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Christine Siegert

Christine Siegert, die Leiterin der Forschungsstelle Beethoven-Archiv und des Verlags im Beethoven-Haus, ist verstorben

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Beethoven-Haus Bonn trauert um Prof. Dr. Christine Siegert

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Wie heute mitgeteilt wurde, ist Prof. Dr. Christine Siegert, die Leiterin der Forschungsstelle Beethoven-Archiv und des Verlags im Beethoven-Haus, am 3. August 2026 im Alter von 55 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.

Christine Siegert hatte ihr Leben der Wissenschaft gewidmet. Seit dem 1. September 2015 war sie im Beethoven-Haus Bonn tätig und hat die musikwissenschaftliche Forschungsarbeit mit ihrer großen fachlichen Kompetenz, ihrem Interesse an praxisorientierter Wissenschaft und ihrem Arbeitsethos maßgeblich geprägt. „Wir verlieren mit Christine Siegert eine prägende Persönlichkeit unseres Hauses und eine geschätzte Kollegin. Ihr Wirken wird in der Arbeit des Beethoven-Archivs, in ihren Publikationen und Forschungsprojekten und vor allem in unserer Erinnerung fortleben. Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten ihrer Familie und allen Menschen, die ihr nahestanden", so Malte Boecker, Direktor des Beethoven-Hauses.
 
Christine Siegert studierte Schulmusik, Musikwissenschaft, Romanistik und Philosophie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und an der Université de Picardie Jules Verne in Amiens. 2003 wurde sie in Hannover mit einer Arbeit über Luigi Cherubini promoviert und war anschließend wissenschaftliche Mitarbeiterin des Joseph Haydn-Instituts in Köln. 2010 wurde sie Juniorprofessorin an der Universität der Künste Berlin.

In ihre mehr als zehnjährige Amtszeit am Beethoven-Haus fallen bedeutende Projekte des Beethoven-Archivs, darunter "Beethoven in the House" (2020–2023) und "Das Handwerk des Verlegers" (2021–2024) sowie die internationalen Tagungen "Mit Beethoven im Exil" (2018), "Beethoven-Perspektiven" (2020), "Musikwissenschaft nach Beethoven" (2021), "Nie gehörte, nie geahndete Wunder-Geheimnisse der heiligen Kunst zum 200. Jubiläum von Beethovens Akademien im Mai 1824" (2024).

Ihr bedingungsloser Einsatz für die Gesamtausgabe – insbesondere für die Edition der Neunten Symphonie (2020) und bis zuletzt für die Ausgabe der "Leonore" in der Uraufführungsversion von 1805 –, sowie ihre Offenheit für neue Wissenschaftsthemen und zukunftsorientierte Forschungsansätze (etwa "Das Bonner Beethoven-Haus 1933 – 1945" oder "Beethoven and His Music in Nazi-Occupied European Countries") haben regelmäßig wichtige Impulse gesetzt. 
 
Auch über das Beethoven-Haus hinaus genoss Christine Siegert eine hohe internationale Wertschätzung, was ihre zahlreichen Ehrenämter belegen. So war sie zuletzt u.a. Präsidentin des Landesmusikrats Nordrhein-Westfalen, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Staatlichen Instituts für Musikforschung, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte und Mitglied im Direktorium der IMS (International Musicological Society).


 

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