Braunschweiger Dozentenkonzert in historischen Räumen

Beitrag zur 10. Braunschweiger Kulturnacht im September 2012


(nmz) -
Alljährlich treten die Dozenten des DTKV Braunschweig anlässlich der Kulturnacht mit einem abwechslungsreichen klassischen Programm auf. Mehr als 1.900 Künstler aus den Bereichen Musik, Tanz, Film und Kunst zeigten ihr Können in 250 Veranstaltungen an 80 Orten und machten Braunschweig zu einem rauschenden kulturellen Eventzentrum.
Ein Artikel von Claudia Bigos

Im Mittelpunkt des Programms in der Dornse des Altstadtrathauses stand das Trio op. 44 für Klarinette, Violoncello und Klavier von der französischen Komponistin, Pianistin und Musikwissenschaftlerin Louise Farrenc. Viele zu Unrecht fast vergessene Kompositionen der Frauen aus der Romantik erleben in Konzerten und Neueditionen eine Art Renaissance. Auch Farrencs Trio ist den anderen Werken der Romantik ebenbürtig und kann mit der Kammermusik eines Schumanns oder Mendelssohn Bartholdys verglichen werden. Die Interpretinnen, Djamila Köhli (Klarinette), Larissa Becker (Violoncello) und Friederike Leithner (Klavier) spielten mit viel Enthusiasmus und Werkverständnis und zeigten in den Solostellen, wieviel musikalische Schönheit in diesem Stück eingefangen ist. Die Musikerinnen haben jeden einzelnen Satz in ihrer thematischen Arbeit sorgfältig ausgearbeitet und nuanciert vorgetragen.
Weiterhin standen zwei Lieder in der Fassung für Violoncello und Klavier des Braunschweiger Komponisten Louis Spohr auf dem Programm: Nachgefühl (J.W. von Goethe) WoO 91 und Ungeduld (Wilhelm Müller), op. 94.4. Die junge Violoncellistin Luise Frappier spielte souverän und sehr ausdrucksstark und gewann das Publikum für sich. Am Flügel wurde sie von Ilka Schibilak begleitet, die mit gewohnter Präzision eine beeindruckende Interpretation der Stücke erarbeitete. Mit atemberaubender Bravour und Leichtigkeit spielte Ilka Schibilak noch zwei Solowerke von Frédéric Chopin: die Fantasie Impromptu cis-Moll op. 66 und die Etüde C-Dur op. 10 Nr. 1. Das zahlreich erschienene Publikum teilte die Begeisterung der Musiker für die vorgetragenen Werke und trotz des „Pins-Prinzips“ (Flatrate für alle Veranstaltungen am Abend, nach dem Motto: reinschnuppern – bleiben oder gehen) war der Saal bis zum Schluss sehr gut gefüllt.
Da störte es auch nicht, wenn zwischen den Sätzen ein Handy klingelte. Klassische Musik in lockerem Rahmen und auf hohem Niveau.

Das könnte Sie auch interessieren: