn. Sie ging nach Frankreich, um Chansonsängerin zu werden, wandte sich jedoch schnell der Pariser Jazzszene zu und machte mit einem jungen, international besetzen Quintett eine Blitzkarriere: Fünf hoch gelobte Alben in sechs Jahren bescherten ihr unter anderem den Grand Prix beim „Jazz à Juan Concours“ und zwei „Korean Music Awards“. Bei einem Festival traf Youn Sun Nah 2007 den schwedischen Star-Gitarristen Ulf Wakenius unter anderem viele Jahre Mitglied im Oscar Peterson Quartet, der sofort begeistert war von ihrem kristallklaren und präzisen Gesang, der auf bezwingende und neuartige Weise die koreanische Mystik mit der Klarheit des französischen Chansons und der Freiheit des Jazz verbindet. Seither trifft mit diesem Duo einer der virtuosesten Gitarristen auf eine der ungewöhnlichsten und charmantesten Sängerinnen der Gegenwart.
 
17. April, 20:00h  -  Abschlusskonzert mit den zwei nominierten Finalisten im Auditorium  der BMW Welt
Das große Abschlusskonzert findet am 17. April 2010 um 20 Uhr im Auditorium der BMW Welt statt. Im Rahmen dieses Konzerts treten die beiden von der Jury nominierten Finalisten gegeneinander an, um den Gewinner des BMW Welt Jazz Award 2010 zu ermitteln. Der Preis wird anschließend an die Sieger vergeben. Der Publikumspreis wird ebenfalls direkt beim Abschlusskonzert an den Sieger vergeben.

Der Eintritt zu den Auswahlmatineen jeweils sonntags von 11.00 bis 13.30 Uhr ist frei (keine Sitzplatzgarantie). Tickets für das Finale am 17. 4. erhalten Sie ab 24. Januar 2010 in der BMW Welt und bei München Ticket unter 0180-5481 8181 (0,14 EUR/Min. aus dem Festnetz der Deutschen Telekom)
 

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