Besondere Fähigkeiten der Schüler fördern

Erste Musikschul-Anerkennung in Brandenburg


(nmz) -
Die Uckermärkische Musik- und Kunstschule (UMKS) wurde im Jahr 2004 durch den gemeinnützigen Verein „Musikfreunde Angermünde“ e.V. gegründet. In einem feierlichen Akt im Juli 2007 verlieh die damalige Ministerin Frau Dr. Johanna Wanka der Musikschule den Namen „Friedrich Wilhelm von Redern“.
Ein Artikel von Walter Thomas Heyn

Seit 2006 trägt die UMKS den Titel „Staatlich anerkannte Musikschule des Landes Brandenburg“. Sie arbeitet nach den Kriterien des Brandenburgischen Landesmusikschulgesetzes und wird entsprechend gefördert. Eine weitere finanzielle Förderung erfolgt durch den Landkreis Uckermark, die Stadt Angermünde und  private Sponsoren, allen voran die Sparkasse Uckermark.

Nun trägt die Musikschule seit Mitte Februar den Titel „anerkannte Musikschule“. Der Kulturstaatssekretär Martin Gorholt war eigens angereist, um beim Besuch der Einrichtung die erste Urkunde dieser Art in Brandenburg zu überreichen. Weitere Urkunden erhielten die Musikschule Bernau, die Niederlausitzer Musik- und Kunstschule Luckau und die städtische Musikschule Frankfurt (Oder). Die Neufassung des Brandenburgischen Musik- und Kunstschulgesetzes sieht ein Verfahren zur Feststellung höherer Qualitätsstandards vor, Staatssekretär Gorholt führte dazu in der Märkischen Online Zeitung (MOZ) aus: „Wer das Anerkennungsverfahren erfolgreich durchläuft, bekommt gesetzliche Fördermittel. Alle fünf Jahre werden die festgelegten Kriterien und Standards überprüft, woran sich die Höhe der Förderung orientiert. Dabei wird die Schülerzahl einfach und die Zahl der Unterrichtstunden zweifach bewertet. Bisher hat die Landesregierung 29 Musikschulen mit insgesamt 2,6 Millionen Euro gefördert.“

Für das Prüfungsverfahren wichtig sind Kriterien wie ein breites Spektrum an Fachbereichen und eine Mindestanzahl an Unterrichtsstunden. Das Angebot der UMKS beinhaltet deshalb neben dem traditionellen Instrumental- und Gesangsunterricht etliche Ensembles und Gruppenangebote. So wurde zum Beispiel kürzlich ein Trommelkurs für Behinderte und Nichtbehinderte ins Leben gerufen. Schwerpunkte sind außerdem die Kooperationen mit der Puschkin-Schule und anderen Partnern in der Region, von Percussion- und Singklasse über Schulmusicals bis hin zur Teilnahme an internationalen Begegnungen. Deshalb werden regelmäßig Fahrten ins In- und Ausland organisiert, so zum Beispiel 2013 nach Paris in einem deutsch-französisch-polnischen Austausch.

Daneben fördern die Lehrer gern die besonderen Fähigkeiten eines Schülers, bis hin zur Teilnahme an Wettbewerben, allen voran „Jugend musiziert“. Im Rahmen des Sonderförderprogramms des Landes Brandenburg kann der Schüler bei entsprechenden Leistungen zusätzlichen kostenfreien Unterricht erhalten. Von dieser Möglichkeit wurde in den letzten Jahren intensiv Gebrauch gemacht, so dass gute Wettbewerbsergebnisse erreicht wurden.

Soweit die guten Nachrichten aus Brandenburg. Eine Urkunde und ein bisschen Geld helfen sicherlich weiter, um auch Gehör bei örtlichen Politikern und Sponsoren zu finden und Interesse bei den Eltern zukünftiger Schüler zu erwecken. Trotzdem bleibt die jährliche Finanzierung einer jeden freien Schule jedes Jahr aufs Neue eine Gratwanderung. Und bei genauer Betrachtung des Gesetzes sieht man natürlich, dass derartige Vorgaben die großen alteingesessenen Musikschulen der größeren Städte bevorteilen, während innovative Neugründungen, die es im mit Musikunterrichtsangeboten unterversorgten Flächenland Brandenburg in zahlreichen kleineren Gemeinden zunehmend gibt, auf viele Jahre hinaus keine reale Chance haben, auch nur in die Nähe staatlicher Förderung zu kommen. Hier wurde nicht zu Ende gedacht.

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