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Startschuss-Pressekonferenz zum „Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt“ der Initiative kulturelle Integration (v.l.n.r.): Barbara Haack, Leiterin Kommunikation beim Deutschen Kulturrat, Olaf Zimmermann, Sprecher der Initiative kulturelle Integration und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Bischöfin Kirsten Fehrs, Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Daniela Schneckenburger, Beigeordnete für Kultur beim Deutschen Städtetag, Robert Skuppin, Programmdirektor des Rundfunk Berlin-B

Startschuss-Pressekonferenz zum „Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt“ der Initiative kulturelle Integration (v.l.n.r.): Barbara Haack, Leiterin Kommunikation beim Deutschen Kulturrat, Olaf Zimmermann, Sprecher der Initiative kulturelle Integration und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Bischöfin Kirsten Fehrs, Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Daniela Schneckenburger, Beigeordnete für Kultur beim Deutschen Städtetag, Robert Skuppin, Programmdirektor des Rundfunk Berlin-Brandenburg als Medienpartner des Aktionstags. Foto: Deutscher Kulturrat

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Harmonie statt Einfalt

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Über den Aufruf zum ersten bundesweiten „Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt“
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Gesellschaftlicher Zusammenhalt und kulturelle Integration haben sich seit geraumer Zeit nicht nur hierzulande von optimistisch bespielten Handlungsräumen zu heftig umkämpften Problemfeldern entwickelt. Ein Übermaß an Belastungen und Herausforderungen, der Klimawandel, die Migration, die Weltlage, der Arbeitsmarkt, soziale Ängste, mediale Überforderung und anderes mehr, haben dazu geführt, dass Menschen sich ganz allgemein voneinander ab- und besorgt sich selbst zugewandt haben und ihr Gegenüber immer mehr als eine Bürde oder gar Bedrohung ihrer belasteten Existenz empfinden. Dank immer größer werdender Sprach- und Verständnislosigkeit ein ebenso selbst- wie demokratiegefährdender Zustand.

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Um für diesen zu sensibilisieren, entstand 2017, inmitten aufschäumender Migrations- und Leitkultur-Debatten, auf Anregung des Deutschen Kulturrates die „Initiative kulturelle Integration“: ein bundesweites Bündnis von 28 Ver­treter:innen der Sozialpartner, Religionsgemeinschaften, Medien, Politik, Verwaltung und der Zivilgesellschaft, ein who is who des öffentlichen Lebens hierzulande, von ARD bis ZDF, Arbeitgebern bis Gewerkschaften. Über alle Differenzen hinweg eint sie die Sorge um das respektvolle Miteinander und das Gedeihen einer vielfältigen Gesellschaft.

Hanau gewidmet ist etwa eines der Projekte des Bündnisses, bundesweite Schulwettbewerbe für künstlerische Beiträge, die sich mit dem rassistischen Massenmord 2020 auseinandersetzen: 2025 für „Ohren auf Hanau“ musikalische, so 2026 für „Schreib für Hanau“ literarische.

Projekt zum Miteinander

Zu einem neuen und konkret dem Miteinander gewidmeten Projekt rief nun die Initiative jüngst in Berlin auf, zum landesweiten „Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt“ am 21. Mai 2026. Im Umfeld des UNESCO-Welttags der kulturellen Vielfalt sind die unterschiedlichsten Organisationen, Institutionen, Bündnisse und auch Einzelne überall im Land aufgerufen, mit Aktionen und Projekten gemeinsam und geballt das kulturelle Miteinander zu demonstrieren, welches die freie und vielfältige deutsche Gesellschaft auszeichnet. Musikprojekte, Lesungen, Ausstellungen, Gesprächsrunden, Kunst im öffentlichen Raum … Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß, und was alles bereits stattfinden wird sowie was man machen kann, inklusive einer Toolbox, findet sich unter https://kulturelle-integration.de/aktionstag-zusammenhalt-in-vielfalt. Dass es der Tag vor Pfingsten ist, das sprach bei der Auftaktveranstaltung Bischöfin Kirsten Fehrs, die Ratsvorsitzende der EKD, an und damit zugleich die Fähigkeit von Religionsgemeinschaften, Unterschiede zu respektieren, indem man Gemeinsames stiftet.

Barrieren abbauen, Ängste nehmen

Dass beides bitter nötig ist, zeigte Daniela Schneckenburger, Kulturbeigeordnete beim Deutschen Städtetag, daran anknüpfend mit dem Hinweis, wie Kommunen als primäre und alltägliche Räume des Miteinanders immer mehr Konfrontationen und Verständnislosigkeit ausgesetzt sind, auf den Straßen aber auch in den Räten und der Verwaltung. Dass es anders gehen kann und sollte, das kann der Aktionstag zeigen, zu dem Olaf Zimmerman, der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, konkret alle Menschen in Deutschland einlud, die sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt stark machen.

Augen und Ohren für- und miteinander öffnen: Das fasst die Ziele des Aktionstags gut zusammen, besser jedoch das Lied, welches Sebastian Krumbiegel von den Prinzen dazu schon beigetragen hat: „Keine Angst“. Ohnehin dürfte musikaffinen Menschen hinlänglich bekannt sein, nicht nur dass gegen Angst Üben und vor allem Spielen oder Singen helfen, sondern auch dass Harmonie nicht Gleich- oder Einstimmigkeit bedeutet, als vielmehr auf dem antiken Prinzip der „concordia discors“ beruht, dem Zusammenklang unterschiedlicher Schwingungsverhältnisse, ebenso der näheren wie der ferneren. So wird Zusammenklang und auch -halt voller, reicher, klingender. „Ohne interkulturelle Dialoge führen wir Selbstgespräche,“ schreibt der deutsch-bosnische Schriftsteller Saša Stanišić. Anders gesagt: Ohne Vielfalt bleibt nur die Einfalt übrig.

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