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Emmylou Harris. Foto: Bernd Schweinar

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US-Ikone verabschiedet sich

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Einziges Deutschland-Konzert von Emmylou Harris
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Dolly Parton starb mit 80 unlängst eher leise. Ihre Freundin und Country-Ikone Emmylou Harris (79) wählte einen anderen Weg, sich von ihren Fans zu verabschieden. Seit Wochen tourt sie auf ihrer „Farewell“-Tournee um die Welt. In den letzten Tagen war sie in Europa unterwegs. Das finale Konzert fand in Deutschland statt; zur ausverkauften Eröffnung der Kulturraffinerie in Monheim/Rhein.

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Seit sie Anfang der siebziger Jahre von Countryrockpionier Gram Parsons (Ex-Byrds) entdeckt wurde, hat sie neben ihrer beeindruckenden Solokarriere in fünf Dekaden auch als Duett- und Harmony-Sängerin ganze Alben von Bob Dylan („Desire“) bis Neil Young („Comes A Time“) geprägt. Ihre Zusammenarbeit mit Mark Knopfler („Dire Straits“) und U2-Produzent Daniel Lanois schrieb Musikgeschichte. Letzterer zeichnete für das Album „Wrecking Ball“ verantwortlich, das als „bahnbrechend“ in die Grammy-Ruhmeshalle aufgenommen wurde.

Die Konzerte der Abschiedstournee haben den durchaus positiven Charakter eines innigen Leichenschmauses, wenn man rückblickend der guten Taten und gemeinsamen Zeit gedenkt. So und nicht anders möchte man seine Freunde zum Lebensende alle nochmals um sich scharen und mit ihnen all die tollen Jahre feiern. Ihre Lebensbilanz einer Weltkarriere summiert sich live in 25 Klassikern. Sie ehrt Gram Parsons mit „Boulder To Birmingham“, Johnny Cash mit „Help Him Jesus“, Townes VanZandt mit „Pancho & Lefty“, Merle Haggard mit „Kern River“ und final Dolly Parton mit „When We’re Gone, Long Gone“. Dass Willie Nelson mit 93 noch lebt, quittiert sie mit einem liebevollen Witz und „Hello Stranger“. Alles Brillanten.

Dass sie manche stimmliche Höhen biologisch bedingt nicht mehr erklimmen kann – vergessen. Sie gleicht das mit Charme und Emotionen aus. Zumal die Konzerte von Skandinavien bis in die Schweiz sie auch gesundheitlich angegriffen haben. Aber sie steht dieses letzte Konzert durch, als gäbe es nichts Wichtigeres mehr im Leben für ihre Fans. Und US-Countrystar Jim Lauderdale, der den Abend solo eröffnet hatte, bedankt sich mit Handkuss, stellvertretend für Millionen von Fans weltweit.

Unterwegs ist sie mit den „Red Dirt Boys“, einer fulminanten Garde alter Nashville-Cracks um Phil Madeira (u.a. Bruce Hornsby, Nitty Gritty Dirt Band) und Eamon McLoughlin, einem Staff-Fiddler der Grand Ole Opry. Da bekommen auch Songs wie „Red Dirty Girl“ oder „Goin’ Back To Harlan“ einen blue­grassigen Touch von Spritzigkeit, auch wenn im hohen Alter die Knochen zwicken.

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