Kurz vorgestellt

DVD


(nmz) -

Fans der „Rocky Horror Picture Show“ können sich freuen, denn seit kurzem liegt eine DVD-Version der Kultfilms mit Susan Sarandon und Tim Curry vor (Fox Entertainment, 2 DVDs, 59,99 Mark). Das Bonusmaterial bietet unter anderem zwei Karaoke-Versionen zum Mitsingen, die deutschen Untertitel sind jedoch nicht besonders gelungen. Trotzdem: Strapse an, Reis besorgen und los geht’s. Ebenfalls neu auf DVD gibt es einen MTV-Unplugged-Mitschnitt der Fantastischen Vier

Neu bei Arthaus Musik

Ein Artikel von Eckart Rohlfs

Fans der „Rocky Horror Picture Show“ können sich freuen, denn seit kurzem liegt eine DVD-Version der Kultfilms mit Susan Sarandon und Tim Curry vor (Fox Entertainment, 2 DVDs, 59,99 Mark). Das Bonusmaterial bietet unter anderem zwei Karaoke-Versionen zum Mitsingen, die deutschen Untertitel sind jedoch nicht besonders gelungen. Trotzdem: Strapse an, Reis besorgen und los geht’s. Ebenfalls neu auf DVD gibt es einen MTV-Unplugged-Mitschnitt der Fantastischen Vier. ug
Neu bei Arthaus Musik
Johann Strauß: Die Fledermaus, Royal Opera 1990, Nr. 100 134
Giacomo Meyerbeer: Die Hugenotten, Deutsche Oper Berlin 1991, Nr. 100 156
Leos Janácek: Katja Kabanova, Glyndebourne Festival 1988, Nr. 100 158
Giuseppe Verdi: Macbeth, Deutsche Oper Berlin 1987, Nr. 100 140
Songs of the Wanderers, Ballett, Cloud Gate Dance Thetare, Nr. 100 142
Kaguyahime, Ballett, Nr. 100 162

1916 veröffentlichte Luigi Russolo sein futuristisches Musik-Manifest „L’arte dei Rumori“ und forderte, aus der Entwicklung der Maschinen und der damit verbundenen Geräuschkultur kompositorische Konsequenzen zu ziehen. Der „enge Kreis reiner Töne“ müsse „durchbrochen“ und der „unerschöpfliche Reichtum der Geräusch-Töne“ erobert werden. Eine „harmonische und rhythmische Regulierung und Intonierung“ der alltäglichen Geräuschwelten war geboten, wobei diese vehement proklamierte Kunst der Geräusche sich keinesfalls auf die bloße Nachahmung beschränken sollte. Zur mechanischen Realisierung gliedert Russolo das futuristische Orchester in sechs Geräuschfamilien, welche dröhnen, zischen, knarren oder schlagen. An die Veröffentlichung dieses sehr stringent argumentierten Ausgangsmanifestes schlie-ßen sich weitere elf Kapitel an, die mit dieser Ausgabe erstmals vollständig in deutscher Sprache vorliegen und das eigentliche Manifest konkretisieren und diskutieren. Herausgeber Johannes Ullmaier kommentiert in einem Nachwort vielschichtig, beleuchtet Paradoxien vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Russolo eben kein Musiker war und keinerlei Traditionen zu verteidigen hatte. Schließlich bedarf das Geräusch als musikalische Materialgrundlage im Kontext futuristischen Ideenguts mancherlei Aufklärung, um Missverständnisse zu vermeiden. Ein editorisch wertvoller Beitrag im Kontext aktueller Diskussionen um ästhetische Gesetzmäßigkeiten sogenannter Klangkunst. Yvonne Drynda

Luigi Russolo: Die Kunst der Geräusche, hrsg. von Johannes Ullmaier, Edition Neue Zeitschrift für Musik, Schott International 2000, 111 Seiten und Begleit CD, 49,80 Mark.

Weitere Neuerscheinungen:

Manuel Gervink: Arnold Schönberg und seine Zeit, Laaber Verlag 2000, 400 Seiten, 78 Mark.
Wolfgang Held: Clara und Robert Schumann, Insel Verlag 2001, 259 Seiten, 17,90 Mark.
Rüdiger Görner (Hg.): Literarische Betrachtungen zur Musik, Insel Verlag 2001, 365 Seiten, 16,90 Mark

Johann Nepomuk Hummel: Konzert für Trompete und Orchester, Es-dur. Von Andreas Schenck, Ed. Peters 8781a

Für die B-Trompete hat Joachim Pliquett die Solostimme eingerichtet, jedoch ist in dieser Ausgabe für Trompete und Klavier dieses original in E-Dur stehende attraktive und bekannte Konzert (Ed. Peters 8781) einen halben Ton nach unten transponiert. Übrigens gibt es auf CD Music Partner (MP 8781) die Orchesterbegleitung sowohl in Es-dur wie in E-dur.

Leoš Janácek: Streichquartett Nr. 1, angeregt durch „Die Kreutzersonate“ von L. N. Tolstoi, Partitur und Stimmen. Kritische Gesamtausgabe, Reihe E, Bd. 3, Edition Bärenreiter Praha. H. 7775.

Janáceks erstes seiner beiden Streichquartette, 1923 entstanden, ein Jahr später in Prag vom Böhmischen Quartett mit Josef Suk uraufgeführt, hat hier als Teil der Gesamtausgabe an Hand des Autographs im Brünner Janácek-Archiv eine erneute Revision erfahren, was zu dieser in Bild und Druck ausgezeichneten und großzügigen Vorlage von Partitur (im 4°-Format) und Stimmen führt, bereichert um einen ausführlichen Revisionsbericht (in 5 Sprachen), der auch die Beteiligung Josef Suks am Ausgangsmaterial deutlich macht. Miloš Štedron, mit Leoš Faltus Herausgeber der Edition, verfolgt in seiner Einleitung Begleitumstände, Werden und musikalisches Umfeld dieses Opus.

Hofmeister: 50 Ferma a Flauto, durchgesehen von Patrick Gallois, Éd. Leduc

Als Aufwärmübungen oder einfach als Alternative sturer Tonleiterskalen, auch als Transpositions- und Improvisationsangebot empfiehlt der Rampal- und Larrieu-Schüler diese jeweils wenige Takte umfassenden virtuosen Kadenzvorschläge, die Monsieur Hofmeister – Franz oder Friedrich? – als Manuskript vor etwa 200 Jahren hinterlassen hat.

Felix Mendelssohn Bartholdy: Trio c-Moll für Violine, Viola und Klavier, 1820, hrsg. von Patrick Kast, Ed. Kunzelmann GM 1285.

Diese aus seinem Studienbuch kritisch edierte Jugendkomposition des 11-Jährigen, wohl von Zelter beauftragt und betreut, ist ebenso erstaunlich wie beachtenswert: einmal die für ein Klaviertrio nicht sehr übliche Besetzung, zum anderen die Verarbeitung der musikalischen Substanz in diesen vier kurzen transparenten Sätzen. Denn hier hat der junge Komponist, so dünkt es, Impressionen, Einfälle, unbewusste Erinnerungen seiner musikalischen Umwelt mit verarbeitet und sich doch beschieden auf geringe musikalisch-technische Mittel. Wann greifen unsere “Jugend musiziert“-Teenies zu dieser originellen und nicht schwierigen Kammermusik?

Vierhändige Klaviermusik der Romantik, Bd. 2, hrsg. von Michael und Edith Kimbell, Lienau RL 40520

Ein wenig in Vergessenheit geratene Literatur aus einer Zeit, als Vierhändigspiel zum guten Hausmusik-Ton gehörte, wird wieder lebendig – und ist ja auch zunehmend erneut gefragt. Hier, schön ediert, ausgewählte unschwierige Originalstücke von Woldemar Bargiel und Theodor Kirchner aus dem musikalischen Umkreis Robert Schumanns, bei denen man zupacken darf. Mut im Ausdruck verträgt genauso die leichte Sonate miniature des dritten Autors dieses Bandes, Carl Reinecke.

Carola Otterstedt (geb. 1962): flutee-motion für Sopranblockflöte solo, Moeck ZfS 740/741

Entspannen, gestalten, Freude haben und vermitteln, eigenen Ausdruck finden und im Fluss der Flötentöne erzählen, – wenn der Spieler sich durch diese 16 im Charakter sehr unterschiedlichen Stimmungen dazu verleiten und anregen lässt, dann greift er die therapeutischen Intensionen der Komponistin auf. Leicht bis sehr leicht.

Georg Friedrich Händel: Suite à deux Clavecins. HMW 446, Ed. Breitkopf 8691

Forschen, vergleichen, raten, probieren, aus Eins mach Zwei: diesen Versuch, nämlich aus nur einer überlieferten originalen Stimme dieser Suite für zwei Instrumente – dem 1. Cembalo-Part – die fehlende 2. Stimme zu rekonstruieren, unternahm Donald Burrows. Daraus wurde nun ein attraktives und brillantes Händel-typisches Opus.

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