Gemeinsam mehr bewegen

mu:vDEiNprojekt-Seminar für junge Organisatoren von Musikprojekten


(nmz) -
Was macht ein Team aus? Welche Rolle übernehme ich in einer Gruppe und was tun, wenn es Konflikte gibt? Über diese spannenden Fragen tauschten sich am letzten Septemberwochenende zwölf junge Projektmacher und Musikerinnen aus. Mit dabei waren Orchestervorstände aus Lübeck und Stutt-gart, Engagierte eines jungen Kammerchors in Rheinland-Pfalz, eines Brassensembles aus Ulm und FSJ-Kulturler, die gerade zu Beginn des Monats ihren Freiwilligendienst bei der JMD und anderen Musikinstitutionen angefangen haben. Unter der Leitung von Toni Rack, Kommunikationswissenschaftler und Kulturmanager aus Jena, kam es in der bunt gemischten Gruppe zu angeregten Diskussionen und interessanten Inputs: Teamworker, Macher oder Visionär? Jeder konnte herausfinden, wie man selbst im Team tickt und alles gleich in verschiedenen praktischen Situationen ausprobieren, ob bei einem imaginierten Ausflug in die Wüste oder beim Bau eines Flugobjekts. Auch der Umgang mit Teamsituationen aus dem eigenen Projekt-Alltag wurde in Rollenspielen thematisiert, sodass jeder auch von den Erfahrungen der anderen profitieren und für sich konstruktive Lösungen mit nach Hause nehmen konnte. Die Teilnehmer sind sich einig: „Es hat total viel gebracht und geholfen, die eigene Teamarbeit anders zu sehen, gezielt zu verbessern und künftig wohl viel überlegter in viele Situationen zu gehen!“
Ein Artikel von Dominik Bach, Marlene Richert

Wer jetzt Lust bekommen hat, mitzumachen: Auch im Jahr 2014 wird es wieder mehrfach Gelegenheit geben, sich zu den Themenbereichen Teamwork, Projektplanung, Öffentlichkeitsarbeit und Bühnenpräsenz mit anderen musikbegeisterten Leuten zwischen 16 und 26 Jahren auszutauschen. Für junge Jugendorchestervorstände besteht zudem die Möglichkeit, mit dem Besuch aller Themenseminare das Zertifikat des JugendorchesterassistentenJMD zu erhalten.  
Infos und Kontakt unter: www.muvdeinprojekt.de oder per Mail an kontakt@muvdeinprojekt.de

Flugobjekte im Ameisenstaat: ein Teilnehmerbericht

Was ein Team ist? – Das habe ich doch schon in der Grundschule gelernt! Nur hieß das damals eben Gruppenarbeit. Denkste! Bei diesem Seminar in Weikersheim wurden wahrscheinlich alle Erwartungen und bisherigen Ansichten, was das Thema Teamwork angeht, einmal komplett umgekrempelt.

Team bedeutet eben nicht nur „Gruppe“ und „Arbeit“ sondern auch: Gemeinsame Ziele, Vertrauen und Kontrolle, Struktur und Hierarchie, Motivation und Kompromissbereitschaft, Zusammenhalt und Individualität, Verantwortung, Kommunikation und Kreativität. All das kam am ersten Abend in einer sehr intensiven Unterhaltung zusammen. Überraschend war, wie tief das Gespräch wurde und das zu einem Thema, bei dem es die wenigsten von uns erwartet hätten.

„Team“ oder „Teamwork“ sind inzwischen Alltagsbegriffe, von denen jeder glaubt, sie genaustens zu kennen. Doch im Laufe des Seminars erkannten wir, was für ein komplexes Wesen dahinter steckt, wenn es richtig gemacht wird. Eine entspannte und gleichzeitig sehr konzentrierte Atmosphäre mit offenen, interessanten Teilnehmern aus ganz Deutschland, die als Organisatoren sehr unterschiedliche musikalische Projekte auf die Beine stellen,  trug dazu bei, dass anregende Diskussionen entstanden, von denen jeder profitieren konnte. Unser Dozent Toni Rack bot uns dafür immer viel Freiraum und ging auch auf individuelle Probleme ein. Jeder, der von eigenen positiven oder negativen Erfahrungen erzählte, bekam von Toni und der Gruppe ein Feedback und hilfreiche Tipps.

Die Theorieteile bestanden aus Themen wie Teambuilding und Kommunikation. Anhand erstaunlicher Vergleiche zwischen Wandergruppen, Ameisenstaaten, Orchestern, Fließbandarbeitern und Fußballteams konnten wir plötzlich nachvollziehen, was ein Team eigentlich ausmacht, wo die Kompetenzen liegen müssen und andersherum: In welchen Fällen nicht von einem Team gesprochen werden kann. Auch hierbei entstanden ausgedehnte, intensive Diskussionen. Diese interessanten, fruchtbaren Gespräche hielten über die Lernsituation hinaus an. Auch während des Mittag- oder Abendessens tauschten wir uns aus, selbst nachts im Jeunesses-Keller fand sich plötzlich jeder in einem Stuhlkreis wieder. Hier wurde noch einmal die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und das Interesse aller Teilnehmer deutlich, was erheblich zu der guten Stimmung während des Seminars beigetragen hat.

Neben Theorie und Diskussionen war auch immer noch Platz für Spiele, Basteleien und Kaffeepausen sowie für eine „Tipptafel“, an die jeder Zettel mit Tipps für gutes Teamwork pinnen konnte. Wir bauten Flugobjekte in kleinen Teams, die möglichst lange in der Luft bleiben sollten, verbanden uns die Augen und versuchten, nur mit verbaler Hilfe oder mit anderen „Blinden“ Arm in Arm vom Schloss zum Logierhaus zu finden und schrieben zum Schluss jedem einen persönlichen Eindruck von dessen Stärken auf einen Pappteller. Es war ein Wochenende mit tollen, interessanten und interessierten Teilnehmern, der richtigen Mischung aus Theorie, Praxis und Spiel, super Ideen von Toni und vielen neuen, inzwischen vertrauten Gesichtern. Jeder hat dazugelernt und viele neue Eindrücke gesammelt. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

Marlene Richert und Dominik Bach
Freiwillige im Sozialen Jahr Kultur und Bundesfreiwilliger bei der JMD

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