Alfried Krupp Schülerlabor der Künste eröffnet

Jugendliche experimentieren mit Kunst, Musik, Design und Performance


(nmz) -
Ein deutschlandweit einzigartiges Modellprojekt zur künstlerischen Nachwuchsförderung starteten die Folkwang Universität der Künste und die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung im Frühjahr 2022: Das Alfried Krupp Schülerlabor der Künste bietet künstlerisch-wissenschaftliche Workshop-Programme für weiterführende Schulen an und versteht sich dabei als ein Ort des offenen künstlerischen Experiments.
Ein Artikel von Iris Pairet Garcia

Die Schüler*innen erhalten Gelegenheit, neue kreative Bereiche kennenzulernen und ihre künstlerischen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Eintägige Workshops laden ein zum selbsttätigen Forschen und zu gemeinsamen ästhetischen Erfahrungen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Einsatz zukunftsbasierter Technologien. Unter der Leitung von Folkwang Lehrenden, Absolvent*innen und Studierenden erhalten Jugendliche und junge Erwachsene innovative Einblicke in die Disziplinen Kunst, Musik, Design und Performance – und dies vor einer außergewöhnlichen Kulisse.

Sitz des Schülerlabors ist das SANAA-Gebäude auf dem Folkwang Campus Welterbe Zollverein. Die weitläufige zweite Etage bietet freien Raum und genug Platz für mehrere Arbeitsstationen, die nach Bedarf konzipiert und eingerichtet werden können. Die Workshops richten sich bundesweit an Schulklassen ab der Jahrgangsstufe 9 aller Schulformen.

Einzigartiges Modellprojekt mit großer Bandbreite

Mathematisch-naturwissenschaftliche Schülerlabore sind national wie international etabliert, auch die Kunst- und Musikvermittlung in der frühkindlichen Bildung ist in Deutschland bereits aufgestellt. Neu am Schülerlabor der Künste ist seine Bandbreite. Die Folkwang Universität der Künste möchte hier einen außerschulischen Lernort schaffen für Jugendliche, die sich demnächst beruflich orientieren müssen. Auch Schüler*innen, die in privatem Umfeld eher selten mit kulturellen Themen in Verbindung kommen, wird hier ein Zugang zu Kunst, Musik, Design und Performance ermöglicht.

Die Teilnehmenden können sich mit Thematiken beschäftigen, die im Kunst- und Musikunterricht nur angeschnitten werden, diese vertiefen und das theoretisch-wissenschaftliche Arbeiten kennenlernen. Dabei geht es beispielsweise um Fragen wie: Warum erinnern wir uns an einen Film, wenn wir nur wenige Töne des Soundtracks hören? Wie entsteht aus Musik, Bildern und Bewegung ein Gesamtkunstwerk? Wie echt ist unser Ich, wenn wir uns selbst porträtieren?

Kreative Prozesse im interdisziplinären Erfahrungsraum

Die Workshops knüpfen da an, wo der schulische Unterricht - schon aufgrund der Ausstattung - an seine Grenzen kommt. Nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch erkunden die Schüler*innen die interdisziplinären Möglichkeiten verschiedener Kunstrichtungen. Gleichzeitig bekommen sie eine Vorstellung von der Vielfalt im Arbeitsfeld Kunst und können erste Studienerfahrung sammeln.

Die fächerübergreifende und kreative Auseinandersetzung mit den Künsten unterstützt den Prozess der Selbstfindung. In ergebnisoffenen Prozessen können die Teilnehmenden sich für ihre Form des Ausdrucks entscheiden und lernen so ihren eigenen Gestaltungsspielraum kennen. Diese Erfahrung kann ihnen als Kompass für die berufliche Zukunft dienen und sie ermuntern, ihre Umwelt auch in anderen Zusammenhängen aktiv mitzugestalten.

Partizipation ohne Vorkenntnisse

Im Schülerlabor der Künste wird gemeinsam Neues entdeckt, sich ausgetauscht, voneinander gelernt und ausprobiert. Die Schüler*innen entscheiden mit den Lehrenden, welche Themen sie erforschen und wie sie vorgehen möchten. So werden im Komponierlabor eigene Ideen zum Klingen gebracht oder die im Foto-Workshop entstandenen fotografischen Experimente und ihre unterschiedliche Wirkung in der Gruppe diskutiert.

Analog mit Tusche und Feder, aber auch digital mit dem Tablet beschäftigen sich die Schüler*innen mit dem Thema Kulturgut Handschrift oder sie verwandeln das SANAA-Gebäude mit XR-Brillen in eine hybride Welt.

Das Alfried Krupp Schülerlabor der Künste ist eine Einrichtung der Folkwang Universität der Künste und wird ermöglicht durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Die Organisation und Projektorganisation des Schülerlabors liegt in den Händen des Leitungsteams, bestehend aus Elke Seeger, Folkwang-Professorin für Fotografie und Prorektorin für Studium und Lehre, und den Folkwang-Absolvent*innen Florian Käune, M.Ed. und Dipl.-Des. Sonja Riemann-Zibner. Zusammen mit einem Team von Folkwang Lehrenden und Studierenden haben sie die ständige Weiterentwicklung der Experimente im Blick und gestalten jedes Semester neue abwechslungsreiche Workshop-Programme.

Fachliche Vorkenntnisse sind für den Besuch des Schülerlabors der Künste nicht erforderlich - lediglich die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen und sich auf bisher unbekanntes Terrain zu begeben. Einen Termin können die Fachlehrer*innen direkt über den Online-Anmeldekalender buchen.

Informationen und Anmeldung zu den Workshops unter:
https://schuelerlabor.folkwang-uni.de

Alfried Krupp Schülerlabor der Künste
Folkwang Universität der Künste
Welterbe Zollverein / SANAA-Gebäude
schuelerlabor@folkwang-uni.de

Informationen zum Studienangebot der Folkwang Universität der Künste unter:
www.folkwang-uni.de
Tel. +49 (0)201 49 03-0, info@folkwang-uni.de
facebook.com/folkwang
Instagram: @folkwang_uni

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