DVD-Tipp 2018/04
Score – eine Geschichte der Filmmusik
Ein Artikel von Viktor Rotthaler
Im Schnelldurchlauf geht es durch die ganze Filmmusikgeschichte: von den Stummfilmen, die am Klavier oder an der Wurlitzer-Orgel begleitet wurden, über die Väter der Tonfilmmusik wie Alfred Newman oder Bernard Herrmanns „Psycho“-Klängen bis zu Jerry Goldsmiths experimenteller Musik zum „Planet der Affen“. Und natürlich dürfen auch Ennio Morricones Western-Scores und Danny Elfmans „Batman“ nicht fehlen. Dazu erzählen Marco Beltrami oder Hans Zimmer über ihre neuesten Projekte. Und man sieht die Orchestermusiker bei ihrer Arbeit.
Über allem schwebt die „Deadline“ für die Scores, die tatsächlich oft in Hollywood erst in letzter Minute eingespielt werden, wenn der Film fertig geschnitten ist. Leider lässt sich der Film nie Zeit in die Tiefe zu gehen, wie etwa eine wunderbare Dokumentation über den Stummfilmkomponisten Aljoscha Zimmermann. So wird man hier – wie so oft bei dieser Art von Dokumentationen – einfach nur mit Statements und Filmausschnitten im Sekundentakt gefüttert.
Für Fans gibt es keine neuen interessanten Anekdoten oder gar Einsichten und für Frischlinge gibt es wenig Inspiration. Einen seltsamen – wohl ungewollten – Nebeneffekt gibt es: Weil sehr viel unterschiedliche Originalsounds aus dem Golden und Silver Age der Filmmusikgeschichte erklingen, fällt die Gleichförmigkeit des aktuellen Hollywood-Sounds besonders auf.
Score – eine Geschichte der Filmmusik
EuroVideo
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