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Benjamin Günst. Foto: Carolin Weinkopf

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Junge Talente beim Karrierestart fördern

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Zur Verleihung des Preises des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft
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Am Donnerstag, dem 30. April 2026 lud der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft zur festlichen Austragung des Finalkonzerts ihres diesjährigen Musikpreises. Der Einladung folgten neben zahlreichen Vertreter:innen der involvierten Förderer aus der deutschen Wirtschaft noch andere private Besucher:innen, ganz voll bekam man die Besucherplätze aber nicht; wohl auch, da die Veranstaltung durch die Datierung am Vorabend des ersten Mais mit zahlreichen anderen parallelen Musikveranstaltungen in Konkurrenz stand.

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Entsprechend der Mission des Kulturkreises, junge, talentierte Musi­ker:innen beim Start in ihre professionelle Karriere wirtschaftlich zu fördern, waren alle drei am Konzert­abend musizierenden Finalist:innen zwischen 24 und 25 Jahre alt. Bis ins Finale schafften es dieses Jahr Chelsea Guo mit Gesang und Klavier, Sarah Luisa Wurmer an der Zither – wohl das außergewöhnlichste Soloinstrument des Abends – und Benjamin Günst an der Geige. Alle drei konnten in je verschiedenen Bereichen eigene Stärken aufweisen. Guo konnte sich durch ihre doppelte instrumentale Fähigkeit mit selbst begleitetem Schubert-Lied profilieren, Wurmer brachte kreative Eigenarrangements mit und zauberte durch verschiedene Spielweisen eine ungeahnte Klangvielfalt aus ihren beiden Zithern. Zuletzt spielte Benjamin Günst ein zumindest den Stücken nach recht traditionelles Programm – Vivaldi, Kurtág, Ravel. Sein individueller Trumpf allerdings war seine schiere Bühnenpräsenz und eine begeisternde Mischung aus unglaublicher technischer Präzision zusammen mit elanreichem Spiel und filigraner dynamischer Ausgestaltung.

Bereits nach seinem ersten Stück, Vivaldis „Per Pisendel“ hatte er wohl den größeren Teil des Publikums überzeugt, wie die frühen „Bravo“-Zurufe aus dem Saal belegten.

Übertrumpft wurde das nur noch durch seinen überaus virtuosen Vortrag von Ravels überaus anspruchsvoller Konzert-Rhapsodie „Tzigane“ als furioses Finale seines Konzertprogramms und damit des gesamten Abends.

Die Jury teilte die Begeisterung des Publikums offensichtlich. Sie kürten Geiger Benjamin Günst zum Sieger des Abends, der sich nun auf die Siegerprämie von 15.000 Euro und die Vermittlung einiger prominenter Konzertanlässe zum Schub der eigenen Karriere freuen darf. Die Jury dokumentiert in ihrer Begründung: „Benjamin verbindet exzellentes handwerkliches Können mit einem feinen Gespür für musikalische Kommunikation und Zusammenarbeit.“

Die musikalischen Performances des Abends konnten also überzeugen, die organisatorische Rahmung leider etwas weniger. Nach einer kurzen und teils holprigen Begrüßung durch den Konzerthaus-Intendanten Tobias Rempe verlief der Abend weiterhin weitgehend unmoderiert. Die Finalist:innen führten selbst verbal durch ihre Programme; hier und da passierten ein paar kleinere Patzer bei den Übergängen und Umbauten. Nach dem abschließenden Applaus für alle drei Finalist:innen und das Konzerthausorchester leerte sich die Bühne, es folgte keine größere Verabschiedung, sodass erst ein kollektives Fragezeichen durch das Publikum ging, bevor sich die Masse schließlich langsam erhob und aus dem Schinkel-Saal hinaus mäanderte. Auch eine anschließende feierliche Siegerehrung blieb aus, den Gewinner und das Juryurteil durften sich die Besucher:innen am Folgetag selber online erlesen.

Insgesamt ist es natürlich aber zu begrüßen, dass sich das Konzerthaus dieses Jahr als Host des Finalkonzerts bereit stellte, um den jungen Musiker:innen so einen solistischen Auftritt im großen Saal des opulenten Schinkel-Baus zu ermöglichen. Die Veranstaltung reiht sich damit ein in die erkennbaren (und löblichen) Bemühungen der Intendanz Rempe, mehr Innovation, Diversität und Vermittlungsprojekte gerichtet an jüngere Zielgruppen in das Konzerthaus zu holen.

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