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Berlin: Staatsoper Unter den Linden lädt zum Open-Air-Abend +++ Hamburg: "Parsifal" in Tonsätzen zu vier Händen von Engelbert Humperdinck +++ Mailand: Kleiderordnung an der Scala
Berlin: Staatsoper Unter den Linden lädt zum Open-Air-Abend
Berlin (ddp-bln). Die Staatsoper Unter den Linden in Berlin lädt am 19. Mai erstmals zur kostenlosen «Staatsoper für alle» auf den Bebelplatz. Künftig werde dort jeweils zum Spielzeitbeginn eine Oper live auf einer Großleinwand übertragen, kündigte Intendant Peter Mussbach am Freitag in Berlin an. In diesem Jahr werde die seit Monaten ausverkaufte Vorstellung von Jules Massenets «Manon» mit Anna Netrebko und Rolando Villazon bei der Open-Air-Veranstaltung gezeigt. Die Staatsoper wolle «aus den eigenen Mauern in die Stadt hinein wirken», sagte Mussbach.
Einen Tag später werde es zudem ein Open-Air-Konzert mit der Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim geben, sagte Mussbach.
Das Projekt wird durch eine Kooperation mit dem Autokonzern BMW ermöglicht. In München gebe es ein solches Format bereits seit zehn Jahren, sagte der Leiter der Region Deutschland der BMW Group, Ludwig Willisch. Die «Staatsoper für alle» solle auch ein «Stück Schwellenangst abbauen bei denen, die noch nie in einer Oper waren», sagte Maximilian Schöberl von der BMW Group.
Der Generaldirektor der Staatsoper, Daniel Barenboim, betonte, die Zukunft der Kultur und der Musik sei davon abhängig, ob sie zurückkomme in die Gesellschaft. Bisher werde Kunst entweder populistisch oder elitär gehandelt. Beides sei falsch. Solche Initiativen wie die «Staatsoper für alle» seien darum besonders wichtig.
Die Schirmherrschaft über das Projekt hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) übernommen. Schätzungen zufolge bietet der Berliner Bebelplatz Platz für rund 5000 Besucher. Zudem werde der angrenzende Teil der Straße Unter den Linden für die Veranstaltung gesperrt.
Hamburg: "Parsifal" in Tonsätzen zu vier Händen von Engelbert Humperdinck
Anlässlich der Aufführung von Robert Wilsons legendärer »Parsifal«-Inszenierung an der Staatsoper Hamburg stellen Generalmusikdirektorin Simone Young und der Pianist und Musikforscher Cord Garben ein Werk vor, das jahrzehntelang in den Archiven schlummerte. Der Schöpfer von »Hänsel und Gretel«, Engelbert Humperdinck, hatte eine vierhändige Fassung der Parsifal-Musik seines hochverehrten Lehrers Richard Wagner angefertigt, die im Laufe des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit geriet. Das Konzert in der Freien Akademie der Künste stellt eine einmalige Gelegenheit dar, sich im intimen Rahmen in die wunderbare Musikwelt des »Parsifal« zu versenken und Simone Young und Cord Garben beim Spielen zuzusehen.
Richard Wagners »Parsifal« in Tonsätzen zu vier Händen von Engelbert Humperdinck
Klavier: Simone Young, Cord Garben
Sonntag, 4. Februar 2007, 11.00 Uhr
Ort: Freie Akademie der Künste
http://www.hamburgische-staatsoper.de
Mailand: Kleiderordnung an der Scala
Die Mailänder Scala hat für ihr Publikum eine Kleiderordnung erlassen. Bei Premieren sind die Männer angehalten, Krawatte und dunklen Anzug zu tragen, bei normalen Aufführungen Schlips und Jacket. Auch bei Frauen solle die Kleidung "im Einklang mit dem guten Ton des Theaters" stehen. Der Intendant des Opernhauses, Stephane Lissner, will einen entsprechenden Hinweis auf die Tickets drucken lassen. Es werde "diskrete Kontrollen" geben, so die Zeitung "La Repubblica". Allerdings solle kein Gast wegen seiner Gewandung aus dem Theater gejagt werden. Dirigent Riccardo Chailly begrüßt den Schritt und meint: In vielen Ländern fehle nicht viel und die Leute kämen in Unterhose in die Oper. Literaturnobelpreisträger Dario Fo hingegen wittert eine Form der Diskriminierung.
Quelle: B5Aktuell