Soundtrack 2016/06

Double Indemnity – Film Noir At Paramount (Intrada)


(nmz) -
Während sich die großen Filmen seit einiger Zeit immer mehr aus dem Soundtrackgeschäft zurückziehen, kümmern sich die kleinen Liebhaberlabels immer intensiver um die Fans des Genres. Zu diesen Firmen gehört bereits seit den achtziger Jahren auch Intrada. Der Firma ist es vor einigen Jahren auch gelungen, endlich Zugriff zu den Original Soundtracks von Paramount zu bekommen.
Ein Artikel von Viktor Rotthaler

Während etwa MGM bereits seit Mitte der vierziger Jahre die eigenen Soundtracks auf Tonträger ausgewertet hat, sind alle wichtigen Filmmusiken der Paramount aus den 40er-, 50er- und 60er-Jahren nie auf Platte erschienen. So fehlte bis vor kurzem zum Beispiel immer noch die originale Filmmusiktonspur zu Henry Mancinis legendärem „Breakfast At Tiffany’s“, die nach über einem halben Jahrhundert nun endlich auch bei Intrada erschienen ist.

Selbst einige der Paramount-Scores von Friedrich Hollaender wie „Sabrina“ sind nun endlich zugänglich. Das neueste Juwel in der Paramount-Collection von Intrada präsentiert nun zum ersten Mal einige Film-Noir-Filme auf Tonträger. Wobei – wie so oft – der Genre-Begriff sehr weit gefasst wird. Ein „purer“ Film Noir ist eigentlich hier nur der Klassiker, der dieser Sammlung den Titel gab: „Double Indemnity“, „Frau ohne Gewissen“ – so der deutsche Titel – mit Barbara Stanwyck und Fred MacMurray war 1944 der Durchbruch von Billy Wilder gewesen, der zusammen mit Robert Siodmak das Genre geprägt hat.

Entscheidenden Anteil an der Atmosphäre der Noirs von Wilder und Siodmak hatte der Filmkomponist Miklos Rozsa, der mit seinen brodelnden Scores die musikalischen Blueprints für das ganze Genre vorgelegt hat. An diesen Blaupausen orientierten sich später dann auch Franz Waxman für „Sorry, Wrong Number“ oder Hugo Friedhofer für „Ace in the Hole“, wie man hier entdecken kann. Unverzichtbar für jeden Fan des „Golden Age of Film Music“.

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