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Alle Artikel kategorisiert unter »Walter Thomas Heyn«

Ein neuer Abenteuerspielplatz

09.05.22 (Walter Thomas Heyn) -
Ziel dieses hinlänglich bekannten Wettbewerbes ist es jedes Jahr aufs Neue, musikalische Hochbegabungen rechtzeitig und nachhaltig zu fördern. Analog zum Sport sind Spitzenleistungen nur durch die gezielte Förderung des Einzelnen in den Kinderjahren möglich. Ein wichtiges Mittel dazu sind Wettbewerbe. Und der wichtigste Wettbewerb ist und bleibt „Jugend musiziert“.

Das sind die Apostel der Gegenwart

07.03.22 (Walter Thomas Heyn) -
Den Tod von Georg Christoph Biller zu verwinden, ist schwer: obwohl er einige Jahre jünger war als ich, kam er mir immer vor wie der ältere Bruder, weise und in sich ruhend und manchmal den Irrungen und Wirrungen der Jugend mit nachsichtigem Lächeln eine kleine Ermahnung mitgebend. Seine hervorragenden Leistungen, solistisch, aber auch mit dem wunderbaren Thomanerchor und mit dem Gewandhausorchester setze ich als allgemein bekannt voraus. Wir hatten den gleichen Hauptfachlehrer, besuchten die gleiche Hochschule und die Leipziger Innenstadt war klein. Trotzdem sind wir uns nur selten begegnet. Man muss die Stadt Leipzig in den 70iger und 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts mitbedenken (was für eine Zeitdifferenz: mir wird beim Schreiben ganz rührselig…): Leipzig war eine Stadt mit einer sprudelnden Kulturszene, mit einem halben Dutzend Kirchen samt intensivem Musikleben, mit 4 Theatern und zwei sehr politischen Kabaretts; mit einer aktiven Szene der Neuen Musik mit Burkhart Glaetzner und Friedrich Schenker, mit bedeutenden Dirigenten wie Kurt Masur am Gewandhaus, Rolf Reuther am Opernhaus und Herbert Kegel am Rundfunkorchester. Dazu kamen alle wesentlichen Musikverlage des Landes, Dutzende Literaturverlage, zwei internationale Messen pro Jahr, viele Galerien und die leistungsfähige Hochschule für Musik. Das war unser aller Tempel, in dem Professor Siegfried Thiele sein durchdachtes und eindrucksvoll weitgespanntes Netz des Wissens fördernd und fordernd über uns Dirigier- und Kompositionsstudenten legte.

Sechs Blicke zurück

10.02.22 (Walter Thomas Heyn) -
Als Kind und als junger Mensch habe ich gegrinst, wenn meine Mutter jeden Tag als erstes die Todesanzeigen der Tageszeitung studierte und kommentierte. Es verschaffte ihr eine gewisse Befriedigung, dass sie schon die und den überlebt hatte. Mittlerweile bin ich alt und ertappe mich gelegentlich dabei, Todesanzeigen zu lesen. Nur verschafft mir diese Lektüre keine Befriedigung, denn die Namen, die ich lese, sind die Namen von Lehrern und Kollegen, mit denen ich seit Jahrzehnten bekannt und zum Teil befreundet war.

Der Komponist und Tonmeister Günter Neubert ist tot

Leipzig - Der Komponist Günter Neubert ist am 18. November verstorben. Das erfuhr die nmz aus dem Kreis ehemaliger Kollegen des Tonmeisters. Neubert engagierte sich im Deutschen Komponistenverband, im Sächsischen Musikrat, war Mitbegründer des Sächsischen Musikbundes sowie der Sächsischen Akademie der Künste. Anlässlich seines 85. Geburtstages im März 2021 würdigten der Verleger und Komponist Walter Thomas Heyn und der Komponist Thomas Buchholz den Kollegen und Lehrer Günter Neubert in der neuen musikzeitung. Dem Anlass entsprechend veröffentlichen wir den Text hier noch einmal:

Musiktheorie für die berufliche Ausbildung

05.11.21 (Walter Thomas Heyn) -
Mit dem neuen Musiktheorie-Lehrbuch von Thomas Buchholz wird eine spezielle Klientel angesprochen, für die es bisher kaum ausreichende Fachbücher gab. Gemeint sind die Fachschulberufsausbildungen im Bereich der Sozialpädagogik. Erzieher*innen oder auch Kinderpfleger*innen sollen, wenn man die Rahmenrichtlinien der Länder befragt, eine musikalische Elementarausbildung erhalten, die es ihnen ermöglicht, Kinder verschiedener Altersgruppen bei musikalisch-pädagogischen Angeboten anzuleiten. Dass sich unter den Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschulen immer weniger befinden, die dafür das eigentlich notwendige musikalische Rüstzeug mitbringen, hat verschiedene, jedoch miteinander vernetzte Ursachen.

Theater am Rand

11.10.21 (Walter Thomas Heyn) -
Zwei Jahre Corona-Berufsverbot sind vorbei und zaghaft-kühn wagen sich die ersten Veranstalter wieder an kleine Produktionen, immer bedroht von Verordnungen, Durchführungsbestimmungen und kurzfristigen Verboten, ausgesprochen von Menschen, deren Gehalt und Arbeitsplatz ungefährdet und deren Wissen um die Bedingungen zur Produktion von Kultur und um die Nöte von Musikern und anderen kreativen Kulturschaffenden weiterhin konstant bei nahezu Null bleibt.

Entgrenzte Musik

11.10.21 (Walter Thomas Heyn) -
„Spiel ohne Grenzen“ hieß eine berühmte Unterhaltungssendung in den sechziger und siebziger Jahren, die wir Kinder bei gutem Benehmen ab und zu bei Tante Else im Nachbarhaus, die schon so einen Wunderapparat hatte, ansehen durften. „Spiel ohne Grenzen“ heißt auch das neue Konzertprogramm, welches vom Berliner Trio Laccasax Anfang September in Wandlitz vorgestellt wurde.

Der Künstler und Lehrer

07.04.21 (Thomas Buchholz) -
Erinnerung: Leipzig Herbst 1985, freundlich empfing mich in seinem Privathaus der Komponist Günter Neubert, dessen Musik zur Weihnachtsgans Auguste ich schon kannte. Meine sorgsame Notation mit Bleistift, Neubert konzentriert lesend – das waren immer die entscheidungstragenden und wegen der gefühlten Länge, schwer zu ertragenden Momente seines Unterrichts – ahnte er den Ausgang der Notenskizze eher als ich den Anfang wusste. Dann sagte er in freundlichen Sätzen, was er gut fand – ich wusste, dass dieses nicht das Wichtige war – dann kam der Teil, der meinen Weg zurück in meine Studentenbude länger werden ließ, bis ich anfing sofort alles neu und vermeintlich besser zu machen, um es tags drauf wieder zu verwerfen. Ich liebte diese Mühen der Ebene.

Märkische Ausfahrten

08.02.21 (Walter Thomas Heyn) -
Neulich sah ich einen Menschen mit einem T-Shirt, auf dem stand: „Das war mein zweitbester Sommer“. Als ich das las, wurde ich etwas nachdenklich. Der Sommer, ja, wo ist der eigentlich geblieben? Es fühlt sich an, als wäre er ausgefallen, jedenfalls im Sinne von Freizeit und Urlaub. Denn der Brandenburger Sommer war prallvoll gefüllt mit Fontane-Veranstaltungen. Fontane unterm Birnbaum, Fontane in der Scheune, Fontane im Schloss, Fontane hinterm Hühnerstall: Überall lasen Schauspielerinnen und Schauspieler die immer gleichen Texte aus den „Wanderungen“, Fontane, unser Brandenburger Fontane, er wird gelesen, gespielt, ausgestellt, gesungen und als Oper aufgeführt. Tafeln wurden aufgestellt mit Erinnerungssprüchen oder mit „Hier reiste Fontane am soundsovielten mit der Postkutsche durch…“. Und auch jeder Bürgermeister schaute noch mal ins Wanderungen-Buch rein, ob der Altmeister gar etwa was geschrieben hätte über das eigene Kaff.

Die Kleinen sterben aus

Es war kurz nach der Wende. Ich war neu in Berlin und genoss die bunten Spannungen und Kontraste zwischen Ost- und Westberlin. Alles war neu und aufregend, und wir machten Musik an jeder Ecke und in jeder Kneipe. Geld hatte kaum jemand, jedenfalls nicht genug, und da man zum Musikmachen Technik braucht, wurden die Adressen von kleinen Bastlern und Tüftlern ausgetauscht, die mal hier einen Verstärker bauten, mal dort eine Box reparierten oder ein Effektgerät löteten.
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